MMA - Europa

UFC 120 Vorschau

Am Samstag startet der Europa-Monat der UFC. Während die deutschen Fans noch bis zum 13. November warten müssen, bis die UFC in Oberhausen auftaucht, steigen bereits am Samstag Michael Bisping, Yoshihiro Akiyama, Dan Hardy, Carlos Condit und noch viele andere in London ins Octagon. Bei UFC 120 geht es um keinen Titel, sondern um die aufstrebenden englischen Kämpfer, die eine immer größere Rolle in der UFC spielen. Obwohl sich die Fans über die mangelnde Star-Power beklagt haben, war ein Großteil der Karten bereits nach wenigen Tagen vergriffen, was für das wachsende Interesse der Engländer am MMA-Sport spricht.

Im Hauptkampf trifft Michael „The Count“ Bisping (20-3), der als Gewinner der dritten Staffel von The Ultimate Fighter fast im Alleingang den MMA-Boom in England ausgelöst hat, auf Yoshihiro Akiyama (13-1-0 2NC). In ähnlicher Weise wie Bisping den britischen Markt für die UFC geöffnet hat, soll Akiyama den asiatischen Markt öffnen, schließlich ist der Judoka in Japan und Korea bereits eine Berühmtheit. Allerdings verlief „Sexyamas“ UFC-Karriere bisher etwas holprig: In seinem Debüt bei UFC 100 konnte er Alan Belcher nur knapp nach Punkten besiegen und bei UFC 116 musste er gegen den Stand-Up-Kämpfer Chris Leben in einem Triangle Choke aufgeben. Alles andere als ein Sieg gegen Bisping würde wohl bedeuten, dass sich die UFC nach einer anderen asiatischen Hoffnung umsehen muss.

Bisping konnte seinerseits in seinen letzten Kämpfen auch nicht überzeugen. Nach seiner schweren KO-Niederlage bei UFC 100 gegen Dan Henderson folgte ein Sieg gegen Dennis Kang bei UFC 105. Bei UFC 110 musste „The Count“ dann allerdings wieder eine Punktniederlage gegen Wanderlei Silva einstecken, bevor er bei UFC 114 einen Sieg, ebenfalls nach Punkten, gegen Dan Miller einfahren konnte. Wenn Bisping im Mittelgewicht noch einen Angriff auf den Titel starten will, dann ist ein Sieg in seinem Heimatland, wo er in seiner Karriere noch immer ungeschlagen ist, Pflicht.

Mit Dan Hardy (23-7-0 1NC) steigt dazu noch ein weiterer in der UFC etablierter „Hometown-Hero“ bei UFC 120 ins Octagon. Er trifft auf den ehemaligen WEC Champion im Weltergewicht Carlos Condit (25-5). Während Condit also bereits weiß, wie es sich anfühlt, einen Championship-Gürtel umgeschnallt zu bekommen, musste Hardy in seinem letzten Kampf erfahren, wie man sich als Verlierer in einem Titelkampf fühlt. Nach vier Siegen in seinen ersten vier Kämpfen in der UFC hatte „The Outlaw“ sich einen Titelkampf gegen Georges St. Pierre gesichert. Allerdings war Hardy, wie alle anderen Gegner von St. Pierre in den letzten Jahren, ohne Chance und muss sich nun erneut beweisen, um in der sehr stark besetzten Weltergewichtsklasse wieder nach oben zu kommen.
Condit, der, nach seiner Niederlage in seinem UFC-Debüt gegen Martin Kampmann zwei Siege gegen Jake Ellenberger und den zuvor ungeschlagenen Rory MacDonald für sich verbuchen konnte, will als ehemaliger WEC Champion natürlich auch den prestigeträchtigen Titel der UFC gewinnen. Dafür muss ein Sieg gegen Hardy her.

Mit John Hathaway (14-0) tritt ein weiterer Engländer in den Hauptkämpfen des Abends an. Der noch ungeschlagene „Hitman“ trifft am 16. Oktober auf Submission-Spezialist Mike Pyle (19-7-1). Pyle, der in seinen 27 MMA-Kämpfen nur zweimal über die volle Distanz ging, stand auch während seiner vier UFC-Kämpfe nie die vollen 15 Minuten im Oktagon. Auch wenn sich Sieg und Niederlage in der UFC bisher bei ihm immer abwechselten, bekamen die Fans nie einen langweiligen Kampf zu sehen. Allerdings dürfte Pyle, nach seinem Sieg durch Triangle Choke gegen Jesse Lennox bei UFC 115, alles daran setzen, dass sich dieses Muster nicht weiter fortsetzt.

Hathaway hätte seinerseits sicherlich nichts dagegen, wenn sich seine Serie von 14 Siegen in Folge noch weiter ausbauen würde. Im Gegensatz zu Pyle musste sich „The Hitman“ in seinen letzten drei Kämpfen allerdings auf die Punktrichter verlassen, was er am Samstag sicherlich vermeiden möchte. Mit seinem letzten Sieg gegen Diego Sanchez hat Hathaway bereits vielen gezeigt, dass mit ihm in Zukunft zu rechnen sein wird und viele sehen in dem gerade einmal 23-Jährigen bereits einen zukünftigen Champion.