MMA - Europa

Tait tappt Pennington, Schweizer Duo verliert Debüts

Cage Warriors 64

Die englische MMA-Organisation Cage Warriors feierte gestern in ihrem Hauptsitz London einen überaus erfolgreichen Auftakt ins Jahr 2014. Im Hauptkampf von Cage Warriors 64 bewies der Engländer Cory Tait im Duell gegen seinen Landsmann James Pennington, dass er mehr kann als „nur" kicken. Die beiden Schweizer Gregor Weibel und Benjamin Brander gingen bei ihrem Cage-Warriors-Debüt hingegen leer aus.

Für den Londoner Cory Tait, der seine gesamte Karriere in seiner Heimatstadt gekämpft hat, war der Kampf bei Cage Warriors 64 kein Debüt, sondern eine Rückkehr. Seinen ersten Profikampf hatte er bei Cage Warriors 38 bestritten. Anschließend wechselte er zu UCMMA, wo er die Titel im Federgewicht und Bantamgewicht gewann. Sein Duell mit James Pennington , der 2013 dreimal siegte, sollte die Rangordnung im Bantamgewicht klären.

Tait knockte seine Gegner bereits vier Monate vor Anderson Silva mit Frontkicks zum Gesicht aus, und so zögerte Pennington keine Sekunde, ehe er zu seinem ersten Takedown ansetzte. Dieses gelang ihm zwar, doch Tait kam schnell auf die Beine zurück. Im Clinch traf Tait mit Kniestößen. Dann setzte er plötzlich im Stand zum Guillotine Choke an. Der Würgegriff saß, und so blieb Pennington nach 2:35 Minuten nichts mehr übrig außer abzuklopfen.

Zwei „Kämpfe des Abends" für unterschiedliche Geschmäcker

Was macht einen guten Kampf aus? Die einen Fans bevorzugen harte Schlachten, in denen beide Kämpfer ordentlich einstecken müssen, die anderen Fans mögen lieber technisch hochwertige Mattenduelle. Bei Cage Warriors 64 wurden beide Gruppen zufrieden gestellt.

Der Engländer Jake Bostwick und der Franzose Boubacar Balde waren in einen packenden und zermürbenden Kampf verwickelt. Bostwick neutralisierte Balde zunächst am Käfigzaun, ehe er ein Takedown durchführte und Balde mit Schlägen zusetzte. Auch in der zweiten Runde hatte Bostwick die Oberhand. Gleich zweimal konnte er aus der Mount-Position angreifen. Doch am Ende kam Balde noch einmal zurück und revanchierte sich mit harten Treffern. Die dritte Runde wurde von einem wilden Schlagabtausch eröffnet. Bostwick schlug Balde nieder, aber der ging direkt zu einem Takedown über. Bostwick gelangte in den Stand zurück, wo beide nochmals mit den Fäusten schwangen. Kurz vor dem Ende des Kampfes holte sich Bostwick nach einem Takedown nochmals die Mount, aus der er mit heftigem Ground and Pound angriff. Die Punktrichter werteten im Anschluss dreimal 30-27 für ihn.

Der Engländer Danny Roberts suchte gegen den Spanier Juan Manuel Suarez früh den Bodenkampf, doch das erste Takedown verbuchte Suarez für sich. Roberts musste sich dann gleich gegen einen Kimura verteidigen. Diesen wehrte er ab, woraufhin Suarez es erst mit einem Triangle Choke und dann mit einem Omoplata versuchte. Roberts verteidigte sich, nur um kurz darauf in einem Calf Crusher zu landen. In der zweiten Runde lief es besser für Roberts, da er nun mehrfach mit Takedowns den Kampfverlauf bestimmte und aus dominanten Positionen heraus punkten konnte. Auch in der dritten Runde verlagerte Roberts das Geschehen auf die Matte. Suarez setzte zwar wieder zu Aufgabegriffen an, doch Roberts setzte ihm unaufhörlich mit seinem Ground and Pound zu. Die Punktrichter gaben den Sieg mit Wertungen von zweimal 30-27 und einmal 29-28 an Roberts.

Schweizer Duo muss Lehrgeld zahlen

Die jungen Schweizer Gregor Weibel und Benjamin Brander vom Frota Team Nogueira in Zürich traten bei Cage Warriors 64 zu ihren Cage-Warriors-Debüts an. Für beide wurde es jedoch nicht mehr als eine Lernerfahrung.

Der BJJ-Spezialist Weibel eröffnete das Hauptprogramm gegen den deutlich erfahreneren Engländer Matt Inman. Inman kontrollierte die erste Runde im Stand und hinderte Weibel erfolgreich daran, seine Bodenkampfstrategie durchzusetzen. In der zweiten Runde erzielte Weibel jedoch ein Takedown. Er arbeitete aus Inmans Guard heraus, doch als sich die Gelegenheit ergab, die Back Mount einzunehmen, rutschte er von Inmans Rücken und musste nun selbst aus der Rücklage angreifen. Auch in der dritten Runde holte sich Weibel ein Takedown. Allerdings gelang es Inman, die Position zu drehen und den Schweizer bis zum Ende der Runde mit Ground and Pound anzugreifen. Das Urteil der Punktrichter fiel mit einmal 30-27 und zweimal 29-28 einstimmig zu Gunsten von Inman aus.

Der bislang ungeschlagene Brander traf auf den Engländer Nad Narimani. Narimani erarbeitete sich früh ein Takedown und nahm anschließend Branders Rücken ein. Er setzte zum Rear Naked Choke an, aber Brander verteidigte sich zunächst vehement dagegen. Narimani ließ jedoch nicht locker und zwang ihn schließlich nach 4:53 Minuten mit dem Würgegriff zur Aufgabe.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

Cage Warriors 64
15. Februar 2014
London, England

Cory Tait bes. James Pennington via Guillotine Choke nach 2:35 in Rd. 1
Jake Bostwick bes. Boubacar Balde einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Danny Roberts bes. Juan Manuel Suarez einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 29-28)
Nad Narimani bes. Benjamin Brander via Rear Naked Choke nach 4:53 in Rd. 1
Laura Howarth bes. Amanda Kelly einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)
Matt Inman bes. Gregor Weibel einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 29-28)

Brad Wheeler bes. David Howell via Arm Triangle Choke nach 4:46 in Rd. 1
Spencer Hewitt bes. Cameron Else einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Charlie Watts bes. Andy Kerr einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 29-28)
Andrei Manzolo bes. Dan Edwards via Armhebel nach 3:36 in Rd. 1
Daniel Crawford bes. Huseyin Garabet via T.K.o. (Schläge) nach 2:43 in Rd. 2
Veera Nykanen bes. Kirsty Davis einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)