MMA - Europa

Schocker in Marbella

Leere Arena und leere Taschen des Veranstalters. Der Gladiator World Cup 2012 ist ausgefallen. (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Es hätte der größte Kampfsport-Event werden sollen, den das spanische Urlaubsparadies Marbella je gesehen hat. Es wurde eine Katastrophe. Fast zwei Stunden nach dem eigentlichen festgelegten Showbeginn war klar: Der Gladiator World Cup 2012 fällt aus.

„Das ist sehr schlecht für den Sport“, so DKKO-Präsident Dirk Schwarz gegenüber GroundandPound. Schwarz war vom Veranstalter Patrick Ziegler engagiert worden, um namhafte Kämpfer für seinen Event zu organisieren. Und das hat er getan; Stars wie Stefan Leko, Fadi Merza, Faldir Chahbari und die Spezialgäste Peter Aerts und Ernesto Hoost waren in der eindrucksvollen Stierkampfarena Marbellas am Ring. Doch Ziegler war es nicht.

„Ohne Geld wird hier keiner kämpfen“, so Fadi Merza gegenüber GroundandPound. Und am Geld fehlte es. Ziegler setzte sich im Laufe des Abends ab, war von niemandem mehr zu erreichen. Die Stimmung wurde ungemütlich, Ziegler stellte sich später selbst bei der Polizei.

DKKO-Präsident Dirk Schwarz mit Veranstalter Patrick Ziegler (Foto: Mark Bergmann/GroundandPound)

Enttäuscht mussten Kämpfer und die wenigen zahlenden Zuschauer die Arena wieder verlassen – ein Debakel für den Kampfsport, nicht nur in Spanien. „So kann man einen Event nicht organisieren“, erklärte Hasan Cataltas, selbst erfahrener Veranstalter und Event-Dienstleister. „Da hat von Anfang an was nicht gestimmt.“

Ziegler wird man im Zusammenhang mit Kampfsport wohl nicht mehr hören. Für Schwarz und die DKKO geht es allerdings weiter: „Wir werden natürlich weiter Events veranstalten, für diese Situation hier konnten wir nichts. Wir haben unseren Job gemacht.“

Im Gegensatz zu Ziegler. Der hatte sich mit der Planung des Events offenbar verschätzt, machte im Vorfeld der Veranstaltung durchweg einen recht desorganisierten Eindruck. Die Schulden, auf denen er nun sitzt, sind vermutlich erst einmal sein kleineres Problem, glaubt man anwesenden Insidern. „Marbella ist Marokkaner-Gebiet“, erklärte uns einer der involvierten Betreuer. „Hier wurden einige Leute auf ihrem Geld sitzen gelassen, die sind nun ziemlich sauer.“

Klingt, als wäre dieses traurige Kapitel der Kampfsportgeschichte noch nicht gänzlich abgeschlossen.

Ein ausführliches Interview mit Dirk Schwarz sowie Gespräche mit einigen Kämpfern sind HIER bei GnP-TV zu finden.