MMA - Europa

Rückblick auf UFC 120

Poster via Zuffa LLC

Das hatten sich viele anders vorgestellt. Nur einer der vier britischen Kämpfer, die in den Hauptkämpfen von UFC 120 standen, konnte seinen Kampf gewinnen. Mit einem Punktsieg gegen Yoshihiro Akiyama konnte Michael Bisping die Ehre der Engländer an diesem Abend retten, wodurch die Fans nicht vollkommen enttäuscht nach Hause gingen. In den Kämpfen zuvor verloren James Wilkes gegen Claude Patrick und John Hathaway gegen Mike Pyle jeweils einstimmig nach Punkten. Während Hathaway seine erste Niederlage verdaute, erwischte es im Co-Mainevent des Abends Dan Hardy. Nach einem schweren Treffer von Carlos Condit ging dieser zu Boden, wo zwei weitere Treffer für den endgültigen KO sorgten. Ein KO, der nicht nur Hardy, sondern auch die britischen Fans, ins Herz traf. Schließlich ist Hardy einer der beliebtesten Kämpfer in England. In diesem Bereich wird er wohl nur noch von Michael Bisping übertroffen, der durch seinen Sieg immerhin für einen, aus englischer Sicht, versöhnlichen Abschied sorgen konnte.

Bisping dürfte damit einem Titelkampf wieder näher gekommen sein, allerdings braucht er wohl wenigstens noch zwei bis drei weitere Siege, um mit dem dann amtierenden Titelträger ins Octagon steigen zu dürfen. Was die Ergebnisse dagegen für die anderen englischen Kämpfer bedeuten, bleibt abzuwarten, schließlich musste der nach seinem überzeugenden Sieg gegen Diego Sanchez hoch favorisierte Hathaway seine erste Niederlage einstecken. Während viele Kämpfer wie z.B. Georges St. Pierre gestärkt aus Niederlagen hervorgekommen sind, gab es auch schon einige, die danach nie wieder zu ihrer alten Stärke zurückgefunden haben. Aber Hathaway ist noch jung, und sollte er aus dieser Niederlage lernen, dann stehen ihm noch alle Türen offen.

Dan Hardy, der sich durch die fünf Runden gegen GSP viel Respekt erarbeitet hatte, ging seinerseits zum ersten Mal in seiner Karriere KO. Ein Ergebnis, dass auch nicht jeder Kämpfer so einfach wegsteckt. Es wird sich zeigen, ob man in seinen zukünftigen Kämpfen den alten Hardy oder einen etwas vorsichtigeren Kämpfer sehen wird. Auf jeden Fall wird es für ihn in der sehr gut besetzten Weltergewichtsklasse der UFC ein harter Weg zurück an die Spitze.

James Wilkes wird seinerseits in den nächsten Kämpfen zeigen müssen, dass er in die UFC gehört. Nach seinem Sieg der neunten Staffel von The Ultimate Fighter konnte er nur einen seiner drei darauffolgenden UFC-Kämpfe gewinnen, und nicht zuletzt die Entlassung von Efrain Escudero hat gezeigt, dass man sich in der UFC nicht auf einem TUF-Sieg ausruhen sollte.

Trotz seiner nicht gerade überzeugenden Ergebnisse in der UFC scheint Akiyama seinen Platz dagegen erstmal sicher zu haben. Auf die Frage, ob Akiyama eine Enttäuschung für die UFC sei, antwortete UFC-Präsident Dana White, dass dem nicht so wäre. Akiyama habe immer wieder interessante Kämpfe geliefert, allerdings würde er den Japaner lieber im Weltergewicht kämpfen sehen.

Als größten Gewinner des Abends könnte man Mike Pyle sehen, der zwar zum ersten Mal in seiner UFC-Karriere über die volle Distanz gehen musste, dafür aber eines der Top-Talente im Weltergewicht besiegt hat. Sollte er diese Leistung in seinem nächsten Kampf bestätigen können, kann man davon ausgehen, dass anschließend eines der Schwergewichte der Division auf ihn warten wird.

Claude Patrick konnte seinerseits seine Siegesserie auf elf Siege in Folge ausbauen. Zwei dieser Siege kamen im Octagon und es wird sich zeigen, ob die UFC den 30-Jährigen langsam aufbauen oder ihn gegen einen etablierten Kämpfer testen will.