MMA - Europa

M-1 Challenge 64: Shlemenko siegt knapp, Larisch unterliegt

Alexander Volkov heißt der Nachfolger des zur UFC abgewanderten Marcin Tybura als Schwergewichtschampion von M-1 Global. In Moskau setzte er sich gegen Denis Smoldarev durch. Im Hauptkampf standen jedoch zwei andere Recken: Alexander Shlemenko und Vyacheslav Vasylevsky im ersten Halbfinale eines Vier-Mann-Turniers um den Mittelgewichtstitel. Im Vorprogramm bestritt Stefan Larisch seinen ersten Kampf im Ausland.

M-1 Global bleibt kein gutes Pflaster für deutsche MMA-Kämpfer, zumindest, wenn man die letzten Monate betrachtet. Nach Stephan Pütz und Martin Zawada musste sich mit Stefan Larisch ein weiterer Vertreter der deutschen MMA-Szene bei M-1 nach Punkten geschlagen geben. Deutschlands Nummer 7 im Weltergewicht wurde dabei von Maxim Grabovich bereits nach wenigen Sekunden in die Knie gezwungen, konnte sich aber in den Clinch retten und dort erholen. Im Anschluss verlagerte Grabovich den Kampf auf die Matte. Dort sollte sich in der Folge der Großteil der Aktivität abspielen. Mal hatte Larisch, mal Grabovich Oberwasser auf der Matte, ohne jedoch wirklichen Schaden auszurichten oder den Gegenüber in Bedrängnis zu bringen. Am Ende mussten die Punktrichter entscheiden, die Grabovich den Kampf zusprachen. Ein vertretbares Urteil.

Shlemenko hat die Nase hauchdünn vorn

Im Hauptkampf standen sich im ehemaligen Bellator-Champion Alexander Shlemenko und Vyacheslav Vasilevsky zwei von Europas Top-Mittelgewichten gegenüber. Shlemenko, in den USA immer noch wegen Dopings gesperrt, legt los wie die Feuerwehr, bedrängte Vasilevsky mit vielen Körpertreffern, die „Slava“ mit einem Takedown beantwortete. Auch im zweiten Durchgang überzeugte Shlemenko auf den Beinen und versuchte immer wieder seine berüchtigte Spinning Back Fist. Zu Beginn der finalen Runde konnte sich keiner der beiden seiner Sache sicher sein, die beiden Landsmänner legten daher erneut alles in die Waagschale. Shlemenko bestimmte den Standkampf, fand sich aber erneut auf der Matte wieder und entging in der letzten Minute nur knapp einem Rear-Naked Choke, bevor der Kampf an die Punktrichter ging. Auch diese sahen ein sehr knappes Duell, ein Punktrichter wertete sogar unentschieden. Die beiden anderen erklärten den „Storm“ zum Sieger. Damit zieht Shlemenko ins Finale ein und wartet dort auf Ramazan Emeev oder Maicquel Falcao.

Volkov siegt durch Triangle Choke

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Diese alte Weisheit lässt sich im MMA immer wieder anwenden, so auch bei Alexander Volkov. Dem einstigen Bellator-Champion wurden erneut seine Schwächen im Ringen deutlich aufgezeigt. Gegenüber Smoldarev hatte scheinbar wenig Mühe, Volkov auf die Matte zu werfen und dort zu halten. So konnte er die ersten beiden Durchgänge für sich entscheiden. Auch in Runde drei sollte es für den Esten so weitergehen. Von Beginn an ging er auf das linke Bein Volkovs und warf den Russen erneut zu Boden. Dass Smoldarev in den beiden Durchgängen zuvor mehr Luft gelassen hatte, als gedacht, sah man sofort, denn der Takedown war nicht sauber ausgeführt, sodass Smoldarev prompt in einem Triangle Choke landete. Kurz kämpfte er dagegen an, Volkov justierte nach und schon musste Smoldarev abklopfen. Neuer Champion bei M-1: Alexander „Drago“ Volkov.

Die Ergebnisse im Überblick:

M-1 Challenge 64
19. Februar 2016
Moskau, Russland

Halbfinale im Mittelgewichtsturnier
Alexander Shlemenko bes. Vyasheslav Vasylevsky mehrheitlich nach Punkten

Titelkampf im Schwergewicht
Alexander Volkov bes. Denis Smoldarev via Triangle Choke nach 0:42 in Rd. 3

Vladimir Katyhin bes. Joe Ray einstimmig nach Punkten

Halbfinale im Bantamgewichtsturnier
Pavel Vitruk bes. Sergey Morozov einstimmig nach Punkten
Vitali Branchuk bes. Antun Racic geteilt nach Punkten

Vorprogramm
Timur Nagibin bes. Andrey Lezhnev nach Punkten
Valery Myasnikov bes. Vyacheslav Bogomol via Rear-Naked Choke nach 2:38 in Rd. 2
Maksim Grabovich bes. Stefan Larisch nach Punkten
Magomed Mutaev bes. Vadim Orischak nach Punkten
Kurban Ibragimov bes. Dimitriy Mikutsa via K.o. (Schlag) nach 4:33 in Rd. 1