MMA - Europa

KSW 39: Khalidov bezwingt Mankowski im Duell der Champions

Mamed Khalidov (Foto: Dorian Szücs/GNP1.de)

Die größte MMA-Show in der Geschichte Europas ist Geschichte. Vor 58.000 Zuschauern im Warschauer Fußballstadion brannte KSW ein Feuerwerk für die Geschichtsbücher ab. Am Ende des Abends gab es jede Menge Highlights und drei neue Titelträger. Die einzigen beiden Champions der Organisation, deren Titel nicht auf dem Spiel standen, trafen im Hauptkampf aufeinander.

Borys Mankowski hat die große Überraschung gegen Mamed Khalidov verpasst, der Weltergewichtschampion verkaufte sich aber sehr gut. Drei Runden lang ließ Mankowski nicht locker, sondern setzte Khalidov durchgehend unter Druck. Der Mittelgewichtschampion setzte zu Beginn vor allem seine Kicks ein, attackierte aus allen möglichen Winkeln und mit kreativen Techniken. Wenn er in die Nahdistanz kam, war Mankowski aber da und antwortete mit guten Händen.

Khalidov wurde zunehmend unkonventioneller, brachte eingesprungene Kicks und Kniestöße an, oder konterte einen Takedown durch eine Rolle vorwärts. Mankowski ließ sich nicht beirren, sondern spulte sein Programm konzentriert ab und nutzte jede Lücke für einen Treffer. Am Ende sollte es jedoch nicht reichen. Denn mit einem perfekt platzierten Takedown wendete Khalidov im letzten Durchgang noch das Blatt und holte sich schließlich den knappen Punktsieg.

Rozalski krönt sich zum Champion, Narkun schreibt Geschichte

Was für ein Jahr für Marcin Rozalski. Nach zwei Niederlagen in Folge wurde er 2016 bereits abgeschrieben, dann erkämpfte er sich erst mit einem Submission-Sieg über Mariusz Pudzianowski den Titelkampf und genau ein Jahr später holte sich der 38-Jährige das Gold von KSW. Champion Fernando Rodrigues Jr. begann die Partie zu aggressiv und stürmte wild nach vorne. Rozalski musste nur dezent nach hinten weichen und schickte den Brasilianer mit zwei kurzen Haken nach 16 Sekunden ins Land der Träume.

Tomasz Narkun ist offiziell der erfolgreichste Halbschwergewichts-Champion der KSW-Geschichte. Als erster Halbschwergewichts-Champion schaffte es der 27-Jährige, den Titel ein drittes Mal zu verteidigen. Die „Giraffe“ machte dabei kurzen Prozess mit Marcin Wojcik und brachte ihn in der letzten Sekunde der ersten Runde in einem Triangle Choke zur Aufgabe.

Gamrot verteidigt Gürtel kontrovers

In einem höhepunktarmen Kampf konnte Mateusz Gamrot seinen Titel im Leichtgewicht gegen Norman Parke verteidigen. Der frühere UFC-Kämpfer war besser im Stand, musste aber mit einem Head Kick den schönsten Treffer des Duells einstecken und konnte Gamrots Takedowns nicht stoppen.

Größter Aufreger war jedoch ein Foul des Champions, da Gamrot auf der Matte einen Griff Parkes dadurch löste, indem er dem Engländer in den Finger biss. Zum großen Ärger von Parke wurde es nicht geahndet, sodass Gamrot anschließend mit einem hauchdünnen Vorsprung den Gürtel verteidigen konnte.

Erbst nimmt Wrzosek den Titel ab

Im Federgewicht heißt der neue Champion Kleber Koike Erbst. Gegen den „Polish Zombie“ Marcin Wrzosek lieferte sich der japanische Brasilianer einen spannenden Kampf, in welchem Wrzosek sowohl in der ersten als auch dritten Runde vom Gong aus einem Rear-Naked Choke gerettet wurde und schließlich nach Punkten unterlag.

Im ersten Titelkampf des Abends krönte sich Ariane Lipski zur neuen KSW-Championesse im Fliegengewicht. Gegen die Rumänin Diana Belbita zeigte die Brasilianerin zuerst ihre Power im Stand, bevor sie noch in der ersten Runde per Armbar gewann.

„Pudzilla“ und „Popek Monster“ auf Zerstörungskurs

In den Freak-Shows setzten sich die KSW-Veteranen durch. Strongman Tyberiusz Kowalczyk kam im Kraftsport nie an Mariusz Pudzianowski vorbei. Nach ihrem MMA-Duell ist er um eine Niederlage reicher. Pudzianowski ging dabei routiniert vor und bearbeitete in der ersten Runde das Vorderbein von Kowalczyk. Im zweiten Durchgang schlug er seinen Gegner dann zu Boden, ging mit heftigen Treffern hinterher und brachte ihn schließlich mit Ellbogenschlägen zum Abklopfen.

Zuvor setzte sich Pawel Rak aka „Popek Monster“ gegen den litauischen Bodybuilder Robert Burneika durch. Der Rapper landete den ersten Treffer im Stand, holte den Takedown und prügelte dann solange auf Burneika ein, bis der Ringrichter einschritt.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

KSW 39 Colosseum
27. Mai 2017
Warschau, Polen

Mamed Khalidov bes. Borys Mankowsi einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Mariusz Pudzianowski bes. Tyberiusz Kowalczyk via Aufgabe (Schläge) nach 2:50 in Rd. 2
Pawel Rak bes. Robert Burneika via T.K.o. (Schläge) nach 0:45 in Rd. 1

Titelkampf im Schwergewicht
Marcin Rozalski bes. Fernando Rodrigues Jr. via K.o. (Schlag) nach 0:16 in Rd. 1

Titelkampf im Halbschwergewicht
Tomasz Narkun bes. Marcin Wojcik via Triangle Choke nach 4:59 in Rd. 1

Lukasz Jurkowski bes. Rameau Thierry Sokoudjou geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)

Titelkampf im Leichtgewicht
Mateusz Gamrot bes. Norman Parke einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)

Titelkampf im Federgewicht
Kleber Koike Erbst bes. Marcin Wrzosek einstimmig nach Punkten (29:27, 29:27, 29:28)

Michal Andryszak bes. Michal Kita via Anaconda Choke nach 1:14 in Rd. 1
Damian Janikowski bes. Julio Gallegos via T.K.o. (Knie und Schläge) nach 1:26 in Rd. 1

Titelkampf im Fliegengewicht der Frauen
Ariane Lipski bes. Diana Belbita via Armbar nach 4:52 in Rd. 1