MMA - Europa

KSW 34: Bedorf und Narkun vernichten ihre Gegner, Enomoto unterliegt

Karol Bedorf (Foto: Sorian Szücs/GNP1.de)

Am Samstagabend wurde bei KSW eine neue Ordnung ausgerufen. Bei KSW 34: New Order standen mit Schwer-, Halbschwer- und Federgewicht gleich drei Titel zwischen polnischen Champions und internationalen Gästen auf dem Spiel. Zuvor stand der Schweizer Yasubey Enomoto ex-Champion Aslambek Saidov gegenüber. Wir haben die Ergebnisse für euch.

Dieses Mal muss sich Karol Bedorf keine Kritik anhören. Der Schwergewichtschampion von KSW ließ anders als noch in seinem letzten Duell mit dem Ringer Michal Kita heute Kickboxer James McSweeney in den dreieinhalb Minuten Kampfzeit absolut keine Chance. Der einzige Wirkungstreffer, den der ex-UFC-Kämpfer landen konnte, war ein tiefes Knie am Käfig. Ansonsten waren es vor allem die Kicks, die McSweeney zu schaffen machten. Ob zum Körper oder als Front Kick zwischen die Deckung, alles was Bedorf abfeuerte saß, sodass der Engländer nach drei Minuten an den Käfig zurückwich. Bedorf sah seine Chance gekommen und ging mit Fäusten und Kniestößen hinterher, bis McSweeney unter den Treffern zu Boden ging und vom Ringrichter vor weiterem Schaden beschützt werden musste. Ein eindrucksvoller Sieg für „Coco“, der damit zum dritten Mal seinen Titel verteidigen konnte.

Tomasz Narkun, die fliegende Giraffe

Actionreich ging es im Duell der Bodenspezialisten Tomasz Narkun und Cassio de Oliveira zu. Nur wenig Zeit verbrachten die beiden auf den Beinen, bevor es auf die Matte ging und Narkun an verschiedenen Submissions arbeitete. Oliveira konnte sich teils durch Slams, teils durch simples Herausdrehen befreien, bevor er am Boden einen leichten, aber illegalen Upkick einstecken musste, der den Kampf unterbrach. Kaum wieder freigegeben, zog Narkun aus der Guard eine Armbar an. Erneut nahm Oliveira seinen Gegner hoch und warf ihn auf die Matte um sich zu befreien. Nun schlug die Stunde des Champions. Narkun klingelte Oliveira mit zwei legalen Upkicks an, sprang wieder auf die Beine, stürmte hinter Oliveira her und sprang ihm Knie voraus entgegen. Ein Volltreffer. Oliveira ging zu Boden, nahm noch ein paar Fäuste und der Kampf wurde abgebrochen. Der zweite Knockout in Folge für den BJJ-Schwarzgurt.

Artur Sowinski verteidigt souverän

Auch der dritte Pole im Bunde, Artur Sowinski verteidigte seinen Titel. „Kornik“ setzte sich nach Punkten gegen den Brasilianer Fabiano Silva durch. Der Champion des Federgewichts kam gut in den Kampf, setzte seinem Gegner aus der Distanz im Stand zu und beendete nach einem sehenswerten Wurf den ersten Durchgang auf dem Rücken Silvas. Die zweite Runde musste er jedoch abgeben, nachdem er sich größtenteils auf dem Rücken wiederfand. Silva kontrollierte das Geschehen aus der Oberlage, konnte den Kampf aber nicht beenden, während er sich gleichzeitig gegen einen Heel Hook verteidigte. In den entscheidenden letzten fünf Minuten war Sowinski dann wieder voll da und zeigte seine technische und körperliche Überlegenheit im Stand und auf der Matte, sodass die Punktrichter nicht lange nachdenken mussten und den Kampf mit zwei zu einer Runde für den Titelträger werteten.

Enomoto punktet früh, Saidov holt den Sieg

Aslambek Saidov ist zurück im Titelrennen. Der frühere KSW-Champion im Weltergewicht setzte sich knapp, aber verdient nach Punkten gegen den M-1-Veteranen Yasubey Enomoto durch. Der Schweizer begann stark, hielt Saidov mit Schlägen auf Distanz und zeigte schöne Techniken, ein eingesprungenes Knie traf voll. Ab dem zweiten Durchgang konnte Saidov dann zusehends die Distanz überbrücken und die beiden tauschten Takedowns aus. Auch in der letzten Runde nahm der zähe Pole tschetschenischer Abstammung das Heft in die Hand und ließ Enomotos Offensive nicht mehr zur Entfaltung kommen. Am Ende ging es an die Punktrichter, die den unterhaltsamen Kampf geschlossen für Saidov werteten.

Auch im weiteren Verlauf des Programms wurde die Halle zum Kochen gebracht. Antoni Chmielewski musste erst im Stand harte Treffer einstecken, bevor er Svetoslav Savov mit einem Wurf auf die Matte beförderte und damit bereits halb ausknockte, da die Köpfe unabsichtlich aneinander prallten. Schnelle Hammerfists aus der Side Control erledigten dann den Rest. Auch bei Maciej Jewtuszko endete der Kampf auf der Matte. Der „Irokez“ brachte Krzysztof Kulak Mitte der zweiten Runde zu Boden und feuerte aus allen Rohren, bis Kulak im Schlaghagel aufgab. Der Ringrichter übersah das deutliche Abklopfen jedoch, sodass Jewtuszko noch ein halbes Dutzend Schläge anbringen konnte, bevor der Kampf abgebrochen wurde.

Die Ergebnisse im Überblick:

KSW 34: New Order
5. März 2016
Warschau, Polen

Titelkampf im Schwergewicht
Karol Bedorf bes. James McSweeney via T.K.o. (Schläge) nach 3:33 in Rd. 1

Titelkampf im Halbschwergewicht
Tomasz Narkun bes. Cassio de Oliveira via T.K.o. (Knie & Schläge) nach 1:46 in Rd. 1

Titelkampf im Federgewicht
Artur Sowinski bes. Fabiano Silva einstimmig nach Punkten (29.28, 29:28, 29:28)

Aslambek Saidov bes. Yasubey Enomoto einstimmig nach Punkte (29:28, 29:28, 29:28)
Antoni Chmielewski bes. Svetoslav Savov via K.o. (Wurf & Schläge) nach 1:42 in Rd. 1
Maciej Jewtuszko bes. Krzysztof Kulak via Aufgabe (Schläge) nach 2:18 in Rd. 2
Szymon Bajor bes. Jedrzej Mackowiak einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Marcin Wojcik bes. Tomasz Kondraciuk via T.K.o. (Schläge) nach 1:31 in Rd. 2