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KSW 31 Ergebnisse: Pudzianowski und Karaoglu stehlen die Show

KSW 31: Pudzianowski trifft Gracie. (Foto: KSW)

Drei Titelkämpfe standen bei KSW 31 in Danzig auf dem Programm, doch am meisten beeindruckten zwei Männer, die nicht um einen Gürtel kämpften: Mariusz Pudzianowski und der Düsseldorfer Aziz Karaoglu. Beide fertigten ihre Gegner ohne Schwierigkeiten in der ersten Runde ab.

Mariusz Pudzianowski, fünffacher World’s Strongest Man, hat gelernt, seine Kraft auch im Stand in seine Schläge zu packen. Das Ergebnis: sein erster Sieg durch K.o.  – und das in nur 27 Sekunden. Pudzianowski stand dem Brasilianer Rolles Gracie gegenüber, der zunächst versuchte, sich den Koloss mit einem Lowkick vom Leib zu halten. Pudzianowski antwortete mit einem gewaltigen Schwinger und Gracie fiel mit dem Gesicht voraus auf die Matte. Damit war der Kampf vorbei.

Aziz Karaoglu, Cheftrainer von Team Alpha in Düsseldorf, gab nach über zweijähriger Pause sein Comeback im Käfig. Nach seinem schnellen Sieg über Piotr Strus bei KSW 22 setzte er bei KSW 31 gegen den UFC- und Bellator-Veteranen Jay Silva noch einen drauf.

Karaoglu und Silva tauschten von Beginn an Schläge und Kicks aus – die besseren Treffer erzielte Karaoglu. Der Düsseldorfer baute im Stand immer mehr Druck auf und stellte Silva schließlich am Käfigzaun. Dann feuerte er eine Schlagsalve ab, von der Silva zu Boden ging. Karaoglu ließ Ground and Pound folgen, woraufhin der Ringrichter nach 1:34 Minuten dazwischen ging.

Materla gewinnt Hauptkampf

In einem polnischen Spitzenduell trafen der Mittelgewichtschampion Michal Materla und sein Herausforderer, der ehemalige UFC-Kämpfer Tomasz Drwal, aufeinander. Drwal setzte in einer packenden Auseinandersetzung die besseren Akzente im Stand, während Materla meist den Bodenkampf suchte und Drwal nach seinen Takedowns auf der Matte zermürbte.

Als der Kampf in die dritte Runde ging, schien Drwal die Nase vorn zu haben, sodass Materla mehr Druck machte als in den beiden Durchgängen zuvor. Er brachte Drwal zu Boden und hämmerte aus der Side Control und der Kruzifix-Position auf den Herausforderer ein. Vier Sekunden vor Schluss hatte der Ringrichter schließlich ein Einsehen mit Drwal, der kaum noch Gegenwehr leistete, und beendete den Kampf.

Bedorf müht sich gegen Graham

Schwergewichtschampion Karol Bedorf hatte mit seinem Herausforderer, dem australischen Kickboxer Peter Graham, mehr Mühe als erwartet. Bedorf erzielte gegen Graham zwar einige Takedowns und arbeitete auf dem Boden auf Aufgabegriffe hin, erwies sich im Stand jedoch als zu nachlässig. Graham landete mit seinen Schlägen mehrere Wirkungstreffer und klingelte Bedorf damit sogar an. Doch immer, wenn es zu gefährlich wurde, rettete sich Bedorf in den Bodenkampf, wo er die Auseinandersetzung deutlich dominierte. So sprachen ihm die drei Punktrichter den Sieg nach drei Runden einstimmig mit drei Wertungen von 30-27 zu.

Reljic erobert vakanten Halbschwergewichtstitel

Im Kampf um die Nachfolge von Jan Blachowicz setzte sich der Kroate Goran Reljic gegen den Slowaken Attila Vegh knapp nach Punkten durch. Die beiden Kämpfer nutzten fast die gesamte erste Runde, um sich im Stand abzutasten – sehr zum Unmut des Publikums, das ansonsten den ganzen Abend über begeistert mitging. Auch in der zweiten Runde beschränkten sich Reljic und Vegh auf Einzelaktionen im Stand.

In der dritten Runde erzwang Reljic mit einem Takedown den Bodenkampf. Er nahm die Back-Mount-Position ein und arbeitete auf einen Rear Naked Choke hin. Vegh befreite sich mit einem Salto und kam in den Stand zurück. Beide Kämpfer lieferten sich noch einmal einen Schlagabtausch und dann lag es an den drei Punktrichtern, ein Urteil zu fällen. Einer sah Vegh mit 29-28 vorne, doch die beiden anderen gaben den Sieg mit Wertungen von 29-28 an Reljic.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

KSW 31
23. Mai 2015
Ergo Arena in Danzig, Polen

Mittelgewichtstitelkampf
Michal Materla (c) bes. Tomasz Drwal via T.K.o. (Schläge) nach 4:56 in Rd. 3

Mariusz Pudzianowski bes. Rolles Gracie via K.o. (Schlag) nach 0:27 in Rd. 1

Schwergewichtstitelkampf
Karol Bedorf (c) bes. Peter Graham einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)

Halbschwergewichtstitelkampf
Goran Reljic bes. Attila Vegh geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)

Kamil Szymuszowski bes. Maciej Jewtuszko einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)
Aziz Karaoglu bes. Jay Silva via T.K.o. (Schläge) nach 1:34 in Rd. 1
Tomasz Narkun bes. Karol Celinski via Rear Naked Choke nach 2:17 in Rd. 1

Vorprogramm
Grzegorz Szulakowski bes. Patryk Grudniewski via Rear Naked Choke nach 2:38 in Rd. 2
Jedrzej Mackowiak bes. Marcin Gulas via T.K.o. (Schläge) nach 4:57 in Rd. 1