MMA - Europa

KSW 29: Zawada verliert, Pudzianowski und Khalidov siegreich

Mamed Khalidov hat sich den nächsten Sieg gesichert. (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound.de)

Das Krakau-Debüt von Konfrontacja Sztuk Walki (KSW) war ein voller Erfolg. Über 17.000 Zuschauer fanden sich am Samstagabend in der Krakau Arena ein, um Stars wie Mamed Khalidov und Mariusz Pudzianowski in Aktion zu erleben. Das aus deutscher Sicht wohl interessanteste Duell fand zwischen KSW-Weltergewichtschampion Borys Mankowski und dem Düsseldorfer David Zawada statt. Der Kampf nahm jedoch ein schnelles Ende.

Zawada startete mit Jabs und Low Kicks, Mankowski konnte den Kampf aber nach kurzer Zeit auf die Matte verlagern und sich zügig in die Full Mount vorarbeiten. Dann ging alles ganz schnell. Der Titelträger setzte einen Arm-Triangle Choke an. Zawada konnte sich nicht befreien und musste nach einer Minute und 20 Sekunden abklopfen.

Khalidov siegt trotz Verletzung

Im Hauptkampf der Veranstaltung stieg Polens Top-Star Mamed Khalidov gegen Bellator-Kämpfer Brett Cooper in den Käfig. Khalidov landete immer wieder Kicks und Schläge, während Cooper sich an Uppercuts versuchte. Beim Meiden eines Aufwärtshakens fiel Khalidov zu Boden. Cooper ging hinterher, fand sich aber kurze Zeit später in einem Armbar wieder. Khalidov konnte den Hebel nicht durchziehen und wechselte zum Triangle Choke, der ebenfalls keinen Erfolg brachte.

In der zweiten Runde zeigte sich Khalidov etwas defensiver, während Cooper aggressiver auftrat und sich sogar einen Takedown sichern konnte. Khalidov zielte es erneut auf Coopers Arm ab, doch der Bellator-Kämpfer verteidigte sich gut.

Khalidov fand in der letzten Runde seinen Rhythmus im Stand und brachte immer wieder Hände und Kicks ins Ziel. Nach einem Takedown blieb ein Rear-Naked Choke Versuch erfolglos und beide teilten im Stand weiter Schläge aus. Kurz vor Schluss brachte Khalidov den Kampf noch einmal zu Boden und hatte die Runde damit in seiner Tasche.

Die Punktrichter werteten den Kampf 30:27, 30:28 und 29:28 für Mamed Khalidov, der damit seinen zehnten Sieg in Folge einfahren konnte. Im Interview nach dem Kampf sagte Khalidov, dass er mit einer Rückenverletzung in den Kampf gegangen sei und dadurch nur 60 Prozent Leistung abrufen konnte.

Strongman schlägt Olympiasieger

Im Kampf der schweren Jungs konnte sich Mariusz Pudzianowksi einen Punktsieg gegen Pawel Nastula sichern. In der ersten Runde verbrachte er nach einem kurzen Schlagabtausch längere Zeit in der Top Position, von wo aus er Schläge ins Ziel bringen konnte.

Im zweiten Durchgang versuchte sich Pudzianowski erneut an Takedowns, wurde dabei aber einmal ausgekontert und landete auf dem Rücken. Der Judo-Olympiasieger setzte Armhebel an, konnte diese aber nicht durchbringen.

Die Punktrichter werteten den auf zwei Runden angesetzten Kampf unentschieden, wodurch beide Kämpfer eine Zusatzrunde von drei Minunten bestreiten mussten. Hier konnte Pudzianowski zunächst im Stand mit Schlägen Akzente setzen und sich anschließend einen Takedown sichern. Der 44 Jahre alte Nastula war konditionell am Ende und konnte sich aus der Situation nicht mehr befreien.

Nach drei Minuten mussten die Punktrichter erneut entscheiden und sie erklärten Mariusz Pudzianowski zum Sieger. Pawel Nastula verkündete im Anschluss das Ende seiner MMA-Karriere.

Strus kämpft schon wieder Unentschieden

Eigentlich hätte Piotr Strus bei KSW 29 einen Rückkampf gegen Abu Azaitar bestreiten sollen, da sich beide im Mai bei KSW 27 unentschieden getrennt hatten. Der Kölner zog sich in der Vorbereitung auf das zweite Duell jedoch eine Verletzung an der Hand zu. Strus bekam es somit mit UFC-Veteran Jay Silva zu tun.

Silva ließ zu Beginn des Kampfes die Deckung fallen und attackierte Strus mit harten Kombinationen. Auch wenn Silva seinen Gegner immer wieder dazu aufforderte, ihn ins Gesicht zu schlagen, fand Strus nur sehr selten das Ziel.

In der zweiten Runde zeigte sich Strus im Stand etwas aktiver und konnte den ersten Takedown des Kampfes landen. Am Boden arbeitete er vereinzelt mit Ground and Pound, bis der Ringrichter beide Aufgrund von fehlender Aktivität wieder aufstehen ließ.

Im letzten Durchgang drehte Jay Silva noch einmal auf. Immer wieder ging er mit Schlägen nach vorne. Strus hielt dagegen, konnte seinerseits aber nur selten die Distanz überbrücken.

Nach drei Runden waren die Punktrichter an der Reihe. Einer wertete den Kampf für Jay Silva, während die anderen beiden ein Unentschieden sahen. Silva konnte die Entscheidung nicht fassen und schüttelte lachend den Kopf. Deutschlands Top-Mittelgewicht Aziz Karaoglu stieg nach der Urteilsverkündung in den Käfig und forderte Silva zu einem Kampf heraus. Silva zeigte sich nicht abgeneigt, war zu diesem Zeitpunkt wohl aber eher mit der Verarbeitung der kontroversen Punktrichterentscheidung beschäftigt.

Goran Reljic von der University of Fighting Düsseldorf konnte sich einen Sieg gegen Tomasz Narkun sichern. Beide Kämpfer suchten den Bodenkampf, wobei Reljic häufiger in der Top Position landen und aus der dominanten Position Schläge anbringen konnte. Nach drei Runden wurde Reljic zum Sieger nach Punkten erklärt.

Die Ergebnisse von KSW 29 im Überblick:

KSW 29: Reload
6. Dezember 2014
Krakau Arena in Krakau, Polen

Mamed Khalidov bes. Brett Cooper nach Punkten (30:27, 30:28, 29:28)
Mariusz Pudzianowski bes. Pawel Nastula nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)

KSW-Weltergewichtstitelkampf
Borys Mańkowski bes. David Zawada via Arm-Triangle Choke nach 1:20 in Rd. 1

Piotr Strus vs. Jay Silva endete unentschieden (29:29, 29:29, 28:29)
Goran Reljic bes. Tomasz Narkun nach Punkten (29:27, 29:27, 29:29)
Mateusz Gamrot bes. Łukasz Chlewicki einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:28)
Artur Sowiński bes. Vaso Bakocevic nach Punkten (29:28, 29:28, 28:29)

Vorprogramm
Karol Celiński bes. Tomasz Kondraciuk via T.K.o.(Handtuch) nach 2:06 in Rd. 3
Robert Radomski bes. Mateusz Piskorz nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)