MMA - Europa

KSW 24: Pudzianowski gewinnt Rückkampf gegen McCorkle

Mariusz Pudzianowski (Foto: Nazariy Kryvosheyev/Groundandpound.de)

KSW 24 ist Geschichte und es gibt das eine oder andere überraschende Ergebnis zu vermelden: Mariusz Pudzianowski konnte sich im Rückkampf gegen Sean McCorkle nach Punkten durchsetzen und Mittelgewichtschampion Michal Materla ging, ebenfalls in einem Rückkampf, gegen Jay Silva K.o. Mit Karol Bedorf wurde zudem der erste KSW-Schwergewichtschampion gekrönt.

„Pudzian“ ist zurück
Mariusz Pudzianowski ist noch nicht am Ende. Zweifelten nach der Niederlage gegen Sean McCorkle im letzten Kampf noch viele am Fortgang seiner MMA-Karriere, konnte der mehrfache Strongman-Champion nun im Rückkampf einen Punktsieg einfahren – und zwar einen deutlichen. „Pudzian“ hielt sich dieses Mal strikt an den Plan und brachte McCorkle konsequent zu Boden. Dort kontrollierte er den Ex-UFC-Kämpfer aus der Oberlage und konnte, nach einem Sweep, selbst aus der Unterlage noch mehr Schaden anrichten, als sein konditionell offenbar desaströs eingestellter Gegner. Nach zwei Runden erklärten ihn die Punktrichter daher zum einstimmigen Punktsieger.

Karol Bedorf schlägt olympischen Helden
KSW hat seinen ersten Schwergewichtschampion: Karol Bedorf besiegte den polnischen Volkshelden Pawel Nastula durch T.K.o. und trägt damit als erstes Schwergewicht in der Geschichte von KSW einen Gürtel um der Hüfte. Nastula, Pride-Veteran und Judo-Olympiasieger von 1996, begann aktiv und kannte praktisch nur den Vorwärtsgang. Bedorf blieb dagegen abwartend und reagierte gleich zu Beginn mit einem Highkick, der Nastula ordentlich durchrüttelte. Im weiteren Verlauf vermied Bedorf den Bodenkampf, bis er Nastula in Runde zwei schließlich am Seil stellen und mit einem Schlag zu Boden befördern konnte. Nastula rutschte im Gerangel durch die Ringseile, weshalb der Ringrichter unterbrach. Statt den Kampf in der Ringmitte neu zu starten, wurde er jedoch abgewunken. Pawel Nastula, schon in der Rundenpause schwer außer Atem, war unfähig aufzustehen und weiter zu machen. Bedorf wurde somit zum Sieger durch T.K.o. erklärt.

Mittelgewichtschampion ausgeknockt
Michal Materla wurde zum ersten Mal nach über sechs Jahren geschlagen. Jay Silva, der ihm im vergangenen Jahr bei KSW 19 bereits das Leben schwer gemacht hatte, schaffte es, den Mittelgewichtschampion in der zweiten Runde auszuknocken. Der Kampf begann mit einem starken Materla, der Silva mit einem guten Treffer zu Boden beförderte. Dort sicherte er sich zügig den Rücken und attackierte mit Ground and Pound. Silva monierte immer wieder Hinterkopfschläge – zu Recht, vom Ringrichter blieben sie jedoch ungeahndet.

Rear-Naked Choke-Versuche Materlas konnte Silva abwehren und sich in die Pause retten. Die zweite Runde begann Silva aggressiver als die erste. Er verteidigte einen missglückten Takedown Materlas, ließ ihn ins Leere laufen und schockte ihn mit einem rechten Aufwärtshaken. Anschließend ließ er noch einen und noch einen folgen und beendete den Kampf mit einem weiteren Folgetreffer am Boden. Der Titel stand in diesem Rückkampf nicht auf dem Spiel, es steht zudem eins zu eins zwischen beiden Kämpfern – es könnte also möglicherweise zu einem weiteren Duell der beiden kommen.

Vorprogramm
Im letzten Kampf des Vorprogramms musste der Amerikaner Ben Lagman erneut eine vorzeitige Niederlage hinnehmen. Im Juni verlor er sein KSW-Debüt gegen Aslambek Saidov durch Submission, nun ging er gegen Borys Mankoswki in der zweiten Runde T.K.o. Der Kampf wurde fast ausschließlich im Stand geführt und Lagman kam kaum dazu, Offensivaktionen zu zeigen. Im zweiten Durchgang erwischte Mankowski Lagman mit einem rechten Haken und schickte ihn auf die Bretter, wo er gnadenlos nachsetzte und den Kampf beendete.

Fliegengewichtschampioness Karolina Kowalkiewicz gelang ein dominanter Punktsieg über Simona Soukupova, die als später Ersatz für die verletzte Jasminka Civa eingesprungen war. Soukupova hatte zu keinem Zeitpunkt gute Momente, nahm unglaublich viele Hände im Stand und musste sich am Boden immer wieder Submissions erwehren. Nach drei unglaublich dominanten Runden wurde Kowalkiewicz zur einstimmigen Punktsiegering erklärt. Ihr Titel stand nicht auf dem Spiel.

Einer der meisterwarteten Kämpfe des Abends war das MMA-Debüt von K-1-Veteran Paul Slowinski. Der hatte mit Marcin Rozalski einen Gegner bekommen, der sich ebenfalls im Stand wohlfühlt. Das Kampfende kam dennoch am Boden. Slowinski konnte zunächst mit seinen starken Lowkicks punkten, die nahm Rozalski allerdings problemlos und behielt im Stand die Überhand. Nach gut drei Minuten fasste er sich dennoch ein Herz und suchte den Takedown – der gelang. Nach kurzem Ground and Pound versuchte Slowinski aufzustehen. Rozalski sicherte sich den Rücken seines Gegners und finalisierte ihn mit einem Rear-Naked Choke – der ersten Submission seiner Karriere.

Der Kampf zwischen Anzhor Anziev und Artur Sowinski endete schnell und frustrierend. Nachdem beide Kämpfer zu Boden gingen, feuerte Anziev in der Guard Sowinkis einen Headbutt gegen dessen Nase ab. Unabsichtlich oder nicht – das war eine dumme Aktion. Sowinkis Nase war gebrochen, der Kampf wurde abgewunken und zum No Contest erklärt.

Im ersten Kampf des Abends musste sich UFC-Veteran Andre Winner, der ursprünglich gegen den verletzten Leichtgewichtschampion Maciej Jewtuszko um den Titel kämpfen sollte, dem ungeschlagenen polnischen Talent Mateusz Gamrot geschlagen geben. Winner begann zu verhalten, tat zu wenig und wurde schließlich vom starken Ringer zu Boden befördert, wo er auch wenig zeigen konnte. Die zweite Runde bot dasselbe Bild, erst in Runde drei drehte Winner ein wenig auf – doch es war zu spät. Gamrot gewann nach drei Runden einstimmig nach Punkten.

Die Ergebnisse des Abends in der Übersicht:

KSW 24: Clash of the Giants
28. September 2013
Atlas Arena in Lodz, Polen

Mariusz Pudzianowski bes. Sean McCorkle nach Punkten

KSW-Schwergewichtstitelkampf
Karol Bedorf bes. Pawel Nastula via T.K.o in Rd. 2
Jay Silva bes. Michal Materla via K.o. in Rd. 2

Vorprogramm
Borys Mankowski bes. Ben Lagman via T.K.o. in Rd. 2
Karolina Kowalkiewicz bes. Simona Soukupova nach Punkten
Marcin Rozalski bes. Paul Slowinski via Submission (Rear-Naked Choke) in Rd. 1
Anzhor Anziev vs. Artur Sowinski endete im No Contest
Mateusz Gamrot bes. Andre Winner nach Punkten