MMA - Europa

KSW 23: Khalidov submittet Manhoef

Melvin Manhoef unterlag Mamed Khalidov im Hauptkampf von KSW 23. (Foto: Nazariy Kryvosheyev/Groundandpound.de)

Die 23. Ausgabe von Konfrontacja Sztuk Walki ist vorüber und es gab wenige Überraschungen. Wie immer präsentierte sich Polens Premium-Organisation mit einer bombastischen Show, wie immer gewann Top-Star Mamed Khalidov souverän im Hauptkampf und wie bei fast jedem Kampfsport-Event gab es ein diskutables Punkturteil. Die Ergebnisse von KSW 23.

Mamed Khalidov ließ auch bei seinem 14. KSW-Auftritt keinen Zweifel an seiner Vormachtstellung im polnischen MMA. Wie erwartet, hielt er sich gegen Striking-Spezialist Mamed Khalidov nicht lange im Stand auf, sondern verlagerte den Kampf nach gut zwei Minuten auf den Boden. Zwar konnte Manhoef einen Takedown des gebürtigen Tschetschenen sprawlen, wurde anschließend jedoch überlaufen und mit einem Standing Guillotine Choke attackiert. Manhoef versuchte, sich mit einem mächtigen Slam zu befreien, landete aber in der Halfguard Khalidovs und musste kurz darauf tappen.



Pudzianowskis Stern sinkt weiter
Mit UFC-Veteran Sean McCorkle hatte KSW-Kult-Kämpfer Mariusz Pudzianowski eine seiner bisher schwersten Aufgaben vor der prallen Brust – und scheiterte kläglich. Konnte er „Big Sexy“ zu Beginn im Stand noch mit wilden Schwingern beeindrucken, war nach einem Takedown des Amerikaners schnell Schluss. Mit einem Kimura-Schulterhebel zwang McCorkle den fünffachen Strongman-Champion zum abklopfen.

Glaubt man KSW-Chef Martin Lewandowski, liegt die Krux in der mangelhaften Vorbereitung des 36-Jährigen. Das zumindest verriet er Groundandpound.de nach dem Kampf. Schon bei der nächsten KSW-Veranstaltung im September soll „Pudzian“ erneut in den Ring steigen – es wird sich zeigen, ob er bis dahin aus seinen Fehlern gelernt hat.

Knapper Sieg für Materla
KSW-Mittelgewichtschampion Michal Materla verteidigte seinen Gürtel knapp gegen UFC-Veteran Kendall Grove. Nach einer Extra-Runde setzte sich der polnische BJJ-Spezialist nach Punkten durch. Das Urteil ging in Ordnung, Materla bestimmte die Extra-Runde mit einem Takedown und anschließender Kontrolle aus der Oberlage. Nur hätte es zu einer solchen vierten Runde unter Umständen gar nicht erst kommen müssen.

Grove hielt sich seinen kleineren Gegner im ersten Durchgang gut mit der Führhand auf Distanz, trotz flüssigen Meidbewegungen blockte Materla zu viele von Groves Händen mit dem Gesicht. Dementsprechend gezeichnet war der Pole bereits nach Runde eins. Im zweiten Durchgang setzte Materla endlich zu einem Takedown an, den Grove jedoch verteidigen konnte. Nach einem weiteren Versuch musste Grove doch zu Boden, verteidigte dort einen Kimura und konnte Grove schon bald sweepen. Lediglich in der dritten Runde konnte Materla wirklich mit Takedowns und Top-Kontrolle überzeugen – für die Punktrichter reicht das dennoch, um eine Zusatzrunde anzusetzen. Ein enttäuschter Kendall Grove bedachte das Publikum zum Dank mit Mittelfingern und forderte einen Rückkampf.

Saidov mit klarem Sieg in Nicht-Titelkampf
Mit drei Niederlagen aus den letzten vier Kämpfen und nur vier Wochen Vorbereitungszeit kam der Strikeforce und Bellator-erfahrene Ben Lagman als klarer Außenseiter in den Kampf gegen KSW-Weltergewichtschampion Aslambek Saidov. Zu Recht, wie sich herausstellte. Im Stand, aber vor allem am Boden konnte Saidov den Amerikaner dominieren. Zwar konnte Lagman in der ersten Runde noch alle Submission-Attacken Saidovs abwehren, musste im zweiten Durchgang aber schließlich doch in einem Armstreckhebel aufgeben.

Dominanter Turniersieg bei den Damen
Wenig Zeit ließen sich die einzigen beiden Damen auf der Card. Sofort tauschten sie Schläge in der Ringmitte. Marta Chojnoska landete allerdings zügig auf dem Boden, wo sich die Kickbox-Spezialistin ganz und gar nicht zu Hause fühlt. Dort übernahm Kowalkiewicz das Ruder, sicherte sich den Rücken ihrer Gegnerin, würgte sie ab und schnappte sich damit den Damen-Gürtel im Fliegengewicht.

Das Vorprogramm
Mateusz Zawadzki hatte es von Beginn an nicht leicht gegen seinen Landsmann Mateusz Gamrot, musste mehrfach zu Boden und wurde dort kontrolliert. Im zweiten Durchgang feuerte Gamrot aus der Oberlage derart hartes Groud and Pound ab, dass es Zawadzki nur mit Mühe und Not in die Pause schaffte – und zur dritten Runde gar nicht mehr antrat.

Im Opener des Abends setzte sich der Brasilianer Luiz Ricardo Simon einstimmig nach Punkten gegen Mateusz Piskorz durch.

Konfrontacja Sztuk Walki 23
8. Juni 2013
Ergo Arena in Danzig, Polen

Superfights
Mamed Khalidov bes. Melvin Manhoef via Guillotine Choke nach 2:09 in Rd. 1
Sean McCorkle bes. Mariusz Pudzianowski via Kimura nach 1:57 in Rd. 1

KSW-Mittelgewichtstitelkampf
Michal Materla bes. Kendall Grove einstimmig nach Punkten (nach Extrarunde)

Aslambek Saidov bes. Ben Lagman via Armbar nach 4:22 in Rd. 2

KSW-Fliegengewichtstitelkampf
Karolina Kowalkiewicz bes. Marta Chojnoska via Rear-Naked Choke nach 1:11 in Rd. 1

Vorprogramm
Mateusz Gamrot bes. Mateusz Zawadzki via T.K.o. (Aufgabe in Ringecke) nach 5:00 in Rd. 2
Luiz Ricardo Simon bes. Mateusz Piskorz einstimmig nach Punkten

Interviews mit den Kämpfern von KSW 23 gibt es auf www.gnp-tv.de. Eine Fotogalerie, mit Bildern des Kampfabends findet sich in Kürze auf der Facebook-Präsenz von Groundandpound.de.