MMA - Europa

Hepatitis, Syphilis und AIDS geht uns nichts an?!

- Beim MMA haben die Trainer, der Ringarzt und die Kampfrichter die wichtige Aufgabe, die Kämpfer zu schützen. Doch wie schützen sich die Athleten selbst? Oder gar ihre Gegner? Bei der FFA ist ein ausführlicher Gesundheitscheck vor dem Kampftermin Pflicht. Die jeweiligen Gesundheitszeugnisse müssen unsere Kämpfer vor jeder Veranstaltung dem Arzt vorlegen.

Nun bietet die FFA für ihre Mitglieder eine (noch) freiwillige, aber kostenlose Untersuchung nach internationalen Standarts an.

HIV, Hepatitis A, B, C und Syphilis sind nur einige der möglichen Ansteckungsrisiken, die ausgeschlossen werden sollten, bevor ein Kämpfer in den Ring gelassen wird.

Aber auch darüber hinaus sollten sich Kämpfer Gedanken um ihre Gesundheit machen. So ist es bei allen großen internationalen MMA-Veranstaltern inzwischen Pflicht, dass die Athleten ein aktuelles MRT/CT und einen Bluttest vorlegen. Damit werden Infektionen und körperliche Schäden zwar nicht ausgeschlossen, das Risiko wird allerdings deutlich minimiert.

Die komplette Untersuchung findet in Berlin statt und dauert einen Tag. Der Schwerpunkt liegt im Bereich des Stütz- und Bewegungsapparates, zu dem gehören Sehtest, Hörtest und eine Überprüfung der Lungenfunktion dazu. Blut und Urin werden nach Infekten und Drogen untersucht, darüber hinaus wird der Kopf der Kämpfer mit bildgebenden Verfahren untersucht. Dies ist insbesondere Pflicht nach Verletzungen oder Sperren nach einem Kopf-KO.

Der Verband erhält aus der Medizinabteilung ein Schreiben, in dem die Kampftauglichkeit der Athleten mit Datum beurteilt wird – und zwar in den Kategorien Ja und Nein. Details zu einzelnen medizinischen Untersuchungen erhält der Verband nicht.

Die Untersuchungstermine bzw. die Wunschdaten für die Untersuchungen werden über den Verband koordiniert.

Untersucht wird u.a. folgendes:

Blutuntersuchung: großes Blutbild und Blutsenkungsgeschwindigkeit; 3 Leberwerte (GPT, GOT, GGT, 2); Nierenwert (Krea, 2); Elektrolyte (Na, K, Ca, 2); Blutgerinnung (Quick; PTT, INR).

Infektologie: Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht, fäkal-oral, 2), Hepatitis B (Serumgelbsucht, Sex, I.V. Drogenabhängige etc., 2); Hepatitis C (Sex, I.V. Drogenabhängige etc., 2); HIV, Syphilis.

Urin: Urinstatus und Urinsediment.

diverse Drogenteste

MRT Schädel mit MR-Angio

CT-Schädel / MRT Schädel / Sono

Die Syphilisdiagnostik wurde hinzugenommen, da diese Untersuchung in Europa von den Belgiern und international von einigen Verbänden - speziell im Boxen - verlangt wird.

Hepatitis A: sie wird mit untersucht, denn sie überträgt sich als sogenannte Schmierinfektion, und das ist einer der häufigsten Übertragungswege.

CT-Schädel / MRT Schädel / So. Bei schwerem Kopf-KO. Bei der einmaligen Hauptuntersuchung, bzw. bei geplanten vorzeitigem Aufhebungswillen einer der Sperre von über 3 Monaten.

Blutungen, auch punktuelle sowie Kontusionsherde (Hirnerschütterung, 2), sind im CT gut erkennbar. Indirekte Anzeichen, die beispielsweise auf eine dementielle Entwicklung hinweisen könnten, sind im MRT besser sichtbar. Korrelate wie bei einer Alzheimer Demenz hatten wir übrigens schon mehrfach bei Boxern gefunden.

Bei älteren Kämpfern wird ab dem 35./37. Lebensjahr ein erneutes MRT Schädel gefordert.

- Mit CT, MRT, Sono ist gemeint, dass wir sofort über die gesamte Palette bildgebender Diagnostik verfügen, falls Verletzungen oder andere gesundheitliche Beschwerden im Rahmen der Untersuchung zur Sprache kommen.

- Auf Wunsch können weitere Laboruntersuchungen veranlasst werden, da ja bereits Blut abgenommen worden ist.