MMA - Europa

Fighter Galla Fight Night 14

Am Samstag wurde der sonst so als kühl bekannte Norden um einige Grad heißer, denn im dänischen Sonderborg an der Ostsee zum bereits 14. mal lud das Veranstalterteam John Thomsen und Mads Kristesen in die Humlehojhallen zur Fighter Galla Fight Night. Auch sechs Kämpfer aus deutschen Teams streiften sich die Handschuhe über – und Groundandpound.de war vor Ort.

Thomas K. Knudsen vs Sascha Valentic (90kg)

Valentic, der Kämpfer vom Gym Ardalan aus Hamburg, hatte vor dem Kämpf im persönlichen Gespräch seine Marschrute schon klar vorgezeichnet. „Heute kracht es richtig!“, gab er uns zu verstehen, und meinte damit, dass sein Ziel für diesen Kampf ein deutlicher K.o.-Sieg im Stand wäre. In seinem dritten MMA-Kampf (1-1) wollte er sich also auf seine Erfahrung aus zahlreichen Kick- und Thaiboxkämpfen verlassen.

Valentics Kickboxqualitäten waren wohl auch seinem Gegner vom Free-Fight-Team aus Frederikssund (DK) nicht verborgen geblieben, und so versuchte dieser auch gleich von Anfang an die Distanz zu überbrücken, um dem deutschen Kämpfer keine Möglichkeit zur Entfaltung seiner Fähigkeiten zu geben.

Nach kurzem Abtasten zwang Knudsen daher Valentic auch gleich in den Clinch am Zaun, um ihn dann wenig später durch einen Takedown eine Etage tiefer zu befördern. Am Boden arbeitete der Däne mit hartem Ground and Pound zum Kopf von Valentic. Dieser war nun gezwungen, entgegen seinem Plan, in einem kräftezehrenden Bodenkampf seine Grappling-Künste unter Beweis zu stellen. Dabei arbeitete er lange an einem Kneebar, während sein Gegner weiter mit Schlägen zum Kopf Punkten konnte. Zum Ende der Runde sicherte sich Valentic zumindest noch die Oberlage in der Halfguard von Knudsen.

Auch die zweite Runde entwickelte sich entgegen der Vorzeichen eines Kampfes im Stand-Up. Diesmal war es sogar Valentic, der aus dem Clinch heraus seinen Kontrahenten auf den Boden brachte. Hier konnte er sich die Mount sichern und einen Armbar-Versuch anbringen. Dem folgte wiederum der Versuch eines Kneebar. Der am Boden aber sehr sicher wirkende Knudsen konnte diese Angriffe alle abwehren und sich dann in der Guard etwas Ruhe sichern.

Daraufhin präsentierten die beiden Kämpfer dem erstaunten Publikum ein weiter spannendes Hin und Her am Boden mit wechselnden Positionen bis zum Ende dieser Runde.

Am Ende des Kampfes sahen die Punktrichter Thomas K. Knudsen vor einem sichtlich enttäuschten Sascha Valentic und sprachen ihm den Sieg zu.

Anzor Dokaev vs. Karolis Jakavonis (65kg)

Auch der Co-Hauptkampf des Abends fand unter deutscher Beteiligung statt.
Anzor Dokaev von der Jab-Factory aus Geeshtacht hatte es hier mit dem Lokalmatador Karolis Jakavonis vom MMA-Team aus Sonderborg zu tun. Dementsprechend laut in der Halle wurde es auch schon beim Einmarsch der Kämpfer.

Doch Dokaev hatte sich scheinbar vorgenommen, sich davon nicht beeindrucken zu lassen, und startete nach kurzem Abtasten mit mutigen Händen zum Kopf von Jakavonis. Dieser arbeitete, getragen vom heimischen Publikum, souverän aus der Ringmitte und überlies Dokaev dabei die langen Wege.

Der Kämpfer aus dem jungen Team nahe Hamburg versuchte, die scheinbare Ruhe seines Gegners durch weitere Angriffe mit Boxtechniken zum Kopf zu stören. Doch bei einem dieser Angriffe wurde er dann von Jakavonis eiskalt abgekontert und mit einem gut platzierten Haken zu Boden geschickt. Dies war für den durchweg guten Ringrichter genug, um den Kampf an dieser Stelle abzubrechen und somit den Sieg an den Dänischen Kämpfer zu geben.

Martin Eiby vs. Omar Kavakli (65kg)

Diese rein dänische Auseinandersetzung war über weite Strecken von einem Kampf im Stand-Up geprägt, nur unterbrochen durch zwei Timeouts auf Grund von Tieftritten und wirklich ganz kurzem Kontakt mit dem Boden durch Takedown-Versuche. Die erstgenannten Unterbrechungen gingen auf das Konto von Eiby und die zweiten auf das von Kavakli.

Nach fast drei Runden hatten sich wohl schon fast alle Zuschauer auf eine Punktentscheidung eingestellt, da konterte Eiby einen Angriff von Kavakli mit einem rechten Haken zum Kopf und schickte ihn unsanft dann doch noch zu Boden.

Es folgte hartes Ground and Pound von Eiby und der Ringrichter musste eingreifen, um den Kampf zu Gunsten von Eiby zu beenden.

Michel Bahr vs. Julius Prütz (76kg)

Das einzige K-1-Duell des Abends war ein deutsch-deutsches Aufeinandertreffen eines langgewachsenen Julius Prütz von den Förde Fightern aus Flensburg und dem daher in der Reichweite unterlegenen Michel Bahr, vom Athletik Klub Ultra aus Neumünster.

Prütz konnte so also auch mit seinen Reichweitevorteilen Bahr den Kampfverlauf zumindest räumlich aufzwingen. Doch durch überfallartige Angriffe mit gut platzierten Händen vermochte Bahr dennoch wichtige Treffer zu setzen.

Während Prütz sich verständlicherweise mehr auf Kick- und Knietechniken verließ, kam Bahr viel über die Außenbahn, besonders mit dem linken Kopfhaken. Nach drei unterhaltsamen Runden sahen die Punktrichter den Kämpfer aus Neumünster vorne und erklärten Michael Bahr zum Sieger dieses Kampfes.

Mazu Elsayed vs. Thomas Lopez (65)

Das erste was in diesem dänischen Duell auffiel, war das hohe Tempo. Hauptsächlich im Stand geführt, versuchte Elsayed dabei durch den Einsatz von Highkicks in Richtung Lopez´ Kopf den Kampf schon früh zu beenden. Dieser wiederum versuchte durch ein gutes Auge und viele Meidbewegungen im Oberkörper, eben genau das zu verhindern. Schon in der ersten Runde wäre dies, aus Sicht von Lopez, aber auch schon fast schief gegangen.

Denn einer der Highkicks traf so gut, dass er ihn zu Boden schickte. In der zweiten Runde versuchte Lopez daher wohl auch den Kampf auf den Boden zu verlagern und packte nach schnellen Händen einen Single-Leg aus, Elsayed vermochte sich am Boden jedoch gut zu verteidigen.

10 Sekunden vor Ende des Kampfes hatte Lopez den Sieg sprichwörtlich in den Händen, in dem er Elsayed in einer Standing Guillotine scheinbar kurz vor dem Abklopfen hatte. Der Ringgong rettete ihn und gab die Entscheidung an die Punktrichter weiter. Diese sahen beide gleichauf und gaben den Kampf unentschieden.

Martin Richter vs. Mohammed A Halim (72kg)

Richter, ein weiterer Kämpfer vom Hamburger Team Ardalan, hatte es in seinem Kampf mit zwei Gegnern zu tun. Zum einen mit Halim, vom MMA-Team aus Sonderborg, und zum anderen mit dem heimischen Publikum, welches lautstark, absolut fair aber geschlossen, hinter dem Kämpfer aus Sonderborg stand.

Nach anfänglichen Jabs und Lowkicks versuchte Halim durch einen Takedown den Kampf auf den Boden zu verlagern. Richter konterte diesen Angriff mit einem Guillotine Choke, welcher jedoch den Kampf nicht beenden konnte.

Die zweite Runde verlief dann sehr ähnlich, wobei Richter den Kampf nun fast durch einen Armbar hätte beenden können. Die Cage-Wand verhinderte hier vermutlich eine Entscheidung, und so waren wieder die Punktrichter gefragt. Diese sahen Richter vor Halim und bescherten dem Publikum eine Heimniederlage.

Louis Gilmann vs. Kevin Ruder (86kg)

Beginnend mit Händen und Knien brachte Gilmann durch einen Trip Takedown seinen Gegner und damit auch den weiteren Kampfverlauf auf den Boden. Nach verschiedenen Positionswechseln sicherte sich Gilmann 10 Sekunden vor der Pause die Backmount, konnte sie aber nicht gewinnbringend vor der Pause nutzen.

Auch in der zweiten Runde, welche ebenso hauptsächlich durch Grappling-Aktionen dominiert war, wirkte Gilmann aktiver und hatte die besseren Positionen. Dies sahen nach dem Ende des Kampfes die Punktrichter wohl ähnlich und erklärten Gilmann zum Sieger.

Minel Selimovic vs. John Ritter-Ulrich (83kg)

Als erster der Deutschen im Auslandseinsatz an diesem Abend, betrat Ritter-Ulrich, ebenso vom Team Ardalan, den Käfig. Sein dänischer Gegner Selimovic startete jedoch besser in den Kampf.


Er traf Ritter-Ulrich sowohl mit den Fäusten, als auch mit dem Knie, und offenbarte damit bei ihm die eine oder andere Schwäche im Stand. Diese konnte der deutsche Kämpfer jedoch durch gute Takedowns und Positioning am Boden wieder wettmachen.

Zwingend verstand es jedoch keiner der beiden Kämpfer, einen Vorteil zu einem Sieg zu verwerten, und so waren am Ende die Punktrichter gefragt. Doch diese hatten auf ihren Punktzetteln auch keinen eindeutigen Vorteil ausmachen können, und werteten daher den Kampf als unentschieden.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

FG Fight Night 14
22.November 2014
Humlehojhallen, Sonderborg, DK

MMA
Thomas K. Knudsen bes. Sascha Valentic nach Punkten
Karolis Jakavonis bes. Anzor Dokaev via T.K.o. in Rd.1 (RSC)
Martin Eiby bes. Omar Kavakli via T.K.o. in Rd.3 (RSC)

K1
Michael Bahr bes. Julius Prütz geteilt nach Punkten

Shootfighting
Mazu Elsayed vs. Thomas Lopez Kampf endete unentschieden
Martin Richter bes. Mohammed A Halim nach Punkten
Louis Gilmann bes. Kevin Ruder nach Punkten
Minel Selimovic vs. John Ritter-Ulrich endete unentschieden