MMA - Europa

Fight Club Plauen Resultate

An einem unglaublich heißen Nachmittag machten wir uns auf den Weg ins schöne Plauen, um beim Fight Club Zeuge spannender K-1 und Boxkämpfe zu werden. Natürlich stand aber auch MMA auf dem Programm und mit der Rückkehr des „Pitbull“ Marko Zschörner, sowie einem Rematch zwischen Hendrik Nietzsche und Dominique Stetefeld gab es einiges auf das man sich freuen konnte.

Los ging es mit einem K-1 Kampf zwischen Oliver Meyer, von den Bremer Tsunami Jungs, der gegen den einheimischen Florian Fiedler unglücklich nach Punkten verlor, nachdem dieser ihm einen Cut verpasste und der Kampf vom Ringarzt abgebrochen wurde. Erwähnt werden sollte aber auf jeden Fall noch der Judoreife Takedown, den Meyer in der ersten Runde vollführte. Vielleicht plant der junge Fighter ja noch einen Wechsel zum MMA.

Die zweite Begegnung des Abends war ein Ost-Derby im K-1, zwischen dem Dresdner Christoph Gärtner und dem Geraer Johannes Henschel . Von Henschels stämmiger Statur sollte man sich nicht täuschen lassen, der Junge kam definitiv zum kämpfen. Gärtner machte in den ersten beiden Runden jedoch ein wenig mehr Druck als sein Gegner aus Thüringen und verdiente sich nach drei hart umkämpften Runden den Punktsieg.

Andreas Wagner, ein weiterer Kämpfer aus Gera, bekam es im nächsten Kampf mit dem plauener Lokalmatador Andy Otzovsky zu tun. Auch hier wurde nach den beliebten K-1 Regeln gekämpft. Otzovsky war der klar bessere Mann und deckte Wagner, der sich konsequent im Rückwärtsgang befand, mit weiten Schwingern ein. Auch in Runde zwei bot sich das gleiche Bild: Otzovsky attackierte mit Kick-Schlag-Kombos, Wagner bewies eine Menge Herz, doch machte zu wenig. Am Ende der dritten Runde hieß der klare Sieger deshalb: Andy Otzovsky.

Der vierte Kampf des Abends war gleichzeitig der erste MMA-Fight. Wir waren natürlich gespannt. Jan Tettenborn und Steve Steitz vergeudeten auch keine Zeit mit abtasten, sondern gingen direkt in die Halbdistanz und endeten schließlich im Clinch. Nach diversen Trip-Takedown- und Wurfversuchen, sowie mehreren Sweeps auf dem Boden, landete Steitz schließlich in der Mount. Er entlud einen Schlaghagel, von dem jedoch die wenigsten Fäuste trafen. Also hörte er auf seinen Trainer und ging bedachter vor. Durch eine Art Unterarmchoke tappte Tettenborn schließlich in Runde eins.

Zurück im K-1 standen sich Pavel Debski und Nick Oehmen gegnüber. Oehmen hielt dem anfänglichen Sturm Debskis gut stand und brachte im Anschluss daran eigene gute Treffer an. Am Ende des ersten Durchgangs landete er eine 1-2 Kombination und schloss diese mit einem schönen Knie ab. Der sichtlich angeschlagene Debski musste daraufhin vor dem Pausengong noch einige Treffer nehmen. In Runde zwei schien Oehmen Blut geleckt zu haben und attackierte ständig mit guten Kniestößen. Mit langen Händen verfolgt er Debski durch den Ring, zog im Schlagabtausch aber ein ums andere mal den Kürzeren. Runde drei begann Ohmen mit einem spektakulären Flying Knee, dass vom anwesenden Publikum natürlich nicht unbemerkt blieb. Leider kein Volltreffer, dennoch ein Warnschuss. Auch im dritten Durchgang war Oehmen klar aktiver und bestimmte mit langen Händen den Kampf. Nach drei Runden gehörte der Punktsieg daher verdient Nick Oehmen.

Kampf sechs war für MMA-Fans besonders interessant, denn das neuste M1-Challenge Team Germany Mitglied Marko Zschörner feierte nach zweijähriger Abstinenz seine Rückkehr in den Ring. Der Kampf gegen Marcel Krumbholz sollte als Generalprobe für die Challenge gegen das World Team, am 16. August, dienen. Viele waren gespannt, in welcher Verfassung der „Pitbull“ auftauchen würde. Es war ein kurzes Intermezzo. Nach nur wenigen Sekunden versuchte Krumbholz einen Takedown. Zschörner verteidigte diesen jedoch und sprang direkt in die Guillotine. Krumbholz blieb nichts anderes übrig, als zu tappen.

Nach der etwas langen Pause ging es weiter mit K-1 Action. Felix Parizski war technisch klar besser als sein Gegner Suleiman Madaev. Mit guten Lowkicks dominierte er den kompletten Kampf. Mit fortschreitender Zeit wurde Madaevs Bein immer farbiger und Parizskis Attacken immer variabler. Madaev versuchte zu kontern, traf aber nur vereinzelt. Nach drei Runden hieß der Sieger nach Punkten daher Felix Parizski.

Der einzige Kampf des Abends, der nach den klassischen Queensberry Regeln ausgetragen wurde, stand als nächstes auf dem Programm. Boxer Andreas Hahn trug statt der normalen Boxstiefel ein paar Laufschuhe. Vielleicht waren dies ja auch sein Geheimnis, denn von Minute eins an marschierte er nach vorn. Sein Gegner Sven Krüger versuchte sich hinter der Doppeldeckung zu verschanzen und ab und an am Seil eine Serie von Körpertreffern anzubringen. Die meiste Zeit befand er sich jedoch im Rückwärtsgang. Die weiten Schwinger, die er von Zeit zu Zeit als Konterattacken schlug schienen ihm darüberhinaus mehr und mehr die Kraft zu rauben, denn zu Beginn der zweiten Runde war Krüger völlig erschöpft und nahm eine Schlagserie nach der anderen. Zur dritten Runde trat er nicht mehr an und Hahn wurde der Sieg durch Aufgabe zuerkannt.

 

Wieder im Mixed Martial Arts Regelwerk angekommen, waren Lokalmatador Andre Geißler und Nordlicht Kalle Düßmann zunächst etwas vorsichtiger als ihre Kollegen in den bisherigen MMA-Kämpfen. Andre Geißler gelangen wiederholt gute Takedowns, jedoch fehlte ihm anschließend ein wenig die Kreativität, so dass die Kämpfer wieder aufgestellt wurden. Diesen Fehler beging er in Runde zwei allerdings nicht noch einmal. Nach einem blitzschnellen Takedown, bei dem Düßmann fast aus dem Ring gefallen wäre, und einem Neustart in der Mitte des Rings, poundete Geißler seinen Gegner aus und holte sich somit den Sieg.

 

Der folgende K-1 Kampf war zu Beginn recht ausgeglichen. Johann Schierling zeigte gute Lowkicks, Johannes Poch schöne lange Hände. In Runde zwei wirkte Poch dann allerdings ein wenig fokussierter und punktete mit den Fäusten. Schierling war ebenfalls sehr aktiv, wirkte jedoch zunehmend erschöpfter. In Runde drei erlangte Poch endgültig die Oberhand und trieb Schierling mit Kick-Schlag-Kombinationen durch den Ring. Der versuchte zu kontern, konnte aber nicht mehr viel ausrichten. Ein sehr schöner Fight von beiden Kämpfern und im Grunde der Showstealer des Abends. Die Entscheidung, wer hier gewonnen hat, wäre auch uns schwergefallen. Das Punktgericht entschied sich 2-1 für Johannes Poch.

 

Nun war es Zeit für das Rematch. Hendrik Nietzsche und Dominique Stetefeld standen sich bereits im vergangenen Jahr beim Fight Club in Plauen gegenüber. Damals gelang Nietzsche der Sieg, doch es war kein leichter. Beiden Kämpfern merkte man die gemeinsame Vorgeschichte an, denn sie tasteten sich vorsichtig ab. Ab und an stürmte Stetefeld nach vorn und attackierte kurz, löste sich allerdings sofort wieder und taktierte weiter. Schließlich gelang ihm ein sehr schöner Takedown und er begann zu pounden. Nietzsche drehte sich sofort in seinen Lieblingsmove, den Fußhebel. Stetefeld verteidigte vorerst gut, konnte nach mehreren Konterversuchen und Rollen aber nicht anders und tappte kurz vor Ende der ersten Runde aus.

 

Im vorletzten Fight des Abends erwartete die Zuschauer ein Kickboxkampf mit Lowkicks. Lokalheld Robert Wels war von Beginn an sehr aggressiv, sein Gegner Adem Kantar war eher abwartend. Er suchte Lücken bei Wels, fand eine und kickte in die Rippen. Wels ging zu Boden und wurde angezählt. Zu Beginn der zweiten Runde wurde Wels gecuttet, der Kampf ging aber weiter. Kantar machte nun jede Menge Druck und traf mit einem Haken die Leber von Wels. Der wurde wieder angezählt, kam bei zehn nicht auf die Beine und verlor somit den Kampf.

Der Hauptkampf des Abends endete leider enttäuschend für die teilnehmenden Kämpfer Florian Lerdem und Matthias Buchta. Der über 100 kg schwere Buchta erwischte seinen Gegner versehentlich mit einem Kniestoß tief. Der kam nicht wieder auf die Beine. Seltsamerweise wertete man den Kampf nicht als No-Contest, sondern zählte die Punkte aus und sprach Buchta somit den Sieg zu.

Alles in allem ein etwas bizarres Ende einer kurzweiligen Veranstaltung, bei der sich viele Newcomer und einheimische Kämpfer ihre Sporen verdienen konnten.

Anbei die Ergebnisse im Überblick:

Fight Club Plauen
05. Juli 2009
Sportpark Plauen

Florian Fiedler besiegt Oliver Meyer einstimmig nach Punkten (Nach Abbruch in Rd. 2)
Christoph Gärtner besiegt Johannes Henschel einstimmig nach Punkten
Andy Otzovsky besiegt Andreas Wagner einstimmig nach Punkten
Steve Steitz besiegt Jan Tettenborn per Submission (Unterarmchoke, Rd. 1)
Nick Ohmen besiegt Pavel Debski einstimmig nach Punkten
Marko Zschörner besiegt Marcel Krumbholz per Submission (Guillotine, Rd.1)
Felix Parizski besiegt Suleiman Madaev einstimmig nach Punkten
Andreas Hahn besiegt Sven Krüger per Aufgabe (zwischen Rd. 2 und Rd. 3)
Andre Geißler besiegt Kalle Düßmann per TKO (Rd. 2)
Johannes Poch besiegt Johann Schierling nach Punkten (Split)
Hendrik Nietzsche besiegt Dominique Stetefeld per Submission (Fußhebel, Rd. 1)
Adem Kantar besiegt Robert Wels per TKO (Leberhaken Rd. 2)
Matthias Buchta besiegt Florian Lerdem einstimmig nach Punkten