MMA - Europa

Fedors Rückkehr: Welche Optionen hat er?

Fedor Emelianenko (Foto: M-1)

Fedor Emelianenko kehrt zurück – aber wohin? Seit die russische Schwergewichtslegende ihr Comeback angekündigt hat, spekulieren die Fans darüber, welcher MMA-Organisation es gelingen wird, Fedor zu verpflichten.

UFC

Fedor und die UFC befanden sich in den vergangenen Jahren schon mehrere Male in Verhandlungen und ab und zu sogar kurz vor einer Einigung. Doch die unterschiedlichen Bedingungen, die beide Seiten verlangten, verhinderten einen Vertragsabschluss. Das Verhältnis zwischen der UFC und Fedor und seinem Team war nie besonders gut, aber persönliche Beziehungen haben die UFC noch nie von einem guten Geschäft abgehalten. Insofern ist es zumindest denkbar, dass man sich erneut an den Verhandlungstisch begibt.

Fedor ist der beste Kämpfer der PRIDE-Ära und einer der besten Kämpfer in der Geschichte des MMA-Sports. Aber viele Fans hätten gerne noch gesehen, wie er sich im Octagon der UFC anstellt. Rückkämpfe gegen andere PRIDE-Legenden wie Mirko Cro Cop und Minotauro Nogueira oder gegen die mittlerweile TRT-losen Dan Henderson und Antonio Silva wäre ebenso möglich wie Duelle gegen die neue Generation von Schwergewichten wie Cain Velasquez, Junior Dos Santos und Stipe Miocic. Wenn Fedor nichts des Geldes, sondern der Herausforderung wegen zurückkehrt, muss er in die UFC.

Bellator MMA

Seit der ehemalige Strikeforce-Boss Scott Coker die Geschicke von Bellator MMA übernommen hat, geht es mit der Nummer 2 in den USA steil bergauf. Coker gibt weiter den Eigengewächsen eine Plattform, aber er nutzt eine Reihe von Altstars, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu bekommen. Die Rückkehr von Tito Ortiz oder das Duell zwischen Kimbo Slice und Ken Shamrock sorgten für hervorragende Einschaltquoten. Auch Fedor ist mit seinen 38 Jahren nicht mehr der Jüngste, aber wie sich gezeigt hat, freuen sich die Fans nach wie vor, wenn sie Altstars noch einmal kämpfen sehen können.

Fedor würde ideal in Cokers neues Bellator-Konzept passen und mit dem TV-Sender Spike und dem Medienriesen Viacom im Rücken, hat er auch die nötigen Mittel, um Fedors Gehalt zu finanzieren. Und Fedor kämpfte bereits viermal bei Strikeforce für Coker, der in der Szene als sehr angenehmer Verhandlungspartner und Vorgesetzter gilt.

Auch wenn der sportliche Aspekt etwas in den Hintergrund rücken würde, hat Bellator MMA einige interessante Gegner für Fedor unter Vertrag. Kämpfe gegen Tito Ortiz oder Kimbo Slice würden mit Sicherheit auf großes Fan-Interesse stoßen. Auch Duelle mit Ex-WWE-Superstar Bobby Lashley oder Mo Lawal könnten sich gut verkaufen. Und vielleicht kann Coker sogar die UFC-Legende Randy Couture zu einem Comeback bewegen.

M-1 Global

M-1 Global ist die MMA-Organisation von Fedors Manager Vadim Finkelstein und dort bestritt Fedor zwei seiner letzten drei Kämpfe. Im Schwergewicht hat M-1 größtenteils nur osteuropäische Talente unter Vertrag und es ist fraglich, ob Fedor zurückkehrt, um gegen Nachwuchskämpfer anzutreten. Selbstverständlich hat M-1 die Möglichkeit, Gegner für ihn zu verpflichten, die derzeit ohne Vertrag bei einer größeren MMA-Organisation sind, aber die für Fedor interessanten Kämpfer sind bereits an Veranstaltungsreihen gebunden. Für den Deutschen Stephan Pütz, den dominanten Halbschwergewichtschampion von M-1, wäre es allerdings bestimmt eine Ehre, mit Fedor den Ring zu teilen.

Japan

Fedor kämpfte den Großteil seiner Profikarriere in Japan und ist dort als PRIDE-Legende noch immer ein Star. Seit dem Ende von PRIDE, DREAM und Sengoku schwächelt die japanische MMA-Szene, aber Gerüchten zufolge will ein Mann sie bald wiederbeleben: Nobuyuki Sakakibara, der ehemalige PRIDE-Boss. Angeblich will Sakakibara an Silvester 2015 mit einer Großveranstaltung wieder ins Geschäft einsteigen. Nur wenige Kämpfer wären für einen seiner beliebten Silvester-Events besser geeignet als Fedor. Doch hier stellt sich wie bei M-1 Global die Gegnerfrage: Wer wäre ein potentieller Kontrahent?

KSW

Fedor gegen Mariusz Pudzianowski, den stärksten Mann der Welt! Wäre das nicht eine spannende Hommage an die alten PRIDE-Zeiten? Die Produktion von KSW erinnert stark an den einstigen Marktführer, aber die Geldbeutel der Polen sind nicht tief genug, um jemanden wie Fedor langfristig zu finanzieren – ein einmaliger Auftritt ist allerdings dank der polnischen TV-Partner durchaus möglich.

Unser Fazit: Fedor kann unter vielen Angeboten wählen, wo er sein Comeback feiern wird. Doch sucht er einen großen Zahltag oder eine große Herausforderung? Die Kombination aus einem lukrativen Gehalt und interessanten Gegnern macht Bellator MMA zu einem idealen Ort für Fedors Rückkehr.