MMA - Europa

Fedor Emelianenko kurz vor Rücktritt

Fedor Emelianenko (Foto: Dorian Szücs/GroundandPound)

Der 21. Juni 2012 wird ein wichtiger Tag. An diesem Tag wird der einst beste MMA-Kämpfer der Welt, Fedor Emelianenko, vermutlich seinen letzten Kampf bestreiten. Wie der Russe den Kollegen von iSports.ua in einem Video-Interview verriet, könnte Pedro Rizzo sein letzter Gegner sein. In seiner Heimat St. Petersburg kann der Russe ein letztes Mal im Rahmen der M-1-Veranstaltung beweisen, was ihn einst ausgemacht hat.

Fedor Emelianenko war lange Zeit das Sinnbild eines MMA Kämpfers. In Japan wurde der mehrfache Sambo-Weltmeister zur MMA-Legende und galt lange Zeit als der beste Kämpfer der Welt. Er stürmte durch seine Gegner durch, und nicht wenige bekannte Gesichter mussten nach wenigen Minuten den Staub des Ringbodens essen oder in einer Submission aufgeben. Legendär ist beispielsweise sein Comeback nach einem bösen Slam von Kevin Randlemen.

Der „Letzte Kaiser“ war derjenige, der den bis dahin als unbesiegbar geltenden Antonio Rodrigo Nogueira besiegt hat, und das gleich zweimal. Er war auch derjenige, der den PRIDE Grand Prix gewann sowie über lange Zeit Schwergewichtstitelträger von PRIDE war.

Nach dem Ende der japanischen Vorzeigeorganisation suchte er neue Herausforderungen und trat auf Events an, die immer von M-1 Global co-promotet wurden, bzw. trat direkt für die Organisation an, in der auch sein Manager Vadim Finkelstein die Finger im Spiel hat. Anfangs tat der Mann aus Stary Oskol das auch mit großem Erfolg und besiegte mit Andrei Arlovski und Tim Sylvia zwei ehemalige UFC-Champions. Dabei sicherte er sich den WAMMA-Titel.

Nach dem Ende von Affliction zog es ihn zu Strikeforce, wo er zunächst Brett Rogers besiegen konnte. Was dann kam, war der große Bruch in der Karriere des Russen. Fabricio Werdum schaffte das damals Undenkbare und zwang Fedor mit einem Triangle Choke zum Abklopfen. Im darauffolgenden Strikeforce Grand Prix gab es den nächsten Schlag auf das Monument des ehemaligen PRIDE-Champions. Antonio Silva zerlegte den Mann vom Red Devil Sports Club über zwei Runden. Als auch noch das Halbschwergewicht Dan Henderson den Russen KO schlug, ist auch dem letzten Edelfan klar gewesen, dass er wohl nie wieder oben mitkämpfen würde.

Auch eine UFC-Karriere war damit ad acta gelegt. Immer wieder gab es Verhandlungen und Gerüchte um eine eventuelle Verpflichtung, die jedoch nie zustande kam. Ein Fleck auf dem Denkmal von Emelianenko, der nie sein Können in der größten MMA-Organisation zeigte.

Nach der KO-Niederlage gegen Dan Henderson zog es ihn zurück in seine beiden Wohnzimmer, Japan und Russland, wo er mit leichteren Gegnern wie Satoshi Ishii oder Jeff Monson und jetzt zum Abschluss Pedro Rizzo seine Karriere abklingen lässt. Mit dem letzten Eroberer geht auch ein Teil MMA-Geschichte in den wohlverdienten Ruhestand.