MMA - Europa

Deutschland stürmt Klausenburg 5:1

Die Helden von Klausenburg

CLUJ, RUMÄNIEN - Die deutsche Nationalmannschaft im MMA konnte im diesjährigen Ländervergleich die Auswahl Rumäniens am gestrigen Abend deutlich mit 5:1 in ihre Schranken verweisen. Das deutsche Team zeichnete sich durch die Bank weg durch große Entschlossenheit, Kampfkraft und gute Fertigkeiten im Bodenkampf aus, auf die Balkanstädter nur wenig entgegenzusetzen hatte.

Den Reigen eröffnete der erst 18-Jährige Sobotta-Schüler Konstantin Götte, der mit nur zwei Wochen Vorbereitungszeit für seinen verletzten Teamkollegen Martin Buschkamp eingesprungen war. Der russlanddeutsche BJJ-Blaugurt verlagerte das Gefecht gegen Kempo-Weltmeister Adrian Grec vom ersten Ringgong an auf die Matte. Eine Schrecksekunde hatte der junge Balinger zu überstehen, als er beim Versuch die Guard zu passieren direkt in die Mount gesweept wurde. Götte blieb jedoch ruhig, entkam der ungünstigen Position durch das sprichwörtliche Hintertürchen und beendete den Kampf schulbuchmässig via Armhebel.

Götte hatte zwar schon eine stark verkürzte Vorbereitung, dies locker toppen konnte jedoch der Gelsenkirchener Danny Stritzke, der erst am Dienstagvormittag für den verletzten Martin Vath eingesprungen war. Sowohl ein leichter grippaler Infekt, als auch eine wichtige Klausur in seiner Lehre zum Bankkaufmann konnten den großgewachsenen Schalker nicht davon abhalten, es mit dem erfahrenen (Kick)-Boxer Florin Ilie aufzunehmen.

Götte (links) und Schuck (rechts) in Aktion

Zur Überraschung aller Beteiligten brachte der Rumäne den Kampf direkt zu Boden. Ilie startete wie die sprichwörtliche Feuerwehr und versuchte den 1,89m-Mann vom FC Gelsenkirchen mit einer Blitzattacke zu überrumpeln. Stritzke verfiel jedoch trotz einjähriger Verletzungspause und für ihn ungünstigen Positionen wie abgegebener Side Control und Back Mount nicht in Panik und konnte den ersten Ansturm seines Gegners überstehen. Schließlich kletterte der Gentleman selbst auf den Rücken seines Gegners und finalisierte ihn mit einem Rear-Naked Choke.

Angespornt von der frühen Führung der deutschen Mannschaft legte der frühere GMC-Titelherausforderer Mathias Schuck ebenfalls nach einjähriger Pause den bis dato besten Kampf seiner MMA-Karriere hin. "Schucki" prügelte den England-erfahrenen Zsolt Balla aggressiv durch den Ring und stellte ihn mit seiner Mischung aus starkem Ringen und nochmals verbessertem Thaiboxen Marke Human Nikmaslak vor ein unlösbares Rätsel. Balla fand zu keinem Zeitpunkt in den Kampf und wurde bereits im ersten Drittel der ersten Runde vom umsichtigen Ringrichter in der Ringecke vor weiterem Schaden bewahrt. Schuck hatte sich noch nicht ausgetobt und bot dem nochmals stiller gewordenen rumänischen Publikum noch einige sehenswerte Saltos als Zugabe.

Mit dem wahrscheinlich unbequemsten Gegner außerhalb des Hauptkampfes hatte sich der einzige Rückkehrer vom Länderkampf 2010, Gregor Herb, in Form von Ion Pascu auseinanderzusetzen. Pascu wirkte bereits beim Wiegen wie eine etwas kleinere Variante des Breisgauer Bulldozers - verfügt er doch wie Herb über einen Background in Ringen und Jiu-Jitsu. Pascu zeigte sich zudem als explosiver und unbequemer Kickboxer, der zu Beginn einige gute Treffer landen konnte.

Dies bewahrte ihn jedoch nicht davor, vom deutschen Mannschaftskapitän zweimal schulbuchmässig geworfen zu werden. Nach einigen Kontroversen über die in diesem Kampf nicht zu 100% sattelfesten Ringrichterentscheidungen, erkämpfte sich der 33-jährige Freiburger schließlich wie schon Stritzke vor ihm den Rücken seines Gegners und in dieser Position verfügt der amtierende BJJ-Europameister einfach zu viel Erfahrung. Es dauerte nicht lange und Pascu musste zum 5-0 für Deutschland abklopfen.

Sinfonie der Zerstörung: Lungu war am Ende zu stark für Mahle

Den einzigen Wermutstropfen in der ansonsten makellosen Bilanz gab es schließlich im sechsten und letzten Kampf, in dem der tapfere Stuttgarter Chris Mahle auf den am Ende doch übermächtigen Alexandru Lungu traf. Mahle kämpfte couragiert und tapfer und konnte den rumänischen 160kg-Bullen zu Beginn sogar unter Druck setzen, musste sich schließlich dann aber doch der Kraft und Technik des mehrfachen nationalen Judomeisters geschlagen geben. Lungu gelang der Takedown, er erklomm die Mount-Position und beendete den Kampf mit einer Mischung aus Arm-Triangle und Smother-Choke.

Unter dem Strich war es jedoch eine mehr als überzeugende Vorstellung der deutschen Mannschaft, die trotz zahlreicher namhafter Ausfälle (Kraniotakes, Buschkamp, Vath) wahrscheinlich ihre beste Teamleistung bis dato ablieferte. Die jungen Talente Götte und Stritzke konnten sich ihre ersten internationalen Sporen verdienen, während die arrivierten Routiniers Schuck und Herb solide und im Fall von Schuck sogar überaus dominante Leistungen ablieferten und den ersten Sieg im Kalenderjahr 2011 feiern konnten.

Wer noch ein paar bewegte Bilder sehen will, dem legen wir den fantastischen Video-Blog von GnP-Freund Peter Sobotta wärmstens ans Herz:

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