MMA - Europa

Battle of the South IX

Zufriedene Veranstalter: Danny (2.vl.) und Loe Hoyer (3.v.l.).

Danny Hoyer und sein Vater Loe, die beide gemeinsam die Geschicke des „Battle of the South“ leiten, liefen mit einem breiten Grinsen im Gesicht durch die Halle. Und das aus gutem Grund: Die Zuschauertribüne war restlos ausverkauft, wie auch die zahlreichen VIP-Tische, die zum Standardinventar der niederländischen MMA-, K-1 und Muay-Thai-Galas gehören. Knapp über 2000 Zuschauer verfolgten so am gestrigen Samstagabend das neunte „Battle of the South“ im südniederländischen Hoensbroek, keine 15 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Neben Kämpfern aus ganz Holland waren natürlich auch mehrere Sportler aus Deutschland, sowohl im MMA als auch im K-1, aktiv.

Gezeichnet vom Kampf, aber glücklich: Ben Boekee.

Im Hauptkampf des Abends kam es zu dem interessanten MMA-Duell zwischen dem Lokalmatadoren Ben Boekee, Holland bestem Federgewichtler, und dem erfahrenen Thaiboxer Denis Oliwka vom Frankfurter MMA Spirit. Wie bereits berichtet, stand für den Sieger ein Titelkampf bei Respect.6 auf dem Spiel. Boekee war der haushohe Favorit gewesen, Oliwka Außenseiter.

Der Neufrankfurter scherte sich aber rechte wenig um diese Rollenverteilung und schlug Boekee nach kurzer Abtastphase mit einer harten Rechten zu Boden. Oliwka setzte sofort mit hartem Ground and Pound nach, doch bewies Boekee, dessen linkes Auge von dem Schlag sichtlich gezeichnet war, Nehmerqualitäten. Der Niederländer überstand den Sturm und bedrohte Oliwka sogar mit einem Beinhebelversuch. Nach diesem hitzigen Beginn gingen beide den Kampf deutlich vorsichtiger an: Boekee konnte sich im weiteren Verlauf der Runde einen Takedown erkämpfen, jedoch keinen nennenswerten Schaden mehr anrichten.

Oliwka setzt Boekee zu.Den zweiten Durchgang eröffnete Boekee offensiv und brachte Oliwka nach einer schönen Schalgsalve mit einem Takedown gekonnt zu Boden. Der Frankfurter konnte das Blatt aber nach zwei Minuten wenden und drehte Boekee. Nun war es Oliwka, der dem Kampf mit Ground and Pound seinen Stempel aufdrückte. Boekee stand kurz vor der Niederlage, als er buchstäblich in der letzten Sekunde Oliwka mit einem weiteren Takedown von den Beinen holte. Als beide am Boden aufkamen, läutete der Rundengong. Perfektes Timing.

Die Punktrichter werteten den Kampf Unentschieden und beide mussten unter tosendem Applaus des Publikums in die Extrarunde. Eine freundschaftliche Umarmung der beiden Kämpfer vor dem Rundenbeginn stand symbolisch für den hart aber fair geführten Kampf. Die entscheidenden fünf Minuten sicherte Boekee sich aber dann mit einem Takedown, Kontrolle und dosiertem Ground and Pound. Oliwka verlor nach Punkten, kann aber erhobenen Hauptes in die nächsten Monate gehen, da er erst seit vier Monaten in Frankfurts Premium-MMA-Adresse trainiert und sich in sehr guter Verfassung präsentierte.

Leo Zulic (l.) vs. Otmar DiagneUnter K-1-Regeln traf Leo Zulic vom Mujoken Ki Dojo Herzogenrath auf den Niederländer Otmar Diagne, der vom renommierten Trainer Lucien Carbin in die Schlacht geführt wurde. Nach einem Tieftritt seines Gegners legte Zulic gemäß dem Motto „Namen sind nur Schall und Rauch“ los und setzte seinen Gegner mit seinen Boxtechniken unter Druck. Auf Zulics Überfalltaktik, Lowkick-Links-Rechts, reagierte der sichtlich größere Niederländer mit Kniestößen, die ihr Ziel aber nicht häufig trafen. Den zweiten Durchgang kontrollierte Zulic weiter, wurde aber mehrfach wegen vermeintlichem Clinchen vom Ringrichter verwarnt. Das Highlight der Runde war ein schöner Lowkick von Zulic, der Diagnes Beine wegfegte und ihn zu Boden gehen ließ.

Im dritten Durchgang wurde Zulic erneut von einem Tieftritt erwischt und musste sich im weiteren Verlauf mit einem deutlich besser eingestellten Diagne zurechtfinden, dessen Kniestöße jetzt vermehrt ihr Ziel fanden. Die Kampfrichter werteten den Kampf Unentschieden und eine Verlängerungsrunde wurde nötig, um den Sieger zu ermitteln. Diese verlief weitestgehend ausgeglichen, wobei Zulic einen Cut am Auge durch einen unabsichtlichen Ellenbogenschlag erlitt. Unter frenetischen Anfeuerungen seiner zahlreich mitgereisten Fans wusste Zulic, dass er nun Vollgas geben musste, doch ließ Diagne sich nicht auf den offenen Schlagabtausch ein. Die Kampfrichter sprachen Diagne den Punktsieg zu.

Respect-Veteran Boy Eggels machte in seinem Kampf kurzen Prozess mit dem Thaiboxer Bünyamin Sahin, den er nach sehenswertem Takedown mit einem Triangle Choke stoppen konnte.

Eine Woche vor seinem Duell gegen den Kölner Johannes Eckert traf der Niederländer Duane van Helvoirt auf den Benny Rogmans-Schützling Abi El Khalfi. Helvoirt fackelte nicht lang, brachte den Kampf zu Boden, erarbeitete sich die Full Mount und beendete seine Generalprobe für Respect.5 mit einem Triangle Choke in Runde eins.

Danny Hoyer mit dem finalen Triangle Choke.Daniel Kimmling aus der Eifel traf in seinem MMA-Kampf auf den Lokalmatador Jeffrey Waltmans. Nach kurzem Schlagabtausch landeten beide im Clinch, in dem Waltmans sich  einen Trip-Takedown erarbeiten konnte. Wie schon gegen Andreas Birgels bei Respect.4 gelang es Waltmans erneut, sich trotz erbitterter Gegenwehr von Kimmling den Judo-Armbar aus der Sidemount zu sichern.

Der niederländische Backstreet Fights- und MFN-Veteran Marat Muradov musste sich in der Verlängerung dem Belgier Robin Dutry durch TKO geschlagen geben, während sein Bruder Saigan Muradov den MFN-Veteran John de Wilde mit einem sehenswerten Rear Naked Choke stoppen konnte.

Veranstalter Danny Hoyer ließ sich in seinem Heimatort natürlich ebenfalls nicht lumpen und kämpfte im letzten Kampf vor der Pause gegen den Belgier Isa Bashirov. Der kurzfristig eingesprungene Bashirov brachte Hoyer aber sofort sehenswert zu Boden, musste sich dann aber der aktiven und gefährlichen Guard von Hoyer widersetzen. Nachdem er einen Guillotine Choke verteidigt hatte, sicherte Hoyer sich unter tosendem Applaus den Sieg mit einem Triangle Choke und genoss das Bad in der Menge.

Unter K-1-Regeln kam es noch zu zwei weiteren Kämpfen mit deutscher Beteiligung: Silke Metzelthin und ihr Vereinskollege Sebastian Brand vom Mujoken Ki Dojo. Metzelthin musste sich nach spannenden und ausgeglichenen drei Minuten Kampf gegen die Niederländerin Sheena Widdershoven nach Punkten geschlagen geben, während Brand Perry Reiching nach Punkten bezwingen konnte.

Alle Informationen rund um die Veranstaltungen der Hoyers Promotion findet ihr unter www.loehoyer.com unter der Rubrik „Evenementen“.