MMA - Europa

Aziz Karaoglu verliert gegen Mamed Khalidov umstritten nach Punkten

Mamed Khalidov (Foto: Dorian Szücs)

Am Samstag stand der Düsseldorfer Aziz Karaoglu im größten Kampf seiner Karriere. Im Hauptkampf von KSW 35 traf der 39-Jährige im Kampf um den KSW-Mittelgewichtstitel auf Mamed Khalidov - und er hatte den Champion mehr als nur am Rande einer Niederlage.

Khalidov arbeitete zu Beginn vorwiegend mit Kicks, während Karaoglu auf den richtigen Moment zum Explodieren wartete. Dabei konnte der Düsseldorfer vereinzelt Schläge ins Ziel bringen. Nach einem gedrehten Kick, konnte Karaoglu den Kampf auf den Boden bringen. Dort übernahm aber Khalidov das Ruder, drohte mit verschiedenen Aufgabegriffen, die Kahlidov jedoch abwehren konnte.

Im zweiten Durchgang nahm der Kampf eine entscheidende Wendung. Khalidov schien vom Standkampf gar nichts mehr wissen zu wollen. Immer wieder ließ sich der gebürtige Tschetschene auf den Hosenboden fallen, um Karaoglu in den Bodenkampf zu locken. Karaoglu hatte darauf aber wenig Lust und ließ Khalidov stets wieder aufstehen. Gegen Ende der zweiten Runde ging Karaoglu dann hinterher, wurde aber kurzzeitig in einem Triangle Choke gefangen, aus dem er sich wieder befreien konnte.

Auch in der letzten Runde gab es ein ähnliches Bild zu sehen. Immer wieder stürzte Khalidov nach Angriffen Karaoglus zu Boden und ließ sich vom Ringrichter wieder auf die Beine bitten. Beinahe hätte er dafür sogar einen Punktabzug bekommen. Gegen Ende drehte Khalidov noch einmal auf, kassierte aber direkt Schläge von Karaoglu. Und so ging dieser relativ ereignisarme Kampf, in dem Khalidov in den letzten beiden Runden kaum einen Schlag versuchte, an die Punktrichter. Einer wertete den Kampf unentschieden, die beiden anderen sahen Khalidov vorne. Ein fragwürdiges Urteil, das die Zuschauer mit Buhrufen beantworteten.

Actionreich ging es im Kampf zwischen Mariusz Pudzianowski und Marcin Rozalski zur Sache. Die beiden Schwergewichte feuerten sich die Fäuste um die Ohren, Rozalski brachte dabei die besseren Treffer ins Ziel. Also suchte Pudzianowski den Takedown, der ihm in der zweiten Hälfte der ersten Runde gelang. Am Boden konnte er bis zum Ende der Runde Schläge ins Ziel bringen. Zu Beginn des zweiten Durchgangs lieferten sich beide Kontrahenten einen wilden Schlagabtausch. Wieder ging Pudzianowski auf den Takedown, diesmal schnappte sich Rozalski aber den Hals des fünffachen „World’s Strongest Men“ und brachte ihn mit einem Guillotine Choke zum Abklopfen.

Antonio Chmielewski legte gegen Michal Materla direkt den Vorwärtsgang ein, sicherte sich einen Takedown und versuchte sich an Würgegriffen und Hebeln. Materla konnte sich nach kurzer Zeit herausdrehen und Chmielewski am Boden aus verschiedenen Positionen mit Schlägen belagern. Gegen Ende der Runde kam Materla immer besser mit seinen Fäusten durch, sodass der Ringrichter das Duell beendete.

Im ersten Titelkampf des Abends traten Mateusz Gamrot und Mansour Barnaoui um den vakanten Leichtgewichtsgürtel von KSW an. Barnaoui, der aufgrund von vertraglichen Streitigkeiten durch die Annahme dieses KSW-Kampfes seinen Leichtgewichtstitel von M-1 Global aberkannt bekam, konnte dabei kaum etwas gegen Gamrot ausrichten. Beide Kämpfer hatten es auf Takedowns abgesehen, Gamrot hatte hier aber die Nase vorne und landete meist in der Top-Position. In der letzten Runde zeigte sich Barnaoui erschöpft und wurde am Boden klar dominiert, was einen Punktrichter sogar zur Vergabe einer 10:8-Runde bewegte. Nach drei Runden wurde Mateusz Gamrot zum neuen KSW-Champion im Leichtgewicht gekrönt. Der 25-Jährige hat damit auch nach seinem elften Profikampf noch nie eine Runde verloren.

Die Ergebnisse der Veranstaltung im Überblick:

KSW 35
27. Mai 2016
Ergo Arena in Danzig, Polen

Titelkampf im Mittelgewicht
Mamed Khalidov bes. Aziz Karaoglu mehrheitlich nach Punkten (29:28, 29:28, 28:28)

Marcin Rozalski bes. Mariusz Pudzianowski via Guillotine Choke nach 1:46 in Rd. 2
Michal Materla bes.
Antoni Chmielewski via T.K.o. (Schläge) in Rd. 1

Titelkampf im Leichtgewicht
Mateusz Gamrot bes. Mansour Barnaoui einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:26)

Marcin Wrzosek bes. Filip Wolański einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Rafał Moks bes. Robert Radomski geteilt nach Punkten (29:28, 29:28, 28:29)
Łukasz Chlewicki bes. Azi Thmas einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)

Vorprogramm
Marcin Wójcik bes. Michał Fijałka einstimmig nach Punkten (30:26, 30:27, 30:27)
Kamil Szymuszowski bes. Mindaugas Verzbickas einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)