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Angekommen mit einem Knall

Siyar Bahadurzada könnte das UFC-Weltergewicht aufräumen. (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Die UFC-Weltergewichtsklasse hat ein neues Problem: den 27-jährigen Holländer Siyar Bahadurzada. Mit einem brutalen Knockout schickte der den brasilianischen UFC-Veteranen Paulo Thiago am Samstag bei UFC on Fuel TV 2 auf die Bretter und kassierte damit den Bonus für den besten KO des Abends. Alle UFC-Kämpfer bis 77 Kilo dürften nach diesem Auftritt auf der Hut sein.

Ein Maserati GranTurismo ist das Traumauto von UFC-Newcomer Siyar Bahadurzada, dafür will er seinen KO-Bonus in Höhe von 50.000 US-Dollar (38.000 Euro) auf die Seite legen. Um sich einen solchen Wagen leisten zu können, wird er noch eine Menge Boni einheimsen müssen, scherzte UFC-Präsident Dana White auf der Abschlusspressekonferenz zum Schweden-Event.

Doch liefert Bahadurzada in Zukunft ähnlich spektakuläre Auftritte ab, wie beim Debüt gegen Paulo Thiago, könnte er den italienischen Sportwagen schneller in der Garage stehen haben, als sein neuer Arbeitgeber glaubt.

42 Sekunden benötigte Bahadurzada, um den brasilianischen Veteranen mit einem perfekten linken Konterhaken schlafen zu schicken. Es war ein Debüt mit einem Knall.

„Ich habe jede Menge Respekt für Paulo Thiago, es war eine Ehre für mich, ihm im Octagon gegenüberzustehen. Ich bin froh, dass ich gewonnen habe und der erste bin, der ihn ausknocken konnte. Thiago ist einer der härtesten Kämpfer in der Weltergewichtsklasse der UFC“, erklärte Bahadurzada - und hat damit nicht Unrecht. Thiagos Kinn gilt als unverwüstlich, noch nie ist er in seiner Karriere KO gegangen.

Bis zum Samstag.

Ein Treffer war alles was nötig war, um Siyar "The Great" einen festen Platz in der Weltergewichtsklasse der UFC und im Gedächtnis der UFC-Fans zu verschaffen. Und dieser Treffer war alles andere als ein Lucky Punch:

„Ich übe diesen Schlag sehr viel im Training“, so Bahadurzada. „Er ist eine Mischung aus Seit- und Aufwärtshaken. Ich kann Gegner, die Tief abtauchen, gut damit abfangen.“

Aber nicht nur Paulo Thiago hatte unter dem Punch zu leiden, Bahadurzada vermutet eine Handverletzung, eventuell einen Bruch, den er sich bereits in der Wettkampfvorbereitung zugezogen haben könnte. Nach seiner Rückkehr nach Holland, wird er sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen.

„Vor zehn Tagen habe ich im Training genau denselben Schlag ausgeführt, wie vor wenigen Minuten im Käfig“, so der gebürtige Afghane. „Ich habe meinen Trainingspartner an der Seite des Kopfes getroffen. Schon vor meinem Kampf in Brasilien hatte ich mir ja die Hand gebrochen, deshalb wollte ich diesmal gar nicht wissen, ob meine Hand gebrochen ist oder nicht, weil ich diesen Kampf unbedingt bestreiten wollte. Ich wollte das hinterher überprüfen lassen, erst einmal kämpfen und sehen was passiert.“

Bahadurzada sollte ursprünglich im vergangenen Januar in Rio de Janeiro, bei UFC 142 debütieren. Dass aufgeschoben nicht aufgehoben bedeutet, zeigt der spektakuläre Knockout vom Samstag.

Bahadurzada hat es damit endlich auf die große Bühne geschafft. Der 27-Jährige steht bereits seit 2002 im Ring; zuletzt konnte er die prestigeträchtige United Glory-Serie gewinnen – mit drei KO-Siegen in drei Turnierkämpfen. Anschließend trennte er sich von seinem Team und Management Golden Glory und ist seitdem allein unterwegs. Mit nur einem einzigen Trainingspartner bereitete er sich auf sein UFC-Debüt vor. Nach dem Auftritt vom Samstag dürfte Siyar Bahadurzada es aber nicht schwer haben, ein neues Team zu finden.

Die UFC-Weltergewichtsklasse sollte sich vorsehen.

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