MMA Deutschland

We Love MMA 14: Richter gewinnt Sachsenduell gegen Quietzsch

Dresden liebt MMA! (Foto: Fotosevensport für We Love MMA)

Auch Dresden liebt MMA! 1.700 Zuschauer füllten am 25. April die Halle 1 der Messe Dresden und sahen dabei zu, wie sich einheimische Kampfsportler ihren nationalen und internationalen Gegnern stellten. We Love MMA, Deutschlands Veranstalter des Jahres 2014, brachte den Cage nach ausverkauften Events in Berlin und Westdeutschland zum ersten Mal in die sächsische Landeshauptstadt – und das mit großem Erfolg. Wie uns die Veranstalter mitteilten, könnte es daher schon 2016 eine Fortsetzung geben!

Ein innersächsisches Duell zwischen dem umjubelten Lokalmatador Marcel Quietzsch (MMA Team Dresden) und dem Vogtländer Tim Richter (Shuri Fighters Gym) aus Plauen führte „We Love MMA 14" als Hauptkampf an. Ihre packende Schlacht bildete den Höhepunkt einer Veranstaltung, bei der elf von zwölf Kämpfen vorzeitig entschieden wurden. Die Zuschauer, die zum ersten Mal bei einem MMA-Event waren, kamen so in den Genuss, alle Facetten dieses Sports zu entdecken.

Richter eröffnete den Kampf gegen Quietzsch mit Lowkicks, aber es ging schnell in den Clinch. Quietzsch erzielte ein Takedown und arbeitete mit Ground and Pound, aber Richter stieß ihn weg und stand wieder auf. Richter landete im folgenden Schlagabtausch die besseren Treffer, woraufhin Quietzsch zum Takedown überging und die erste Runde aus der Oberlage beendete.

Bei einem Schlagabtausch zum Beginn des zweiten Durchgangs rutschte Quietzsch aus und Richter folgte ihm auf die Matte. Quietzsch gelang ein Sweep, nahm die Mount-Position ein und setzte Richter mit Ground and Pound zu. Richter rutschte durch die Hintertür heraus und revanchierte sich aus dem Stand mit Schlägen. Quietzsch hielt eine Zeit lang dagegen, aber Richter schlug weiter auf ihn ein, sodass der Ringrichter schließlich nach 4:10 Minuten dazwischen ging. Das Publikum spendete beiden Kämpfern begeistert Applaus.

Köln schlägt Dresden

In einem Ministädteduell setzte sich Köln gegen die Gastgeber aus Dresden durch. Im ersten Kampf traf Mick Mokoyoko (Combat Club Cologne), der sich erst vor einer Woche bei GMC 6 mit Anatolij Baal eine harte Schlacht geliefert hatte, auf Christoph Steinmann (MMA Team Dresden). Es war ein enger Kampf und am Schluss waren sich sogar die drei Punktrichter uneinig, wem der Sieg vergönnt sein soll.

In jeder Runde erzielten die Kämpfer je ein Takedown, wobei Mokoyoko im ersten Durchgang ein Sweep gelang, während Steinmann insgesamt im Stand mehr Druck machte. In der zweiten Runde kontrollierte Mokoyoko Steinmann jedoch für längere Zeit aus der Side Control und North-South-Position, was ihm vermutlich den Vorsprung auf den Zetteln zweier Punktrichter gesichert hat.

Das zwei Meter lange German-Top-Ten-Schwergewicht Martin Merkt (Combat Club Cologne) wusste seinen Größenvorteil gegen Tom Fürst (MMA Team Dresden) zunächst geschickt auszunutzen, aber dann überbrückte Fürst die Distanz und griff mit kurzen Haken an. Anschließend brachte Merkt ihn mit einer Rechten zum Wanken und setzte mit einem Takedown nach. Fürst kam wieder auf die Beine, musste daraufhin allerdings eine Serie von Kniestößen zum Kopf einstecken. Er versuchte sich mit einem Takedown aus der Affäre zu ziehen, aber Merkt wehrte es ab und antwortete mit einem Headkick. Der saß, und nach dem Treffer drehte sich Fürst ab, woraufhin der Ringrichter den Kampf nach 3:08 Minuten beendete.

Planet Eater triumphieren mit Würgegriffen

Aus der schwäbischen Provinz schickte UFC-Kämpfer Peter Sobotta zwei Mitglieder der Planet Eater nach Dresden. Sein Schützling Mert Özyildirim (Planet Eater Bisingen) lieferte sich ein spannendes Bodenkampfduell mit Nico Villafane (Mixed Sports Hamburg). Özyildirim versuchte sich nach einem Takedown an dem Sobotta-Spezial, dem Back-Mount-Take über einen Kimura. Doch statt der Back Mount holte sich Özyildirim einen Reverse Triangle Choke. Villafane befreite sich und ging mit einem Guillotine Choke in die Offensive, wurde aber von Özyildirim ausgehoben und auf die Matte geworfen.

Zu Beginn der zweiten Runde fing Özyildirim einen Kick von Villafane und stieß ihn zu Boden. Özyildirim setzte wieder zum Kimura an und drehte sich diesmal in einen Armhebel. Villafane konterte und versuchte sich die Back Mount zu erarbeiten. Özyildirim drehte sich in die Half Guard und wollte sich wieder einen Kimura holen, bekam aber die Back Mount. Von dort aus zwang er Villafane nach 4:48 Minuten mit einem Rear Naked Choke zur Aufgabe.

Den schnellsten Sieg der Veranstaltung feierte Rainer Benjatschek (Planet Eater Bisingen) im Eröffungskampf gegen Martin Hannusch (Blue Dragon Lausitz): Benjatschek zwang Hannusch bereits nach einer Minute mit einem Guillotine Choke im Stand zur Aufgabe.

Gemischte Ergebnisse für Dresdner Kämpfer

Der Pole Jacek Mackus (MMAtaleo Slupsk) scheiterte gegen Clemens Zimmermann (Kampfsportzentrum Dresden) zunächst an einem Guillotine Choke, ging dann aber zum Anaconda Choke über. Nachdem sich Mackus einmal durchgedreht hatte, kam der Tap und der Kampf war nach 1:52 Minuten vorbei – sehr zum Unmut von Zimmermann.

Christopher Bleyl (Freelance Dresden) gelang gegen Jens Müller (Eastfight Gera) der schnellste T.K.o.-Sieg der Veranstaltung. Er setzte Müller nach 2:11 Minuten mit einer Salve aus Schlägen und Kniestößen so sehr zu, dass der Ringrichter den Kampf abbrach.

Der Kampf zwischen Sebastian Steinmann (MMA Team Dresden) und Mario Wittmann (MMA Mundial Ingolstadt) fand leider ein zu frühes Ende. Die beiden Kämpfer lieferten sich ein sehenswertes Gefecht im Stand und Clinch. Als sie zeitgleich kickten, prallten sie zusammen. Wittmann schrie auf und humpelte kurz – das Zeichen für den Ringrichter, den Kampf zu beenden. Sowohl die Zuschauer als auch Wittmann, der wenig später schon wieder durch den Käfig joggte, waren damit nicht einverstanden, doch die Sicherheit der Sportler hat absoluten Vorrang. Vielleicht kann der Kampf bei einer der nächsten Veranstaltungen fortgesetzt werden.

Selimhan Agaev (Mixed Sports Hamburg) erzielte gegen Holger Seike (MMA Team Dresden) mit einer Spinning Backfist den spektakulärsten Niederschlag des Abends, konnte daraus jedoch kein Kapital schlagen. Stattdessen bestimmte er den Kampf mit Takedowns und Bodenkontrolle, wobei Seike es Agaev nicht gestattete, seine Position auf der Matte zu verbessern. Nach zwei Runden holte sich Agaev bei den Punktrichtern einen einstimmigen Punktsieg ab.

Der Schweizer Kenji Bortoluzzi (Buddy Gym) fand sich gegen den ringerisch starken Mansur Gazaev (MMA Club Dresden) einige Male auf dem Boden wieder, ließ ihn aber nach 4:05 Minuten in einem Triangle Choke abklopfen.

Aslan Gilaev (Mixed Sports Hamburg) fing im Kampf gegen Tim Zimmermann (Kampfsportzentrum Dresden), dessen Anhänger für eine Stimmung wie im Dynamo-Stadion sorgten, einen Kick und verlagerte das Geschehen auf den Boden. Dort passierte er die Guard und nahm die Back Mount ein. Zimmermann versuchte ihn abzuschütteln, aber Gilaev blieb ihm auf dem Rücken kleben und erzwang nach 4:05 Minuten mit einem Rear Naked Choke die Aufgabe.

Hermann Hergert (Mixed Sports Hamburg) ließ Mike Lehmann (Fight2Gether Dresden) mit einem Kontertreffer in die Knie gehen und holte sich auf dem Boden die Side Control. Dann brachte er Lehmann nach 1:08 Minuten mit einem Arm Triangle Choke zur Aufgabe.

Fotos von der Veranstaltung findet ihr auf der offiziellen Facebookseite von We Love MMA.

We Love MMA 14
25. April 2015
Messe Dresden

Tim Richter bes. Marcel Quietzsch via T.K.o. (Schläge) nach 4:10 in Rd. 2
Martin Merkt bes. Tom Fürst via T.K.o. (Headkick) nach 3:08 in Rd. 1
Mert Özyildirim bes. Nico Villafane via Rear Naked Choke nach 4:48 in Rd. 2
Mick Mokoyoko bes. Christoph Steinmann nach Punkten (geteilt)
Jacek Mackus bes. Clemens Zimmermann via Anaconda Choke nach 1:52 in Rd. 1
Christopher Bleyl bes. Jens Müller via T.K.o. (Schläge) nach 2:11 in Rd. 1
Sebastian Steinmann bes. Mario Wittmann via T.K.o. (Verletzung) nach 4:25 in Rd. 1
Selimhan Agaev bes. Holger Seike nach Punkten (einstimmig)
Kenji Bortoluzzi bes. Mansur Gazaev via Triangle Choke nach 4:05 in Rd. 1
Aslan Gilaev bes. Tim Zimmermann via Rear Naked Choke nach 2:43 in Rd. 1
Hermann Hergert bes. Mike Lehmann via Arm Triangle Choke nach 1:18 in Rd. 1
Rainer Benjatschek bes. Martin Hannusch via Guillotine Choke nach 1:00 in Rd. 1