MMA Deutschland

Top Ten Champions: Coga und Bolaghi dominieren, Taha holt nächsten Gürtel

Max Coga war bei TTC erfolgreich (Foto: Valentino Kerkhof)

Heute ging die Veranstaltungspremiere von Top Ten Champions über die Bühne. Die als Deutschlands Luxus-Event angekündigte Veranstaltung musste in der letzten Woche noch einige Rückschläge im Programm verkraften. Nichtsdestotrotz brachten die 14 Kämpfer, insbesondere der Anhang der Frankfurter, die auf 200 Plätze beschränkte Halle zum Kochen.

Max Coga vs. Hyram Rodriguez

Die Erfahrung aus 43 MMA-Kämpfen stand hier gemeinsam im Käfig. Auf der einen Seite das Frankfurter Vorzeige-Federgewicht Max Coga, auf der anderen der mit allen Wassern gewaschene Niederländer Hyram Rodriguez. Allerdings war schon recht früh ein Qualitätsunterschied anzusehen. Nach einem versehentlichen Tiefschlag dominierte Coga die Begegnung mit legalen Treffern. Vor allem Rodriguez‘ Beine waren immer wieder das Ziel von Coga, der den Kampf aus der Distanz mit seinen Kicks bestimmte.Anschließend brachte Coga den Kampf am Käfig auf die Matte und arbeitete sich in Richtung einer Kneebar vor. Rodriguez hielt dagegen, verteidigte den Griff und kam wieder auf die Beine, wo die Runde endete. In der Pause hatte der Niederländer jedoch genug. Angeschlagen und stark humpelnd gab Rodriguez auf.

Selim Agaev vs. Andreas Birgels

Ein abwechslungsreiches Duell lieferten die beiden Top-Ten-Kämpfer Selim Agaev und Andreas Birgels ab. Birgels hatte anfangs die Oberhand, ließ sich jedoch dann das Heft aus der Hand nehmen. Agaev landete den ersten harten Treffer und schlug Birgels mit einer Rechten zu Boden. Der Düsseldorfer hatte große Mühe, den Schlaghagel Agaevs zu überstehen, rettete sich jedoch daraufhin wieder in den Stand. Allerdings nur, um erneut auf die Matte befördert zu werden, dieses Mal mit einem Takedown. Dort wurde er von Agaev mit hartem Ground and Pound angegangen und soll abgeklopft haben, allerdings entging dies dem Referee, so dass sich Birgels in die Rundenpause rettete. Das Team aus Hamburg beschwerte sich. Die Entscheidung beschäftigte die Gemüter allerdings noch eine ganze Weile. Denn fast die erste Offensivaktion im zweiten Durchgang führte zum Kampfabbruch.

Birgels ging sofort auf den Takedown, wurde dabei gedreht und selbst auf den Rücken gelegt. Agaev hatte jedoch wenig Interesse, auf die Matte zu gehen und befreite sich aus der Umklammerung. Nicht jedoch, ohne Birgels, der mit einem Knie am Boden war, mit einem Upkick am Kopf zu erwischen. Leider keine legale Aktion, sondern vom Ringrichter geahndet. Birgels konnte nach Untersuchung durch den Ringarzt den Kampf nicht fortsetzen, trotz Auszeit. Agaev wurde postwendend disqualifiziert. Eine Entscheidung, mit der der Hamburger nicht einverstanden war und das auch lautstark kommunizierte, sodass sich noch im Ring ein lautstarkes Handgemenge beider Fraktionen bildete, das erst nach Einschreiten neutraler Beobachter getrennt werden konnte. Im Anschluss legte das Hammerbrook Gym gegen die Disqualifikation Protest ein.

Khalid Taha vs. Nijat Valuev

Im einzigen Titelkampf des Abends konnte Khalid Taha einen weiteren Gürtel um seine Hüfte schnallen. Eigentlich gegen Mike Engel angesetzt, musste er am Kampfabend auf Nijat Valuev treffen, einen MMA-Neuling. Und dementsprechend spielte sich auch das Geschehen im Käfig ab. Taha brachte den Kampf in die Nahdistanz und warf Valuev früh auf den Rücken. Dort gab es für Valuev kein Entrinnen. Taha bearbeitete Valuev furios mit schnellen Fäusten auf der Matte. Der Debütant kämpfte wacker ums Überleben, musste aber Treffer um Treffer nehmen, die man dem Mann aus Aserbaidschan deutlich ansah. Nach knapp zweieinhalb Minuten voller Hammerfists hatte der Ringrichter schließlich ein Einsehen und beendete den ungleichen Kampf.

Alexander Vogt vs. Arne Boekee

Schlag auf Schlag ging es zwischen Alexander Vogt und Arne Boekee zu. Die beiden Weltergewichte begannen offensiv und schenkten sich nichts. Aus dem Clinch konnte der Niederländer einen harten Kniestoß landen, der Vogts Nase in Mitleidenschaft zog. Eine Attacke, die der Hamburger so nicht auf sich sitzen ließ und seinerseits ebenfalls für eine stark blutende Nase bei Boekee sorgte. Leider in größerem Umfang, wie der Ringarzt beschied. Boekee durfte den Kampf nicht fortsetzen, Vogt wurde zum Sieger erklärt.

Saba Bolaghi vs. Jean Felipe Prestes dos Santos

Saba Bolaghi bleibt weiterhin in der Erfolgsspur. Der Ausnahme-Ringer vom MMA Spirit konnte sich nach Punkten gegen den kurzfristig eingesprungenen Brasilianer Jean Felipe Prestes dos Santos durchsetzen. Trotz Erfahrungsnachteil überzeugte Bolaghi vor allem im Stand und dominierte durchgehend mit Kicks, Kombinationen und vereinzelten Takedowns. Dos Santos größte Leistung war das Vermeiden einer Submission oder eines technischen Knockouts. Bolaghi konnte am Boden nach Belieben von Position zu Position wechseln, während Zuschauer gebannt auf die erste Offensivaktion des Brasilianers warteten, der, hoffnungslos unterlegen, immerhin bis zu den Punktrichtern durchhielt. Diese werteten den Kampf, wenig überraschend, für Saba Bolaghi.

Muhammed Celebi vs. Sereno Hendriks

Im zweiten Kampf des Abends setzte sich Muhammed Celebi gegen Sereno Hendriks durch. Der Holländer konnte mit einem Takedown das erste Ausrufezeichen setzen, am Boden jedoch nichts ausrichten. Die Kämpfer wurden wieder aufgestellt und hier war es Celebi, der die Vorwärtsbewegung Hendriks‘ mit einer harten Rechten konterte, die den Niederländer zu Boden schickte. Nur wenige weitere Schläge waren nötig, dann wurde Hendriks vom Ringrichter aus dem Kampf genommen.

Islam Khapilaev vs. Jarno Errens

Eröffnet wurde die Veranstaltung zwischen Islam Khapilaev und Jarno Errens. In der ersten Runde konnte Khapilaev schon eine Platzwunde beim Niederländer öffnen, in Durchgang zwei war es dann ein Takedown, mit dem Khapilaev punktete. Der Profi-Debütant aus den Niederlanden konnte sich zwar aus der Rückenlage gut zur Wehr setzen, zog aber nach Punkten den Kürzeren. Khapilaev bleibt damit auch im vierten Profi-Kampf ungeschlagen.

Die Ergebnisse im Überblick:

Top Ten Champions
12. März 2016
Ruhrstadtarena, Herne

Max Coga bes. Hyram Rodriguez via T.K.o. (Aufgabe) in Runde 1
Andreas Birgels bes. Selim Agaev via Disqualifikation in Runde 2

Titelkampf im Leichtgewicht
Khalid Taha bes. Nijat Valuev via T.K.o. (Schläge) in Runde 1

Alexander Vogt bes. Arne Boekee via T.K.o. (Abbruch durch den Ringarzt) in Runde 1
Saba Bolaghi bes. Jean Felipe Prestes dos Santos nach Punkten
Muhammed Celebi bes. Sereno Hendriks via T.K.o. (Schläge) in Runde 1
Islam Khapilaev bes. Jarno Errens nach Punkten