MMA Deutschland

Stephan Pütz: „Ich suche die größtmögliche Herausforderung!“

Stephan Pütz (Foto: Mark Bergmann)

In den Achtzigern verwüstete ein Terminator noch im Alleingang US-amerikanische Großstädte. Heutzutage trifft man den T-800 in Russland, wo er einheimische Herausforderer aus dem Weg räumt und anschließend auf der Privatyacht von M-1-Global-Chef Vadim Finkelchtein gediegen seinen Sieg feiert. Groundandpound-TV bat ihn vorher noch zum Interview.

Es war eine kurze Nacht für Deutschlands bestes Halbschwergewicht Stephan Pütz. Nach nur zwei Stunden schlaf und einer Kanne Öl vom Frühstücksbüffet ist die Maschine fit fürs Interview. Nächster Stop: „The Flying Dutchman“, Finkelchteins Luxusyacht auf der Neva. Nach dem Kampf wird der Terminator zum Jetsetter.

Nicht nur die Nacht von Pütz war kurz, auch der Kampf am Vorabend war es. In der zweiten Runde konnte er den tschetschenischen Herausforderer Valery Myasnikov im Hauptkampf von M-1 Challenge 54 mit hartem Ground and Pound aus der Mount stoppen.

„Ich wurde zweimal mit seinem linken Haken getroffen und es hat sich ein Cut an meinem Auge geöffnet, so dass wir in der Pause entschieden haben, zum Takedown zu gehen, um kein Risiko einzugehen, dass sich der Cut weiter öffnet“, so Pütz.

Was er kühl und technisch beschreibt, war pure Dominanz: Nach den anfänglichen Treffern wurde Myasnikov gnadenlos im Clinch neutralisiert und anschließend auf dem Boden auseinandergenommen. Es war die zweite erfolgreiche Titelverteidigung des Deutschen.

Wer sein nächster Herausforderer sein kann, wollen wir wissen. Mit Artur Astakhov hat sich im Vorprogramm ein starkes Halbschwergewicht aus dem alten Gym von Fedor Emilianenko präsentiert, das gut und gerne in die Fußstapfen des „Letzten Kaisers“ treten könnte. Ein möglicher Gegner, so Pütz.

Als bestes Halbschwergewicht Deutschlands und eines der besten Europas stellt sich für ihn jedoch auch die Frage: Wie realistisch ist ein Wechsel in die UFC? Er lässt keinen Zweifel daran, wie wohl er sich bei M-1 fühlt. Und dennoch:

„Ein Kämpfer hat nicht viel Zeit in seiner Karriere und es ist immer wichtig, die größtmöglichen Herausforderungen zu bekommen. Möglichkeiten, das beste Geld zu verdienen“, so Pütz. „Ich persönlich bin jemand, der gerne neue Länder kennenlernt und neue Erfahrungen sammelt und dazu gehört natürlich auch, eventuell für eine andere Organisation zu kämpfen.“

Also sieht man den Terminator künftig vielleicht bald wieder eine Schneise der Verwüstung durch US-Metropolen ziehen?

Das gesamte Video-Interview mit Stephan Pütz: