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Skandal um Aziz Karaoglus Einmarschmusik bei KSW 35

Aziz Karaoglu vor seinem Kampf bei KSW 35 (Foto: Florian Sädler)

Fast hätte Aziz Karaoglu am Freitag Danzig mit dem KSW-Titel im Mittelgewicht verlassen. Im Hauptkampf von KSW 35 konnte der 39-jährige Düsseldorfer Champion Mamed Khalidov in Bedrängnis bringen, am Ende wurde aber Khalidov zum Sieger nach Punkten erklärt. Ein umstrittenes Urteil, das noch immer für hitzige Diskussionen sorgt. Kontrovers wird momentan aber auch über eine andere Sache diskutiert, und zwar über Aziz Karaoglus Musik beim Einmarsch in den Käfig.

So lief Karaoglu mit einem Naschid ein, das in der Vergangenheit von der Terrororganisation Al-Qaida zu Propagandazwecken verwendet wurde. Ein Naschid ist eine Art der islamischen Musik, in der religiöse Inhalte vorgetragen werden. Karaoglu lief mit dem Naschid „Naam Qatil“ ein. Darin wird unter anderem zur Rückkehr zur Religion und zum Kampf gegen den Unglauben gesungen.

Die Musik hätte laut Karaoglu am Freitag überhaupt nicht gespielt werden sollen. In einem Video-Statement äußerte er sich bei den polnischen Kollegen von MMANews.pl wie folgt zu der Verwendung der kontroversen Musik: „Hallo Polen, hallo KSW-Fans. Als erstes möchte ich mich für die Unterstützung in meinem Kampf gegen Mamed Khalidov bedanken. Es war ein guter Kampf. Ich mag das Kämpfen und ich geben mein bestes für euch und für KSW. Ich will nur sagen, dass KSW einen großen Fehler gemacht hat. Sie haben für meinen Einmarsch den falschen Song benutzt. Ich wollte eigentlich den gleichen Song wie gegen Maiquel Falcao benutzen. Den findet ihr im Internet. Es war nicht meine Schuld. Es war die Schuld von KSW. Deswegen reden die Leute jetzt über Islam und Terrorismus. Ich versuche einfach nur ein guter Mensch zu sein, ein guter Familienvater zu sein. Auch Mamed ist ein guter Mensch. Er ist, wie ich, kein Terrorist. Wir sind einfach nur Muslime und wir unterstützen keinen Terrorismus. Ich will in den Käfig zurückkehren und wieder in Polen kämpfen.“

Das Naschid hatte Karaoglu bereits im vergangenen Jahr bei KSW 31 als Einlaufmusik für seinen Kampf gegen Jay Silva verwendet. Damals fand die Verwendung der Musik aber kaum Aufmerksamkeit.

Auf die Frage, ob Karaoglu darüber Bescheid wusste, dass die Musik in Propagandavideos von Al-Qaida verwendet wird, antwortete der Düsseldorfer gegenüber MMARocks.pl: „Nein, das wusste ich natürlich nicht. Wenn jemand mit einem Hip-Hop-Song zum Käfig kommt, heißt das dann, dass er ein Gangster, ein Drogendealer oder ein „Motherfucker“ ist? Ich denke nicht.“

KSW hat sich zu der Situation, die gerade wie ein Lauffeuer durch die polnischen Medien geht, noch nicht geäußert.

Karaoglus Statement in englischer Sprache könnt ihr euch hier anhören: