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Schadyew: "Radzhabov hat vier von fünf Kampfrunden für sich entschieden!"

Oleg Schadyew (r.) mit GMC-Titelträger Loik Radzhabov vom Gladiator Team Dresden. (Bild: Foto Seven Sport)

Loik Radzhabov besiegte bei GMC 12 den Serben Damir Mihajlovic mit einer geteilten Punktentscheidung und gewann damit den Interimstitel im Weltergewicht von German MMA Championship. Mihajlovic und sein Team legten nach dem Duell offen, mit der Entscheidung keinesfalls einverstanden zu sein (GNP1.de berichtete). Widerspruch gegen das Ergebnis wurde eingelegt.

Mihajlovic sprach sogar davon, seine Karriere an den Nagel hängen zu wollen, sofern die Punktentscheidung nicht revidiert werden würde. Jetzt meldete sich auch das gegnerische Team bei uns zu Wort. Oleg Schadyew, seines Zeichens Cheftrainer bei Gladiator Team Dresden, bezog zu den Worten von Mihajlovic und Dijakovic Stellung.

„Ich bin leider sehr enttäuscht zu hören, dass Damir und sein Manager Ivan das Urteil der Kampfrichter anzweifeln und sogar von ‘Betrug‘ sprechen“, so Schadyew. „Der Kampf zwischen Damir und Loik verlief fair und ohne jeglichen ‘Heimvorteil‘, wie uns nun vorgeworfen wird! Nach mehrmaligem Begutachten des Videos - und ich spreche jetzt nicht als Loiks Trainer und Freund - kann ich aus ganz neutraler Perspektive sagen, dass Loik vier von fünf Kampfrunden für sich entschieden hat.

Eine Niederlage ist natürlich für jeden Kämpfer sehr schwer zu akzeptieren und manchmal auch nicht unbedingt nachvollziehbar, denn man verbringt die meiste Zeit mit Trainings und Vorbereitungen, achtet auf seine Ernährung und verspürt zudem hohe Nervosität und Ehrgeiz, jedoch finde ich Damirs brisante Aussage vom ‘Beenden seiner Karriere‘ etwas zu voreilig und viel zu drastisch. Ich kann nur hoffen, dass die beiden sich den Kampf erneut anschauen und einsehen, dass die Bewertungen rechtens und fair abliefen.“

Des Weiteren erklärte uns Schadyew, wie es zum Auftritt von Radzhabov bei GMC 12 kam, nachdem Kerim Engizek aufgrund einer Knieverletzung absagen musste.

„Das Kampfangebot, bei GMC 12 anzutreten, bekamen wir eine Woche vorher. Als uns vorgeschlagen wurde gegen Damir um den Titel zu kämpfen, war ich von Anfang an dagegen, da Loik in der Regel in einer Gewichtsklasse weiter unten antritt (bis 70 kg), deutlich weniger Erfahrung mitbringt und außerdem viel kleiner als sein Kontrahent ist. Nichtsdestotrotz bestand Loik auf diesen Kampf und wir begannen mit den intensiven Vorbereitungen.

Über Ivans Dijakovic’s Aussage bzw. Vorwurf, dass bei dem Kampf ‘russische Verhältnisse‘ herrschten, sind wir sehr entsetzt und ich finde die Wortwahl sogar äußerst unangebracht. Dem kann ich nicht zustimmen, denn ich kenne die GAMMAF seit Jahren und alle ihre Bewertungen waren unabhängig und fair. Außerdem sind die Punktrichter Deutsche und die GMC, eine deutsche Veranstaltung.

MMA ist seit Jahren eine große Leidenschaft für mich und ich investiere sehr viel Zeit und Kraft in diese Sportart. Für mich ist die größte Priorität, dass der Sport nach strikten Regeln abläuft und fair bleibt. Ich setze mich seit Jahren für Jugendliche mit Migrationshintergrund ein, um ihnen bei der Integration durch den Sport zu helfen. Ganz besonders dort sollte man mit gutem Vorbild vorangehen und fair und sportlich bleiben. Dazu gehört auch, immer den Gegner zu respektieren und aus Niederlagen zu lernen und daraus stärker als zuvor zu werden.“

Eine Auswertung des offiziellen Einspruchs steht noch aus. Laut GMC-Informationen, werden sich drei neutrale Punktrichter das Video des Kampfes ansehen und diesen nochmal bewerten.