MMA Deutschland

Respect.FC Caged 2: Ayari und Dörrer lassen die Halle beben

Am gestrigen Samstag endete das deutsche MMA-Jahr 2015 in Karlsruhe mit Respect.FC Caged 2. Eine von Verletzungen und Absagen gebeutelte Veranstaltung konnte am Ende acht unterhaltsame Kämpfe aufbieten, die bis auf einen alle vorzeitig endeten. So auch der Hauptkampf, in welchem Jessin Ayari in Twan van Buuren innerhalb von drei Tagen den dritten Gegner vorgesetzt bekam. Der Niederländer hatte bei seiner Anfahrt nach Karlsruhe jedoch mehr im Kopf, als nur die Gage einzustecken.

Nur 24 Stunden lagen zwischen der Annahme und der Austragung des Kampfes zwischen dem Niederländer Twan van Buuren und German-Top-3 Weltergewicht Jessin Ayari, der zudem einen kräftig lärmenden Fan-Block mitgebracht hatte. Davon ließ sich van Buuren jedoch nicht beeindrucken, sondern startete aggressiv und setzte Ayari sofort unter Druck, der auf der Außenbahn blieb und mit Kombinationen und Aufwärtshaken konterte. Ein Takedown brachte "Abacus" in die Position, einen Side Choke anzusetzen, aus dem sich der Niederländer erst nach langer Kampfzeit befreien konnte.

Ab der zweiten Runde landeten Ayaris Hände häufiger. Immer wieder kam der Uppercut durch und eine Linke beförderte van Buuren zum ersten Mal auf den Hosenboden. Zwar versuchte er, mit eigenen Kombinationen zu punkten, die kurze Vorbereitungszeit war ihm jedoch von Minute zu Minute deutlicher anzumerken. Im letzten Durchgang war die Gegenwehr dann gebrochen. Ayari brachte den Kampf ein weiteres Mal auf die Matte und feuerte dann solange Schläge ab, bis sich der zähe van Buuren nicht mehr aktiv verteidigte.

Daniel Dörrer bringt Sead Kahrovic zur Aufgabe

Auch der schwerste Kampf des Abends endete erwartungsgemäß vor Ablauf der Kampfzeit. Daniel Dörrer begann gegen Schwergewicht Sead Kahrovic gewohnt mit Lowkicks. Leider landete einer der Tritte versehentlich in Kahrovics Weichteile. Nicht der einzige Tieftreffer, den Kahrovic im Laufe der ersten Runde anzeigte, die ansonsten kaum Höhepunkte vorweisen konnte. Im zweiten Durchgang drehte Dörrer dann auf. Ein Tritt wurde ihm jedoch vorübergehend zum Verhängnis, denn Kahrovic fing den Kick ab und warf seinen Gegner auf die Matte.

Es sollte nur eine kurze Hochphase für den Düsseldorfer werden, denn der Lokalmatador konnte sich recht schnell befreien und in die Mount gelangen, von wo aus er Schläge abfeuerte. Kahrovic drehte sich weg und lud Dörrer ein, sich den Rücken zu schnappen. Dieser versuchte sich an einem Rear-Naked Choke, kam aber nicht an der Deckung vorbei und verlegte sich stattdessen auf Schläge. Die Glocke rettete Kahrovic, der dann jedoch in der Pause das Handtuch warf.

Nasufovic komplettiert Hammers-Trio, Hasny gelingt Überraschung

Nihad Nasufovics Durststrecke ist vorüber. Nach zwei Niederlagen am Stück konnte der Hammers-Team-Kämpfer es seinen Kollegen gleich tun und ebenso einen vorzeitigen Sieg feiern. Nachdem er gegen den einen Kopf größeren Filip Brdaric mit der rechten Overhand begann und sich daraufhin in beiden Runden recht früh auf dem Rücken wiederfand, zog Nasufovic kurz vor Ablauf des zweiten Durchgangs einen Triangle Choke an, der drei Sekunden vor Ende, also gerade noch rechtzeitig, zur Aufgabe Brdarics führte.

Nur ein einziges Mal mussten die Punktrichter in Karlsruhe einen Kampf entscheiden. Und die Leichtgewichte Ken-Antwi Adjei und Sylwester Hasny machten es ihnen nicht einfach. Von Beginn an zeigten sich die unterschiedlichen Strategien. Während Adjei um Hasny herum tänzelte und immer wieder die Distanz für kurze Kombinationen überbrückte, ging der Pole zu Lowkicks und Takedowns über. In jeder Runde konnte Hasny seinen Gegner mindestens einmal auf den Rücken werfen. Adjei verteidigte weitere Angriffe auf der Matte, hatte aber entsprechend wenig Zeit, um im Stand Akzente zu setzen. Das sahen die Punktrichter ähnlich, die den Kampf geschlossen für Hasny werteten.

Soysüren stoppt Beljic, Nüssle bringt sich um den Sieg

Verwirrend endete die Begegnung zwischen dem Stuttgarter Murat Soysüren und dem Franzosen Jordan Beljic aus Metz. Soysüren begann mit einer eingesprungenen Rechten, die lautstark einschlug. Es ging in den Clinch und von dort auf die Matte. Dort musste sich Soysüren schnell gegen einen Armbar verteidigen, drehte sich heraus und kam in die Half Guard. Beim Aufstehen landete Soysüren weitere Treffer gegen Beljic, der urplötzlich zu Boden ging und sich die Leiste hielt. Der Ringrichter ging dazwischen, brach den Kampf aber nicht sofort ab. Erst nachdem Beljic mit schmerzverzerrtem Gesicht signalisierte, er könne nicht weiterkämpfen, wurde das Duell vom Ringrichter beendet. Der Handtuchwurf des französischen Teams war nicht mehr nötig.

Für Kopfschütteln sorgte Benjamin Nüssle gegen Iron Sadiki. Nüssle begann mit einem Single-Leg Takedown und konnte sogar die Mount erreichen. Obwohl er Sadiki am Käfig kontrollieren konnte, ging er überraschend zu einem Leglock über, ließ sich nach hinten fallen und zog Sadiki auf sich. Dieser verteidigte den Aufgabegriff gekonnt und schlug mehrere Hände am Boden, die Nüssle nicht nur anklingelten, sondern den Kampf ohne Umschweif beendeten.

Kalyniuk und Aslaner machen kurzen Prozess

Im Aufeinandertreffen der Standkämpfer Ruslan Kalyniuk und Mehmet Balik ging es nach einem wilden Schlagabtausch schnell auf die Matte. Kalyniuk konterte den Takedown von Balik und landete selbst in der Mount, aus der er solange Schläge anbrachte, bis Balik seine Arme weit von sich streckte. Kalyniuk musste nur zugreifen und sich fallen lassen und hatte nach kurzer Zeit die Armbar.

Im ersten Kampf des Abends setzte sich Ozan Aslaner bereits nach einer Minute gegen Eugen Braun durch. Nach kurzem Abtasten feuerte Braun einen Spinning Back Kick ab, der jedoch das Ziel verfehlte. Aslaner wehrte anschließend einen Clinch-Versuch ab und schlug nach einer knappen Minute eine präzise Rechte ans Kinn. Braun knickte ein, musste noch einen Schlag einstecken und wurde vom Ringrichter vor weiterem Schaden beschützt.

Enttäuschung für die WMMA-Fans

Die für den Frauenkampf zwischen Adriane Schneider und Sandra Redegeld angereisten Fans wurden leider enttäuscht. Nachdem Redegeld mit fast drei Kilogramm Übergewicht am Kampftag erschien und keine Anstalten machte, in den Stunden vor der Veranstaltung noch Gewicht zu verlieren, lehnte es Schneiders Seite ab, mit ihr in den Käfig zu steigen.

Die Ergebnisse im Überblick:

Respect.FC Caged 2
19. Dezember 2015
Rintheimer Sporthale, Karlsruhe

Jessin Ayari bes. Twan van Buuren via T.K.o. (Schläge) nach 1:50 in Rd. 3
Daniel Dörrer bes. Sead Kahrovic via Aufgabe nach 5:00 in Rd. 2
Nihad Nasufovic bes. Filip Brdaric via Triangle Choke nach 4:57 in Rd. 2
Sylwester Hasny bes. Ken-Antwi Adjei einstimmig nach Punkten
Murat Soysüren bes. Jordan Beljic via T.K.o. (Verletzung) nach 2:54 in Rd. 1
Iron Sadiki bes. Benjamin Nüssle via K.o. (Schläge) nach 1:55 in Rd. 1
Ruslan Kalyniuk bes. Mehmet Balik via Armbar nach 1:35 in Rd. 1
Ozan Aslaner bes. Eugen Braun via T.K.o. (Schläge) nach 1:00 in Rd. 1