MMA Deutschland

Respect.FC 13 Ergebnisse: Billstein krönt sich zum Champion

Jonas Billstein heißt der neue Interimschampion von Respect.FC

Am Samstag veranstaltete Respect.FC zum ersten Mal eine Veranstaltung in Baden-Württemberg. Der Umzug nach Süden machte sich vor allem in tropischen Temperaturen in Karlsruhe bemerkbar, die alle Beteiligten auf eine harte Probe stellten. Zudem brannten die Athleten im Ring ebenfalls ein Feuerwerk ab. Von hochklassigen Duellen, Submissions und zahlreichen K.o.s war für jeden MMA-Fan etwas dabei.

Jonas Billstein heißt der neue Interimschampion im Halbschwergewicht von Respect.FC. Der Kölner setzte sich nach drei Runden gegen den Mannheimer Tassilo Lahr durch und gewann einen eindeutigen Punktentscheid. Bereits vor dem Kampf war es Billstein anzumerken, wie heiß er auf dieses Duell war. Der 24-Jährige tigerte während der Veranstaltung fokussiert durch die Flure der Rintheimer Sporthalle und holte den inneren Diego Sanchez in sich hervor, indem er sich während des Kampfes mit lauten Rufen selbst motivierte. Diese Rufe waren gegen den Eisenschädel Tassilo Lahr nötig, denn egal wie oft Billstein auch traf, Lahr wankte nicht.

Der "Thai Tank" ging mit unerschütterlicher Konsequenz in die Nahdistanz und verwickelte Billstein immer wieder in einen Schlagabtausch, bei dem der Kölner zwar die häufigeren Treffer setzte, sich aber wiederholt eine Linke fing. Lahr zog meist die Deckung hoch und wartete die Kombinationen Billsteins ab, gab ihm anschließend aber noch einen Haken als Geschenk auf die Reise zurück in die Ringmitte mit. Der Kämpfer vom Combat Club Cologne erarbeitete sich ein Übergewicht und zeigte sich im Stand variabel, attackierte mit harten Leg Kicks, schnellen Händen und vereinzelten Takedowns, schaffte es aber nicht, Lahr am Boden festzuhalten geschweige denn, vorzeitig zu besiegen. So mussten am Ende die Punktrichter entscheiden, die den Kampf einstimmig zu Gunsten Billsteins werteten.

Kimmling geht K.o., Birgels gibt auf, Merkt braucht nur Sekunden

Zuvor gab es hauptsächlich Kurzeinsätze im Ring. Lokalmatador Sebastian Heil hatte mindestens das halbe Publikum hinter sich, als er gegen Daniel Kimmling einmarschierte. Eine Minute später explodierte die Halle regelrecht. Kimmling setzte zum Takedown an, musste jedoch Ellenbogen gegen die Schläfe einstecken und ging runter, weitere Treffer von Heil erledigten den Rest. Eine triumphale Rückkehr nach fast drei Jahren Ringpause für den Karlsruher. An dieser Stelle auch gute Besserung an Daniel Kimmling, der nur schwer humpelnd den Ring verlassen konnte.

Triumphal hätte es auch für Andreas Birgels werden sollen. Am Ende verließ der Düsseldorfer Karlsruhe mit hängendem Kopf. Grund war eine überraschende Niederlage gegen den dagestanischen Ringer Shamil Ertuganov. Trotz nur drei Tagen Vorbereitung auf seinen Gegner, begann "Zega" stark, setzte Ertuganov mit Treffern gut zu, bevor es auf die Matte ging. Ertuganov bearbeitete Birgels mit Schlägen, kassierte aber eine gelbe Karte, da er sich dabei an den Ringseilen festhielt. Es ging kurz zurück in den Stand bevor Ertuganov den Kampf über den Clinch erneut auf den Boden verlagerte. Birgels nahm weitere Schläge, versuchte dann aber, das Bein Ertuganovs anzugreifen und ließ dabei jedoch seinen Arm ungeschützt. Ertuganov griff sofort zu und zog einen Armhebel an, aus dem Birgels abklopfen musste.

Im Duell der beiden German Top Ten-Schwergewichte setzte sich der Kölner Martin Merkt gegen David Ott durch. Ott kam mit schnellen und heftigen Schlägen aus seiner Ecke und zwang Merkt in den Rückwärtsgang. Der Hüne steckte die Attacken weg, konnte wieder Distanz zwischen sich und dem kleineren Ott herstellen und seinen Gegner dann mit einem Wirkungstreffer zu Boden schlagen. Der 21-Jährige setzte mit schnellen Schlägen nach und beendete den Kampf bereits nach 27 Sekunden.

Mit KO zum WKU-Titel: Daniel Dörrer und Ken Antwi-Adjei

Daniel Dörrer hat mit der deutschen Meisterschaft im Halbschwergewicht seit gestern einen WKU-Titel mehr in der Sammlung und gewann diesen mit einem Knall. Der Kickboxer aus Ellwangen bearbeitete von der ersten Sekunde an die Beine seines Mannheimer Gegenübers Konstantin Ivanov. Der Kiboju-Athlet hielt im Stand gut mit, gestaltete die erste Runde äußerst spannend und konnte Dörrer ein ums andere Mal mit schweren Händen in Bedrängnis bringen. Ab dem zweiten Durchgang zeigten die zahlreichen Leg Kicks jedoch Wirkung bei Ivanov. Dörrer trieb den Schüler von Dennis Siver vor sich her, bis dieser sich vor Schmerzen kaum noch auf den Beinen halten konnte. Gerade, als Ivanov einen weiteren Low Kick in der Ringecke abblocken wollte, schlug der Tritt stattdessen im Obergeschoss ein. Ivanov sackte sofort zusammen und war K.o.

Ivanovs Teamkollege Ken Antwi-Adjei machte es im Duell mit Frank Wolk um die deutsche WKU-Meisterschaft im Leichtgewicht deutlich besser. Nur einen Schlag benötigte Antwi-Adjei dabei, um sich den Gürtel zu sichern. Wolk begann aggressiv, versuchte Antwi-Adjei zu stellen, aber der Kämpfer vom Kiboju mied die Schläge geschickt und hielt sich Wolk vom Leib. Nach 40 Sekunden hatte Antwi-Adjei genug von seinem Gegner gesehen und feuerte eine rechte Rakete ab, die perfekt traf und Wolk sofort ins Land der Träume schickte.

Der Nachwuchs präsentiert sich in Karlsruhe

Zum ersten Mal richtig laut wurde es beim Duell zwischen Armondas Degimas und Artem Buchhammer. Buchhammer hatte zahlreiche Fans aus dem Schwarzwald mitgebracht und unterhielt diese anfangs bestens mit seinen technischen Attacken. Degimas brachte zwar eine beeindruckende Physis mit in den Ring, hatte außer einer wilden Rechten zu Beginn wenig entgegen zu setzen. Das änderte sich im zweiten Durchgang, als das Duell auf die Matte ging. Ein Kniestoß am Boden drehte die Parte zu Gunsten Degimas, der anschließend aber in wilde Raserei verfiel und erst zwei Soccer Kicks zum Kopf abfeuerte und Buchhammer dann noch mit Schlägen zum Hinterkopf traf. Der Ringrichter griff bei beiden Regelverstößen nicht ein, brach aber den Kampf ab, da sich Buchhammer nicht mehr verteidigte. Wer jetzt an einen T.K.o.-Erfolg des Kämpfers vom Kong's Gym glaubte, wurde überrascht. Nach kurzer Diskussion mit dem Kampfgericht wurde Degimas disqualifiziert und Buchhammer zum Sieger erklärt.

Neben Billstein und Lahr mussten nur Ozan Aslaner und Andris Galaida auf die MMA-Punktrichter vertrauen. Der Paderborner Aslaner zeigte von Beginn an seine Überlegenheit im Stand und nutzte die Lücken in der Deckung Galaidas gekonnt aus. Nachdem Aslaner neben Galaida auch mit der rutschigen Ringoberfläche zu kämpfen hatte und drei Mal fast von alleine zu Boden ging, verlagerte der Wombat das Duell ab dem zweiten Durchgang absichtlich auf die Matte. Hier konnte er sich zwar gute Positionen erarbeiten, seine Unerfahrenheit verhinderte jedoch, dass er Galaida etwa in einem Triangle Choke zur Aufgabe bringen konnte. Galaida hielt wacker dagegen, musste aber schlussendlich eine Niederlage einstecken.

Die MMA-Kämpfe wurden mit einer Begegnung im Semi-Pro-MMA begonnen. Im Nachwuchsduell zwischen Kai Werther und Patrick Borchert ging es gleich ordentlich zur Sache. Nur wenig Zeit verbrachten die Kämpfer auf den Beinen, bevor sich Borchert auf der Matte schnell eine gute Position erarbeiten und Werther so lange mit Schlägen eindecken konnte, bis der Ringrichter nach knapp zwei Minuten ein Einsehen hatte und den Kampf beendete.

Standkämpfer machen Lust auf mehr

Neben den MMA-Begegnungen kamen auch Fans des gepflegten Standkampfs auf ihre Kosten. Im technisch hochwertigsten Duell setzte sich Amer Osmanhodzic nach Punkten gegen Ferid Salihi durch. Osmanhodzic konnte durch kraftvolle Boxkombinationen punkten und streute zwischendurch sogar noch einen Tornado Kick ein, der von den Fans wohlwollend mit Applaus begleitet wurde. Salihi hatte von Beginn an Schwierigkeiten mit seinem Ulmer Gegner und konnte erst in der letzten Runde eigene Akzente setzen. Da war es jedoch schon zu spät, um das Ruder herumzureißen.

Nur wenige Augenblicke im Ring hatten Ruslan Mahmutov und Kai Obergföll. Bereits in der ersten Runde holte sich Obergföll eine Platzwunde am Schienbein ab und durfte den Kampf nicht fortführen. Mahmutov wurde zum Sieger erklärt. Im Eröffnungskampf von Respect.13 setzte sich Willi Erling gegen Chan Durmaz durch. Durmaz gestaltete die erste Runde gut mit, holte sich aber im zweiten Durchgang eine blutige Nase und musste zahlreiche Treffer einstecken, die schließlich die Niederlage nach Punkten bedeuteten.

Die Ergebnisse im Überblick:

Respect.FC 13
18. Juli 2015
Rintheimer Sporthalle, Karlsruhe, Deutschland

Interim-Titelkampf im Halbschwergewicht
Jonas Billstein bes. Tassilo Lahr einstimmig nach Punkten

Sebastian Heil bes. Daniel Kimmling via T.K.o. (Schläge) nach 0:56 in Rd. 1
Shamil Ertuganov bes. Andreas Birgels via Armbar nach 1:56 in Rd. 1

Deutsche WKU-Meisterschaft im Halbschwergewicht
Daniel Dörrer bes. Konstantin Ivanov via K.o. (Head Kick) nach 1:56 in Rd. 2

Martin Merkt bes. David Ott via T.K.o. (Schläge) nach 0:27 in Rd. 1

Deutsche WKU-Meisterschaft im Leichtgewicht
Ken Antwi-Adjei bes. Frank Wolk via K.o. (Schlag) nach 0:47 in Rd. 1

Artem Buchhammer bes. Armondas Degimas via Disqualifikation in Rd. 2
Ozan Aslaner bes. Andris Galaida einstimmig nach Punkten
Patrick Borchert bes. Kai Werther via T.K.o. (Schläge) nach 1:54 in Rd. 1

K-1
Amer Osmanhodzic bes. Ferid Salihi nach Punkten
Ruslan Mahmutov bes. Kai Obergföll via T.K.o. (Cut) in Rd. 1
Willi Erling bes. Chan Durmaz nach Punkten