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Rany Saadeh: „Ich habe es verdient, um den Titel zu kämpfen!“

Rany Saadeh (Foto: Valentino Kerkhof/Grounandpound.de)

Rany Saadeh ist mit fünf Siegen aus sechs zum Teil internationalen Kämpfen das unbestritten beste Fliegengewicht Deutschlands und steht in England kurz vor einem Titelkampf in der prestigeträchtigen BAMMA-Organisation. Für den will er sich am 5. April zumindest empfehlen, wenn er in London bei BAMMA 15 auf den Briten Mahmood Besharate (5-0) in den Käfig steigt. Im Fall eines Sieges wäre der erst 20-Jährige Berliner auch ein Geheimtipp für die UFC, die im Zuge ihres Deutschland-Comebacks noch den einen oder anderen Platz im Kader frei haben dürfte.

Groundandpound.de: Rany, am 5. April wirst du in London bei BAMMA 15 gegen Mahmood Besharate in den Käfig steigen, einen erfahrenen Striker.
Rany Saadeh: Ich erwarte einen sehr vielseitigen Kampf. Trotz der Striking-Erfahrung meines Gegners hat er seine letzten Kämpfe viel in den Clinch und auf den Boden verlagert. Ich denke, wir werden in diesem Kampf alle Facetten der MMA abdecken.

Wärst du denn bereit, dich mit ihm im Stand zu messen?
Die Frage ist, ob mein Gegner bereit ist, sich mit mir im Stand zu messen! Ich habe bisher schon gegen stärkere Striker gekämpft und immer waren sie diejenigen, die mich im Stand gemieden haben. Mahmood ist clever genug, um das Risiko eines K.o. nicht einzugehen. Wenn er das doch tun sollte, dann bin ich mehr als bereit, mich mit ihm im Stand zu messen. Sollte sich die Möglichkeit bieten, verlagere ich meine Kämpfe aber immer zu Boden, denn dort fühle ich mich noch wohler.

Im Februar hattest du uns erklärt, dein nächster Kampf sei ein Titel-Eliminator.
Das liegt ganz an BAMMA. Offizielle Titel-Eliminatorkämpfe gibt es nicht. Nach einem guten Sieg hätte ich es meiner Meinung nach mehr als jeder andere verdient, um den Titel zu kämpfen.

Der Titel ist nach wie vor vakant, warum steht er nicht jetzt schon auf dem Spiel?
Das kann ich selbst nicht erklären. Ich denke, alles kommt zu seiner Zeit.

Du hast Beharate als Wunschgegner bezeichnet. Warum?
Der Kampf rückt mich am nächsten an den Titel. Er hätte schon früher stattfinden sollen.

Wie wird der Kampf enden?
Ich möchte keine Prognose wagen, aber ich plane wieder etwas Großes von mir.

Wo bereitest du dich vor? Bei deinem Heim-Team IMAG in Berlin oder in England?
Ich trainiere zur Zeit kreuz und quer in Berlin, hauptsächlich bin ich in der IMAG. Für diesen Kampf war ich für einen kurzen Trip bei der MMA Academy in Liverpool, unter Jason Tan, und hatte dort Trainingspartner wie Pietro Menga, Mike Wootten und Aaron Aby.

Wie kam es zu der England-Conection, du kämpfst und trainierst ja schon länger dort?
Ich mag es einfach zu reisen und die Leute kennenzulernen. Besonders der Kampfsport verbindet Menschen. Mit 18 habe ich meine erste Trainingsreise nach Liverpool gemacht und somit den Grundstein gelegt. Seitdem habe ich viele Kontakte zu verschiedenen Gyms, Coaches und Kämpfern geknüpft.

BAMMA ist die größte Organisation Englands, eine der größten Europas. Dein Debüt dort war sehr beeindruckend. Wie wurdest du aufgenommen?
Die Engländer waren recht zufrieden mit mir und ich denke, deshalb kam auch das Vertragsangebot. BAMMA scheint Interesse daran zu haben, mich weiter aufzubauen.

Du hast einmal gesagt, es war immer dein Traum, in einer Organisation wie BAMMA zu kämpfen. Nun bist du dort, mit gerade einmal 20 Jahren. Ist es schwer, auf dem Boden zu bleiben?
Es hat sich nichts geändert, ich führe noch dasselbe Leben. Ich wohne immer noch in Berlin, trainiere immer noch mit den gleichen Leuten und habe immer noch die gleichen Freunde. Da ist es eher schwer, nicht auf dem Boden zu bleiben. Zudem habe ich noch weitere Träume und setze mir immer wieder neue und höhere Ziele.

Welche denn?
Ich will in der UFC kämpfen, siegen und zu den Besten gehören! Außerdem wünsche ich mir, noch einmal in meiner Heimatstadt Berlin zu kämpfen.

Wie der Zufall es will, wird die UFC am 31. Mai einen Event in Berlin abhalten und benötigt definitiv noch nationale Verstärkung. Das wären bei einem verletzungsfreien Sieg acht Wochen Vorbereitungszeit für dich. Würde das reichen?
Es wäre mehr als genug Zeit um keine kurze Pause einzulegen und mich dann vorzubereiten. Ich bin fit, ich stehe mitten in der Vorbereitung. Sollte die UFC mich für ihre Veranstaltung in Berlin auswählen, bin ich bereit.

BAMMA war in der Vergangenheit bereits für viele Kämpfer ein Sprungbrett in die UFC. Du hast dort einen Vertrag über fünf Kämpfe – würdest du da überhaupt rauskommen?
Ich fühle mich bei BAMMA recht wohl. Sollte ich das nicht mehr tun, oder sollte ich von einer anderen Organisation ein besseres Angebot kriegen, denke ich, dass BAMMA gut mit sich reden lässt und sich kooperativ verhält.

Was können wir, einen Sieg vorausgesetzt, im Jahr 2014 noch von dir erwarten? Es ist schwer vorauszuplanen. Wir werden sehen, wie es sich in diesem Jahr entwickelt. Als Ziel strebe ich an, zu den Top Fünf Europas zu gehören.

Wer mit Rany Saadeh in Kontakt treten möchte, kann dies über seine offizielle Facebookseite oder per Twitter (@RanyMMA) tun. BAMMA 15 wird am 5. April in der Londoner Copper Box Arena stattfinden und für deutsche Fans leider nicht im TV oder Internet übertragen werden. Groundandpound.de wird live vor Ort sein und einen Veranstaltungsbericht sowie Interviews nach den Kämpfen liefern.