MMA Deutschland

Minderjähriger Wettkämpfer bei We Love MMA verletzt

Schwerere Verletzungen sind im Kampfsport glücklicherweise äußerst selten, ganz vermeiden lassen sie sich trotz zahlreicher Sicherheitsvorkehrungen aber manchmal nicht. Am 10. Dezember hat sich ein Kämpfer bei We Love MMA 27 in Berlin einen doppelten Kieferbruch zugezogen – ein Fall, der von großen Medien nicht unbeachtet blieb. Denn der Verletzte, der vor anderthalb Jahren von Afghanistan nach Deutschland geflohene Mustafa Ahmadi, war zum Zeitpunkt des Kampfes noch minderjährig.

Ahmadi stieg bei der Veranstaltung in der Mercedes-Benz-Arena gegen Rustam Yusupov in den Käfig. In der zweiten Runde wurde Ahmadi zu Boden geschlagen, kassierte Ground and Pound und ein illegales Knie zum Kopf, das schließlich zur Disqualifikation Yusupovs führte. Ahmadi wurde dementsprechend zum Sieger erklärt, musste aufgrund eines Kieferbruchs aber ins Krankenhaus gebracht und operiert werden. Erst nach dem Kampf stellte sich heraus, dass Ahmadi erst 16 Jahre alt ist und somit nie hätte antreten dürfen.

„Die Veranstaltungen der We Love MMA Serie werden in Anlehnung an dem internationalen Regelwerk der „Unified Rules of Mixed Martial Arts“ durchgeführt“, so die Veranstalter in einer Pressemitteilung. „Neben weiteren Ergänzungen haben die Veranstalter sich selbst zur Auflage gemacht, keine nicht volljährigen Personen bei der Veranstaltung antreten zu lassen. Gegen diese Vorgabe hat der Sportler Mustafa Ahmadi durch vorsätzliche Täuschung verstoßen. Aus diesem Grund wird die Begegnung nicht gewertet.“

Laut Regelwerk dürfen Wettkämpfer bei We Love MMA erst ab dem vollendeten 18. Lebensjahr in den Käfig steigen. Auf dem ärztlichen Fragebogen wurde laut einem Bericht der WELT ein falsches Geburtsdatum angeben, nach dem Ahmadi zum Kampfzeitpunkt volljährig gewesen wäre. Eine Ausweiskontrolle habe es seitens des Veranstalters nicht gegeben, sei bisher auch unüblich gewesen.

„Sportler und Trainer haben die Verantwortung für dieses Vergehen vollumfänglich übernommen“, so We Love MMA. „Auch wenn wir in den letzten Jahren mit dem Team und Trainer vertrauensvoll zusammen gearbeitet haben und der Sportler bereits bei mindestens einer weiteren Organisation in Deutschland angetreten ist und sogar einen Titelkampf absolviert hat, wird We love MMA auf seine Altersbeschränkung nicht verzichten. Weitere Sanktionen und Konsequenzen aus diesem Vorfall werden mit dem überwachenden Verband, die Grappling and Mixed Martial Arts Association e.V. besprochen und folgen. Auch wenn wir eine weitere Teilnahme von Mustafa an unseren Events ausschließen, wünschen wir ihm eine schnelle Genesung und alles Gute.“