MMA Deutschland

Michal Materla vs. Aziz Karaoglu für GMC 9 im Gespräch

Michal Materla und Aziz Karaoglu (Fotos: Florian Sädler)

Nach der umstrittenen Niederlage gegen Mamed Khalidov bei KSW 35 im Mai könnte Aziz Karaoglu schon bald auf den nächsten Top-Mittelgewichtler aus Polen treffen. Das Management von Michal Materla hat Interesse an einem Kampf signalisiert, der diesmal allerdings in der Heimat von Karaoglu stattfinden soll - nämlich bei GMC 9.

Das Kapitel KSW ist für den Düsseldorfer Aziz Karaoglu (9-7) vermutlich erst einmal beendet, zumindest was Auftritte im Ring angeht. Nach einer Punktniederlage gegen Mittelgewichtschampion Mamed Khalidov bei KSW 35, die von Medien und Fans scharf kritisiert wurde, und dem Skandal um ein fragwürdiges Einmarschlied, das den 39-jährigen Düsseldorfer im schlimmsten Fall mehr als 180.000 Euro Strafe kosten könnte, sind die Fronten zwischen Karaoglu und der führenden MMA-Eventserie Polens verhärtet. Wie es weitergeht, müssen Gerichte entscheiden.

Materla-Management will Kampf gegen Karaoglu

Sportlich könnte es Karaoglu aber trotzdem bald mit einem weiteren polnischen Top-Mittelgewicht zu tun bekommen, und zwar dem früheren KSW-Champion Michal Materla (23-5). Der 32-Jährige unterlag Khalidov in einem Titelkampf im vergangenen November nach nur 31 Sekunden durch K.o. und musste dabei seinen Gürtel abgeben. Mit einem Sieg über Karaoglu im Rücken wäre ihm ein Rückkampf jedoch so gut wie sicher. Materlas Management hat deshalb Interesse an einem entsprechenden Kampf angemeldet.

"Vor einigen Wochen gab es bereits ein loses Gespräch mit den Veranstaltern von GMC, die einen Kampf zwischen Aziz und Michal angefragt haben", so Materlas Manager Norbert Sawicki. "Wir wollten damals aber erst einmal abwarten, was Aziz im Kampf gegen Mamed macht, auch weil KSW für uns natürlich Priorität hat. Eigentlich sind wir nämlich davon ausgegangen, das der Kampf zwischen Aziz und Michal sich bei KSW ergibt, weil Mamed selbst ja eine längere Pause angekündigt hat. Weil der Vertrag zwischen Aziz und KSW inzwischen aber aufgelöst wurde, stellt sich die Frage, ob man den Kampf gegen Michal jetzt macht und wenn ja, wo. Das Angebot von Deniz steht nach wie vor, wir werden uns also demnächst einmal alle an einen Tisch setzen und sehen, wie wir das zustandebringen können."

Karaoglu zumindest wäre bereit, das Angebot anzunehmen, wie er GNP1.de exklusiv verriet. Geklärt werden müssten laut Manager Sawicki nun vor allem Finanzierung und Übertragung des Kampfes. In Deutschland laufen die Veranstaltungen von GMC zwar exklusiv auf ranFIGHTING, einen polnischen TV-Partner gibt es bislang aber nicht.

Scharfe Worte in Richtung Karaoglu

Sawicki ließ es sich nehmen, noch die eine oder andere gepfefferte Bemerkung in Richtung abzulassen. Er selbst ist offenbar nicht der Meinung, dass der Düsseldorfer den recht unspektakulär geführten Kampf nach Punkten für sich entscheiden konnte und hält das Urteil zu Gunsten Khalidovs für gerechtfertigt.

"Ich habe mir das alles noch einmal in aller Ruhe angeschaut", so Sawicki. "Meiner Meinung nach hat Mamed den Kampf klar gewonnen oder zumindest ein Unentschieden rausgeholt. Seine Taktik bestand eben darin, den Standkampf mit Aziz zu meiden, deshalb war er sehr passiv und deshalb konnten vermutlich auch die Zuschauer nicht verstehen, warum das Urteil so ausgefallen ist. 

Auf der anderen Seite hat Aziz verletzt gekämpft, mit Schmerzmitteln. Ob das so gesund ist und ob das einer sportlichen Leistungsbewertung entgegenkommt, sei mal dahingestellt. Denn wenn man vollgespritzt ist mit Schmerzmitteln", so Sawicki weiter. "Vielleicht hätte Mamed den Aziz ohne Schmerzmittel zur Aufgabe zwingen können. Aber das ist alles nur Spekulation.

Unabhängig davon hat sich Aziz nach dem Kampf als Sportler top verhalten. Er hat auch immer gesagt, dass er gegen Michal kämpfen will. Wir respektieren ihn absolut als Sportler, was er an Kämpferherz, Willen, Motivation und Technik gezeigt hat, passt. Wir sehen ihn aber nicht als den haushohen Favorit, wir haben da auf gar keinen Fall Angst. Da würde ich eher sagen, dass Aziz außerhalb des Octagons gefährlicher ist, als innerhalb. Michal wird, wenn es zu dem Kampf kommt, auf jeden Fall den Kampf suchen - sowohl im Stand, als auch im Parterre. Zu Wünschen wäre, dass Aziz dann 100-prozentig fit ist, dass er keine Schmerzmittel nehmen muss, dass er nicht eingeschränkt ist, was seine Taktik anbelangt. Dann gehe ich davon aus, dass das ein super Kampf werden könnte."

Zweiter Anlauf bei GMC für Materla

Materla sollte 2013 schon einmal für GMC antreten und auf Sebastian Risch treffen, erhielt damals jedoch wegen einer Cutverletzung an der Stirn keine ärztliche Freigabe, so dass der Kampf platzte. Nach seiner Niederlage gegen Khalidov konnte sich der populäre Kämpfer aus dem Stettiner Berserkers-Team, ebenfalls bei KSW 35, mit einem Erstrunden-T.K.o. gegen Antoni Chmielewski erfolgreich zurückmelden. Karaoglu laboriert nach wie vor an einer Knieverletzung und wird sich noch einer OP unterziehen müssen.

GMC 9 wird am 19. November in der Europahalle Castrop-Rauxel stattfinden. Kampfpaarungen wurden dafür bislang noch nicht angekündigt.