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„McGregors Fresse zu polieren ist besser als ein Titelkampf!“

Dennis Siver und Conor McGregor (Fotos: Elias Stefanescu und Florian Sädler)

So haben wir Dennis Siver noch nicht erlebt: Im Interview vor seinem großen Fight gegen das irische Großmaul Conor McGregor äußert sich der Mannheimer ungewohnt bissig!

Groundandpound.de: Noch eine Woche bis zum Kampf. Ist das der größte Fight deines Lebens?
Dennis Siver: Vielleicht. Es ist ein Hauptkampf gegen einen namhaften Gegner, vom ganzen Drumherum her also vielleicht ja. Aber es ist nicht der Kampf gegen den schwersten Gegner!

In der Berichterstattung, vor allem im Ausland, wirst du als großer Außenseiter gehandelt.
Das war von Anfang so. Jeder denkt, dass ich den Kampf schon verloren habe. Zumindest denken das viele Amis. Die hören auf sein Geschwätz und glauben jedes Wort. Was er da tut, ist eben sehr amerikanisch: Er promotet seine Kämpfe mit viel Trash-Talk. Wahrscheinlich denken die Amis, dass der, der am meisten redet, gewonnen hat. Das ist deren Einstellung, ich halte nichts davon.

Hinter McGregors großer Klappe scheint aber auch etwas zu stecken. Gegen Dustin Poirier sah er zuletzt sehr beeindruckend aus.
Ja, aber trotzdem: Man kann jemanden nach vier Kämpfen nicht schon so hochjubeln. In seinem letzten Kampf hat er zwar gut ausgesehen, aber der Kampf ging auch nur zwei Minuten oder so. Für mich hat er da einen Glückstreffer gelandet, denn bis dahin war das Ganze ausgeglichen. Der Kampf ist keine Aussage für mich! Und die Kämpfe davor waren auch nichts besonderes, keine besonderen Leute. Ich bin davon überhaupt nicht beeindruckt.

Wie wird der Kampf gegen dich ablaufen?
Am Ende wird es natürlich ein Sieg für mich sein. Aber es wird schwer, er hat einen unbequemen Kampfstil und wird wahrscheinlich rauskommen und nach vorne gehen. Er hat ja versprochen, mich in zwei Minuten K.o. zu schlagen.

Diese Prognose ist also auch bei dir angekommen.
Seine Prognosen kann er sich in den Arsch stecken. Wenn ich am Sonntag mit ihm fertig bin, werde ich lachen – auch über seine Vorhersage. Mich beeindruckt das nicht. Ich lese mir die ganzen Interviews schon gar nicht mehr durch, weil mir das langsam zu lächerlich wird. Ich beachte das nicht.

Es macht trotzdem den Eindruck, als ob dir das Ganze recht nahe geht. So emotional haben wir dich noch nicht erlebt.
So einen wie den habe ich vorher auch noch nie gehabt. Alle Gegner, die ich bis jetzt hatte, waren normal, da hatte ich für niemanden persönliche Gefühle. Bei dem Typ ist das anders. Und das geht ja jetzt schon über zwei Monate, schon bevor der Kampf überhaupt angesetzt war. Irgendwann hat jeder mal die Schnauze voll und will die Sache klären. Das ist bei mir nicht anders.

Ab wann war bei dir dieser Punkt erreicht?
Seit der Pressekonferenz in Las Vegas, das war zu viel. Dieser Nazi-Spruch war schon zu viel, aber wie er sich dort benommen hat, das war schon etwas übertrieben. Als ich ihn persönlich kennengelernt habe, hat es mir dann gereicht. Da habe ich gesehen, was das für ein Idiot ist.

Also ist das nicht nur Show für die Kameras, wie bei Chael Sonnen z.B., der ja super-nett ist, wenn man persönlich mit ihm redet?
So wie ich das gesehen habe, ist der immer so. Diese ganze Scheiße vor der Kamera kann ich noch verstehen, aber wenn er einer privat, hinter der Kamera, hinter den Kulissen auch so ist, dann beweist das, dass er ein schlechter Mensch und ein Arschloch ist. 

Aber sein Plan scheint aufzugehen. Nach nur vier Kämpfen in der UFC wurde ihm bereits ein Titelkampf versprochen. Was sagst du denn dazu?
Ich finde das ein bisschen zu früh. Es gibt genug andere Leute, die mehr geleistet haben. Bei ihm geht das recht schnell. Ich weiß nicht, warum, und ob das nur an seinem Gebabbel liegt. Soll die UFC machen, was sie will, das ist deren Ding. Ich werde ihm das Ganze sowieso vermiesen. Ich hole ihn auf den Boden der Tatsachen zurück und nehme ihm seinen Titelkampf weg!

Glaubst du, dass ein Sieg auch für dich einen Titelkampf bedeuten könnte?
Das kommt natürlich immer darauf an, wie der Kampf abläuft. Aber alles ist möglich, es kann sogar zu einem Titelkampf führen. Ist mir im Endeffekt aber auch egal. Dem die Fresse zu polieren, ist für mich jetzt besser als jeder Titelkampf!

UFC Fight Night: McGregor vs. Siver wird in der Nacht zum Montag live aus Boston, MA, USA übertragen. In Deutschland ist der Event exklusiv per UFC Fight Pass zu sehen. Ein Abonnement gibt es bereits ab 5,99 Euro im Monat.