MMA Deutschland

M-1 Challenge 54: Stephan Pütz verteidigt Titel in Russland

Immer noch Champion: Stephan Pütz (Fotos: Mark Bergmann)

Der T-800 hat wieder zugeschlagen: Im St. Petersburger Eispalast konnte Stephan Pütz am Mittwochabend seinen M-1 Titel im Hauptkampf von M-1 Challenge 54 gegen den schlaggewaltigen Russen Valery Myasnikov verteidigen.

Dabei musste der Terminator aus dem Frankfurter MMA Spirit zu Beginn den einen oder anderen harten Treffer nehmen, clinchte aber zügig und zermürbte Myasnikov anschließend an den Seilen und mit Ground and Pound aus der Guard. In Runde drei war der Russe derart außer Puste, dass Pütz ihn praktisch spielerisch zu Boden bringen und dort mit Ground and Pound finalisieren konnte.

„Ich war vorher schon sehr selbstsicher, dass ich den Sieg hole“, so Pütz direkt nach dem Kampf gegenüber Groundandpound.de. „Sein linker Haken ist zweimal durchgekommen, aber die Schläge kann ich nehmen, das ist kein Problem. Ich wollte eigentlich mehr im Stand mit ihm kämpfen, aber der Clinch hat sich angeboten, also habe ich die Chance genutzt.“

Es war Pütz’ zweite erfolgreiche Titelverteidigung für M-1. Ein ausführliches Interview mit dem T-800 folgt in Kürze.


Konzentriert: Stephan Pütz bevor er den Ring zu seiner zweiten Titelverteidigung betritt.

Maxim Divnich vs. Dzhambulat Kurbanov

Für das Matchmaking dieses Leichtgewichtstitelkampfes muss man die Organisatoren von M-1 loben, das Duell verlief ausgeglichen, temporeich und hochattraktiv. Maxim Divinich, aus dem Gym von Fedor-Coach Alexander Nevsky, ist eines der vielversprechendsten Leichtgewichte Europas. Warum, zeigt er in Runde drei: Da drehte er noch einmal richtig auf und zwang den stets Submission-gefährlichen Kurbanov mit einer Serie von Schlägen zu Boden und beendete den Kampf schließlich mit weiteren Folgetreffern.

Beslan Isaev vs. Cody McKenzie

UFC-Veteran Cody McKenzie kam mit guter Laune zum Ring und sang nicht nur seinen eigenen Einmarschsong - "Here I go again" von Whitesnake - lauthals mit, sondern auch den seines Gegners Beslan Isaev. Die gute Laune währte jedoch nicht lange. McKenzie wollte vom Standkampf mit dem schlagstarken Puncher nichts wissen und suchte sofort den Takedown. Isaev verteidigte aber extrem gut, so dass die Beinangriffe McKenzies immer verzweifelter wurden und er schließlich bei einem blinden Single-Leg-Versuch voll in ein Knie des Russen lief und benommen am Boden liegen blieb. Der Referee winkte den Kampf daraufhin sofort ab.

Anatoly Tokov vs. Enoc Solves Torres

Anatoly Tokov war der Gewinner der Reality-Show „M-1 Fighter“, einer Art russischer „The Ultimate Fighter“-Variante. Wie er das geschafft hat, zeigte er eindrucksvoll gegen den Spanier Enoc Torres. Der hatte Anfangs zwar noch Vorteile, baute ab Ende der ersten Runde aber immer mehr ab, tat zu wenig und ließ Tokov Raum zum Arbeiten, für Takedowns und Ground and Pound. Zu Beginn der dritten Runde versenkte Tokov einen krachenden rechten Aufwärtshaken und Torres fiel wie ein Baum.

Luigi Fioravanti vs. Ruslan Khaskhanov

Beide Kämpfer verwandelten das Duell schnell in einen wilden Schlagabtausch. Khaskhanov wurde schließlich von einem Aufwärtshaken Fioravantis erwischt und ging zu Boden, wo der Italo-Amerikaner den Sack nach 3:06 Minuten mit Ground and Pound zumachte. Khaskhanov hatte am Vortag das geforderte Gewichtslimit von 84 Kilo nicht geschafft und trat so mit einer gelben Karte an – also mit einem Punktabzug und zehn Prozent weniger Gage. Die zehn Prozent gingen an Ex-UFC-Kämpfer Luigi Fioravanti, der nach diesem Erstrundensieg daher mit einem doppelt großen Lächeln nach Hause fliegen wird.

Der nächste Fedor?

In jedem Fall erwähnenswert ist zudem Artur Astakhov, der im letzten Vorkampf des Abends Evgeniy Guryanov in der ersten Runde mit einem Armbar zur Aufgabe zwang. Asthakov ist ein unglaublich athletisches Halbschwergewicht, seit neun Kämpfen ungeschlagen (alle Siege vorzeitig) und kommt aus der sagenumwobenen Meisterschmiede von Alexander Nevsky in Stary Oskol, wo einst auch Fedor Emelianenko trainiert hatte. Das Bewegungsmuster Asthakovs erinnert stark an den einstigen Pride-Champion, doch wirkt er noch schneller, explosiver - und vor allem jünger. Erst 26 Jahre ist er alt. Vielleicht wäre er ein geeigneter Herausforderer für Champion Stephan Pütz?

Der nächste Fedor? Halbschwergewicht Artur Astakhov.

Die Vollständigen Ergebnisse in der Übersicht:

M-1 Challenge 54
17. Dezember 2014
Eispalast in St. Petersburg, Russland

M-1 Titelkampf im Halbschwergewicht
Stephan Pütz bes. Valery Myasnikov via T.K.o. (Schläge) nach 3:12 in Rd. 2

M-1 Titelkampf im Leichtgewicht
Maxim Divnich bes. Dzhambulat Kurbanov via T.K.o. (Schläge) nach 1:20 in Rd. 3

Beslan Isaev bes. Cody McKenzie via K.o. (Knie) nach 2:20 in Rd. 1
Anatoly Tokov bes. Enoc Solves Torres via K.o. (Schlag) nach 0:53 in Rd. 3
Luigi Fioravanti bes. Ruslan Khaskhanov via T.K.o. (Schläge) nach 3:06 in Rd. 1

Vorprogramm
Artur Astakhov bes. Evgeniy Guryanov via Armbar nach 2:53 in Rd. 1
Zalimbek Omarov vs. Daniel Swain nach endete in einem mehrheitlichen Unentschieden
Alexei Kunchenko bes. Grigoriy Kichigin via T.K.o. (Schläge) nach 2:33 in Rd. 1
Yusup Raisov bes. Mikhail Kuznetsov via Rear-Naked Choke nach 1:48 in Rd. 1
Zaur Kasumov bes. Arkhat Mynaev via Guillotine Choke nach 2:53 in Rd. 1
Muslim Makhmudov bes. Evgeniy Boldyrev nach Punkten
Rasul Albaskhanov bes. Ondrej Skalnik via Rear-Naked Choke nach 0:23 in Rd. 1