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Lom-Ali Eskiev: Beim richtigen Angebot kämpfe ich gegen Saba Bolaghi!

Lom-Ali Eskiev (Foto: Elias Stefanescu/GNP1.de)

Wir sprachen nach NFC 1 mit dem Trainerstab des NFT Gyms, der u.a. aus Max Schwindt, Fatih Aydin und Lom-Ali Eskiev bestand. Themen waren u.a. die erste Ausgabe des „National Fighting Championships“, das Thema „Ringen im MMA“ und die Aussagen von Ömer Solmaz und Saba Bolaghi, sowie der mögliche Rückkampf zwischen Saba Bolaghi und Lom-Ali Eskiev – ein Duell, das 2016 zum Kampf des Jahres gekrönt wurde.

Das Thema „Ringen im MMA“ schlug in den vergangenen Wochen Wellen, nach dem Duell zwischen Ömer Solmaz und Saba Bolaghi. Aussagen wie „Ich verliere lieber, als wie Saba Bolaghi zu gewinnen“ oder „Ich habe meinen Mann gestanden. Ich wollte kämpfen, er wollte kuscheln, fertig!“ von Solmaz wurden heiß diskutiert.

Dazu äußerte sich Ringer-Trainer Max Schwindt: „Ich kann Ömer absolut verstehen, dass er so reagiert - aber ich verstehe auch Saba (Min. 4:44). MMA ist nicht nur Boxen oder Kickboxen, Ringen gehört genauso dazu. Ringen ist der wichtigste Bestandteil für MMA. Wenn ich als Standkämpfer im Stand bleiben möchte, muss ich halt Takedowns verhindern. Wenn ich als Grappler heruntergehen möchte, und meine Submissions suche, dann muss ich den Gegner herunterholen. Deswegen, aus meiner Sicht, und vielleicht bin ich nicht objektiv, weil ich selber aus dem Ringen komme - aber wer Ringen gut beherrscht kann die Partie bestimmen. [...] Saba hat das getan, was er tun musste, um den Kampf zu gewinnen.  [...] Derjenige, der dem Kampf seinen Stempel aufsetzen kann, gewinnt den Kampf. Wäre der Ömer mit seinem Striking durchgekommen, dann wäre es vielleicht andersherum gewesen.“

„Ömer hat sich mehr auf den Stand konzentriert und das Ringen etwas vernachlässigt (Min. 6:35)“, fügte Eskiev hinzu.

„Das Ding ist, Saba macht das von klein auf (Min. 6:45)“, so Schwindt weiter. „Er ist ein Weltklasseringer. Du schaffst es einfach nicht, in 10-12 Wochen Vorbereitung das Ringen zu erlernen. Das was der Saba schon in die Wiege gelegt bekommen hat. Genauso ist es schwierig für jeden Ringer gegen einen Weltklasseboxer im Stand stehen zu bleiben. Du lernst es einfach nicht mehr (so schnell). Im MMA musst du dich in jedem Bereich wohl fühlen, aber du lernst es in 10 Wochen nicht, auf dem Niveau eines Saba zu sein. [...] Ömer hat viel Druck aufgebaut im Stand, ist nach vorne marschiert. Aber der Saba hat es im Interview später auch gesagt: "Es war für mich relativ einfach, weil der Druck nach vorne kam" - und für einen Ringer ist das wie ein Elfmeterschießen ohne Torwart. Wenn jemand so nach vorne drückt, ist es relativ einfach den Takedown zu bekommen."

Eskiev, der mit Solmaz eng befreundet ist, sprach in der Vergangenheit davon keinen Titelkampf bei GMC anzunehmen, gegen seinen Freund. Jetzt, da Bolaghi der neue Champion im Federgewicht ist, wollten wir wissen, ob ihn ein Rückkampf gegen den Frankfurter reizen würde.

„Die Sache sieht so aus. Nach dem Kampf mit Saba, wollten alle ein Rematch haben (Min. 9:42). [...] Max und ich haben nach dem Kampf auch gesagt, nach der Leistung, die er gebracht hat, hat er auch ein Rematch verdient. Es wäre nicht so, als ob wir weggelaufen wären. Aber in dieser Zeit, war ich bereits mit ACB in Verhandlung und bin dann ins Ausland gegangen“, so Eskiev. „Später haben wir uns gemeinsam vorbereitet, haben zusammen trainiert. Wenn ich jetzt etwas sage, versteht es wieder jemand falsch in der Deutschen Szene. Sage wir es so: Es muss sich für uns beide lohnen. Er hat sich weiterentwickelt, ich habe Erfahrung im Ausland gesammelt. Unser Verhältnis mit dem MMA-Spirit ist gut, ich will keine Aussagen machen, die später falsch verstanden werden.“

„Lom und Kerim waren auch beim MMA-Spirit, um sich vorzubereiten“, erklärte Schwindt dazu. „Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis. Wenn es irgendwann mal dazu kommen sollte in Deutschland, wir lehnen keinen Kampf ab, aber gegen MMA-Spirit eher ungern (Min. 11:22). [...] Ich glaube, dass MMA in Deutschland so im Wachstum ist, wir sollten es international bekannt machen, dass wir diese Sportler haben. Wir haben ein paar gute UFC-Kämpfer. Das sollte unser Ziel sein, die Deutschen Athleten im Ausland präsentieren und zu zeigen, dass wir mit der ganzen Welt mithalten können.“

„Wir sind gut miteinander, aber ich sehe das Ganze sportlich (Min. 12:35)“, erklärte Eskiev. „Rein hypothetisch, wenn GMC gut in die Tasche greift, könnte es von beiden Seiten machbar sein. Wenn das Angebot sich lohnt für uns beide und beide das OK geben, dann... [...] MMA ist ein Kampf, den du nicht mehr rückgängig machen kannst (Min. 14:12). Es ist nicht wie beim Ringen: Einmal gerungen und vergessen. Dieser Stempel bleibt.“

Das gesamte Interview findet ihr hier. Die oben angegeben Zitate findet ihr, wenn ihr zu den daneben stehenden Zeitangaben spult.