MMA Deutschland

Legion FC 4: Lahr und Kruschinske sichern sich die Titel

Legion FC 4

Am gestrigen Samstag fand im tauberfränkischen Grünsfeld die vierte Auflage von Legion FC statt. In 13 größtenteils sehr unterhaltsamen Kämpfen konnten sich nicht nur zahlreiche Nachwuchskämpfer, sondern auch Veteranen präsentieren. Mit zwei neuen Champions und zufriedenen Fans endete die Veranstaltung um halb eins in der Nacht.

MMA-Titelkampf -93 kg
Nihad Nasufovic vs. Tassilo Lahr
Im Hauptkampf des Abends kam es kurz nach Mitternacht zum Titelduell im Halbschwergewicht zwischen Herausforderer Tassilo Lahr und Champion Nihad Nasufovic, der seine erste Titelverteidigung in Angriff nahm. Dabei konnte der Champion jedoch drei Runden lang kaum Akzente in der Offensive setzen. Immer wieder wurde Nasufovic von Lahr auf die Matte geworfen und dort dann aus der Oberlage kontrolliert. Vereinzelte Submission-Versuche Nasufovics erstickte der Mannheimer schnellstens im Keim und arbeitete weiter mit kurzen Schlägen und Positionskontrolle. Nach drei Runden werteten die Punktrichter den Kampf geschlossen für die amtierende Nummer 5 der German Top Ten und den neuen Champion, Tassilo Lahr.
Tassilo Lahr bes. Nihad Nasufovic einstimmig nach Punkten

Alexander Sredanovic vs. Marc Bockenheimer
Im vorletzten Kampf des Abends standen sich der Niederländer Alexander Sredanovic und der MMA-Spirit-Kämpfer Marc Bockenheimer gegenüber. Dabei zeigte sich Bockenheimer von Beginn an aktiver und treffsicherer im Stand als sein Gegner aus den Niederlanden. Lange Hände und Kicks kamen durch, sodass sich Sredanovic in den Clinch flüchtete und Bockenheimer an den Zaun drückte. Bockenheimer hatte in allen drei Runden Probleme, sich aus Sredanovics Umklammerung am Käfig zu befreien und konnte daher seine Vorteile im Standkampf nur bedingt ausspielen. Nach drei engen und hart umkämpften Runden kamen die Punktrichter zum Entschluss, dass dieses Duell keinen Verlierer verdient hatte und werteten den Kampf unentschieden. Beide Seiten waren mit diesem Urteil nur bedingt zufrieden.
Alexander Sredanovic vs. Marc Bockenheimer endete Unentschieden

Lema Aslanbekov vs. Maikel Wingender
Viel Grund zum Feiern hatte Veranstalter Martin Vath nach der Leistung seiner vier Schützlinge. Lema Aslanbekov sorgte gegen Maikel Wingender für den einzigen T.K.o.-Sieg des Abends. Nur 37 Sekunden benötigte Aslanbekov für seinen Erfolg. Nach einem Shoot zu Beginn des Kampfes konnte Aslanbekov seinen Gegenüber an den Käfig pressen und ließ dort eine schnelle Salve an Schlägen los. Wingender verteidigte sich nicht in ausreichendem Maße, sodass der Ringrichter zum Abbruch gezwungen war.
Lema Aslanbekov bes. Maikel Wingender via T.K.o. (Schläge) nach 0:37 in Rd. 1

Jonas Schmitt vs. Yoan Bournier
Genau wie Teamkollege Tassilo Lahr im Hauptkampf setzte auch Jonas Schmitt gegen den Franzosen Yoan Bournier in seine Kampf vor allem auf Takedowns und Kontrolle aus der Oberlage. Nachdem Schmitt in der ersten Runde mit seinem Takedown-Versuch beinahe in einer Guillotine landete, machte er es anschließend besser und nutzte die Lücken Bourniers immer wieder zu Takedowns. Am Boden angekommen, arbeitete der Mannheimer mit kurzen Schlägen und bestimmte das Geschehen, sodass ihm am Ende der Punktsieg zugesprochen wurde.
Jonas Schmitt bes. Yoan Bournier nach Punkten

MMA-Titelkampf -77 kg
Achilleas Chalkidis vs. Jonny Kruschinske
Drei unterhaltsame Runden bekamen die Fans im Kampf um den vakanten Titel im Weltergewicht zwischen Achilleas Chalkidis und Johnny Kruschinske geboten. Vor allem die erste Runde konnte durch Slams von Kruschinske und Submission-Versuche von beiden Kämpfern überzeugen. Ab der zweiten Runde konnte der Dresdner Kruschinske dann das Heft in die Hand nehmen. Er brachte Chalkidis in beiden verbleibenden Runden zu Boden, kontrollierte seinen Gegenüber auf der Matte und versuchte sich an Kimuras, ohne jedoch den finalen Erfolg zu erzielen. Chalkidis schaffte es nicht, Kruschinske abzuschütteln und konnte daher am Boden nur reagieren, sodass er am Ende eine Niederlage nach Punkten einstecken musste.
Jonny Kruschinske bes. Achilleas Chalkidis nach Punkten

Ruslan Ahmadov vs. Agit Serhat
Im ersten Kampf nach der Pause setzte sich Lokalmatador Ruslan Ahmadov gegen den aus Nürnberg angereisten Agit Serhat durch. Beide Akteure begannen mit wilden Schwingern, bevor sich das Tempo ein wenig legte und Ahmadov das Geschehen kontrollieren konnte. Er verfolgte Serhat mit Tritten und Jabs entlang des Käfigs, bevor er zwei heftige Kniestöße landen konnte. Serhat ging auf den Takedown und drückte Ahmadov an den Zaun, ließ aber seinen Nacken ungeschützt, sodass Ahmadov nur zugreifen musste und im Stehen einen Guillotine Choke ansetzte, aus dem es kein Entkommen gab.
Ruslan Ahmadov bes. Agit Serhat via Guillotine Choke nach 2:32 in Rd. 1

Jacobius Mayer vs. Luc de Jong
De Jong begann stark und landete mehrere Treffer. Es ging in den Clinch und der Niederländer war Mayer mit einem Slam zu Boden. Dort versuchte er sich an einer Guillotine, aber Mayer konnte seinen Kopf herausziehen und landete in de Jongs Guard, von wo aus er mit Schlägen arbeitete, bis die Runde endete. Der zweite Durchgang begann mit einem Head Kick von Mayer. Nach weiterem Abtasten konnte der Aschaffenburger am Zaun einen Takedown landen und de Jong auf die Matte bugsieren. Beide rangen um auf der Matte um Positionen. Nach der Hälfte der Runde zog de Jong aus dem Nichts einen Armhebel an, in welchem Mayer aufgeben musste.
Luc de Jong bes. Jacobius Mayer via Armbar nach 2:26 in Rd. 2

David Nadirov vs. Aras Dinkhah
Nadirov begann gut und setzte Dinkhah unter Druck. Dinkhah fing selbst an, Treffer zu setzen und beide lieferten sich ein Auf und Ab auf der Matte und im Stand. In der zweiten Runde tauschten beide Leg Kicks aus, bevor Dinkhah Nadirov an den Zaun presste, um ihn auf die Matte zu werfen. Nadirov konterte jedoch und drehte Dinkhah so zur Seite, dass er sich seinen Rücken sichern und einen Rear-Naked Choke ansetzen konnte.
David Nadirov bes. Aras Dinkhah via Rear-Naked Choke nach 3:24 in Rd. 2

Sami Aita vs. Lasha Odishelidze
Die beiden Bantamgewichte gingen sofort ein hohes Tempo. Aita punktete mit dem ersten Takedown, verlor die Position und ließ sich mounten, konterte das aber mit einem Heel Hook, bevor es wieder in den Stand ging. Odishelidze durfte sich dann auch an einem Takedown versuchen, landete aber beinahe in einem Triangle Choke. Es ging hin und her und nachdem keiner den anderen kontrollieren konnte, ging es wieder in den Stand, wo erneut Odishelidze einen Takedown landete, bevor die Runde endete. Im zweiten Durchgang landete Aita eine harte Rechte und verlagerte den Kampf auf die Matte. Odishelidze konnte sprawlen, landete aber dann aus der Nord-Süd-Position ein illegales Knie, dass einen Cut zwischen den Augen und damit den Kampfabbruch nach sich zog.
Sami Aita bes. Lasha Odishelidze via Disqualifikation nach 0:40 in Rd. 2

Kaleb Rapphold vs. Sven Eyselein
Im einzigen Kampf unter K-1-Regeln setzte sich Kaleb Rapphold vom heimischen Gym der MMA Fighters Tauberbischofsheim gegen den Kitzinger Sven Eyselein durch. Beide konnten in den drei Runden vereinzelte Treffer landen, wobei Rapphold mehr auf Tritte setzte, während Eyselein auf der Außenbahn blieb und mit dem Jab arbeitete. Immer wieder preschte Rapphold mit Front Kicks nach vorne, wurde dabei aber auch von Eyselein mit seiner Linken empfangen. Nach den engen Runden, in denen sich keiner der Kämpfer ein signifikantes Übergewicht erarbeiten konnte, ging der Punktsieg knapp an Rapphold.
Kaleb Rapphold bes. Sven Eyselein nach Punkten

Stefan Distler vs. Mihai Soefizea
Eine wilde Runde voller Action zeigten Distler und Soefizea. Distler, angefeuert von zahlreichen angereisten Fans aus Nürnberg, konnte früh Akzente in einem offenen Schlagabtausch setzen. Immer wieder landeten Leg Kicks und es ging vereinzelt in den Clinch. In der letzten Minute wich Soefizea an den Käfig zurück, Distler nahm Anlauf und sprang auf den Kämpfer vom Team Pyranha Offenbach zu, fing sich jedoch einen Front Kick ein und landete auf dem Rücken. Soefizea setzte nach, sicherte sich die Mount, versuchte einen Neck Crank und landete Schläge. Distler drehte sich daraufhin weg, sodass Soefizea einen Rear-Naked Choke ansetzen konnte.
Mihai Soefizea bes. Stefan Distler via Rear-Naked Choke nach 4:33 in Rd. 1

Jurgis Dikschaitis vs. Vasily Popovic
Der kurzfristig eingesprungene Vasily Popovic vom Team Pyranha Offenbach machte zu Beginn noch eine gute Figur gegen den schwereren Jurgis Dikschaitis und brachte den Lokalmatador immer wieder mit Hebeln und Würgern am Boden in Bedrängnis. Der körperlich überlegene Dikschaitis konnte sich jedoch immer wieder aus den Griffen befreien, auch wenn er dabei nach einem Slam auf den Kopf einen Punktabzug in Kauf nehmen musste. Schlussendlich waren jedoch Dikschaitis Kontrolle aus der Oberlage und die Anzahl der Takedowns genug, um den Punktabzug wettzumachen und den Sieg einzufahren.
Jurgis Dikschaitis bes. Vasily Popovic nach Punkten

Drice Bouromel vs. Sebastian Krela
Im ersten Kampf des Abends setzte sich Sebastian Krela gegen den Franzosen Drice Bouromel nach Punkten durch. In der wilden ersten Runde überzeugte Krela mit wiederholten Takedowns, musste sich am Boden aber den Submissions Bouromels erwehren, der mit Triangle Chokes angriff. Bouromel war aktiv am Boden, konnte Positionen kontern und sich auch zu einem Zeitpunkt die Backmount sichern und Schläge abfeuern, bevor es wieder hoch ging. Die zweite Runde war dann deutlich langsamer und wurde durch Takedowns und Schläge am Boden von Krela bestimmt, der sich nach einer knappen ersten Runde mit einem eindeutigen zweiten Durchgang am Ende den Punktsieg sichern konnte.
Sebastian Krela bes. Drice Bouromel nach Punkten

Die Ergebnisse im Überblick:

Legion FC 4
11. Oktober 2014
Stadthalle, Grünsfeld

MMA-Titelkampf -93 kg
Tassilo Lahr bes. Nihad Nasufovic nach Punkten

Alexander Sredanovic vs. Marc Bockenheimer endete Unentschieden
Lema Aslanbekov bes. Maikel Wingender via T.K.o. (Schläge) nach 0:37 in Rd. 1
Jonas Schmitt bes. Yoan Bournier nach Punkten

MMA-Titelkampf -77 kg
Jonny Kruschinske bes. Achilleas Chalkidis nach Punkten

Ruslan Ahmadov bes. Agit Serhat via Guillotine Choke nach 2:32 in Rd. 1
Luc de Jong bes. Jacobius Mayer via Armbar nach 2:26 in Rd. 2
David Nadirov bes. Aras Dinkhah via Rear-Naked Choke nach 3:24 in Rd. 2
Sami Aita bes. Lasha Odishelidze via Disqualifikation nach 0:40 in Rd. 2
Mihai Soefizea bes. Stefan Distler via Rear-Naked Choke nach 4:33 in Rd. 1
Jurgis Dikschaitis bes. Vasily Popovic nach Punkten
Sebastian Krela bes. Drice Bouromel nach Punkten

K-1
Kaleb Rapphold bes. Sven Eyselein nach Punkten