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KSW 49: Soldic mit brutalem K.o., Askham zerlegt Materla erneut, Zawada bezwingt Silva

Bei der 49. Ausgabe von KSW kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten. So gab es zahlreiche Knock-outs zu beobachten, eine souveräne Titelverteidigung sowie einen neu vergebenen Gürtel. Roberto Soldic verteidigte seinen Titel im Weltergewicht durch einen brutalen K.o., Scott Askham zerlegte Michal Materla erneut und krönte sich damit zum neuen Champion im Mittelgewicht, während sich Damian Grabowski mit einem Sieg gegen Karol Bedorf für einen Titelkampf im Schwergewicht qualifizierte. Martin Zawada überzeugte gegen UFC-Veteran Thiago Silva. Wir blicken für euch auf die Ergebnisse aus Danzig.

KSW 49 fand am Samstag (18. Mai) statt und ist für die nächsten 10 Tage mit deutschem Kommentar auf BildPlus zu sehen. Das Abo gibt es für 3,99 Euro im ersten Jahr, danach zum Preis von 7,99 Euro im Monat. Weitere Kosten fallen für den KSW-Event nicht an. Darüber hinaus wird KSW 49 zum Preis von 10 Euro auf der hauseigenen Streaming-Plattform KSWtv.com übertragen.

Im Hauptkampf des Abends war es Roberto Soldic, der dem bisher ungeschlagenen Krystian Kaszubowski die Lichter ausknipste. Der Kroate vom UFD-Gym aus Düsseldorf konterte dabei einen Angriff des Polen mit einer wuchtigen Geraden, die Kaszubowski umfallen ließ, wie eine gefällte Eiche. Das Duell endete nach knapp eineinhalb Minuten. Damit verteidigte Soldic nicht nur sein KSW-Gold, sondern hat einen weiteren Knock-out produziert, den die polnische Organisation mit Sicherheit des Öfteren in Video-Highlights abspielen wird.

Im Grand-Prix-Finale um den vakanten Mittelgewichtstitel kam es zum Rückkampf zwischen Scott Askham und Michal Materla. Im ersten Aufeinandertreffen war das Duell bereits in Runde eins zu Ende, als Materla nach Kicks zur Leber K.o. ging. Diesmal dauerte es deutlich länger, bis Askham den Polen erneut zerlegen konnte. Anfangs war der Engländer erneut der dominante Kämpfer im Stand und setzte Materla hart zu – dieser konnte das Duell jedoch auf den Boden verlegen und so den Angriffen Askhams entgehen. Im zweiten Durchgang, dann ein Überraschungsmoment: Obwohl Materla viele Fäuste und Kicks nehmen musste, und Askham zunehmend sicherer wirkte, traf der Pole mit einer wuchtigen Rechten, die den Engländer auf den Hosenboden schlug. Zwar konnte Materla keinen vorzeitigen Erfolg herbeiführen, zeigte jedoch, dass er immer gefährlich ist. Im dritten Durchgang übernahm Askham dann allerdings erneut das Kommando und nahm Materla im Stand auseinander. Nach harten Knien zum Gesicht, eins davon eingesprungen, was nach dem Aufprall einen riesigen Cut unter dem rechten Wangenknochen bei Materla öffnete, fiel dieser im Schlaghagel zu Boden und wurde vom Ringrichter vor weiterem Schaden bewahrt.

Zuvor war es Damian Grabowski, der nach einem hart geführten Duell gegen Karol Bedorf in der zweiten Runde das Heft in die Hand nahm und den Kampf aus der Full Mount mit Ground and Pound beendete. Zuvor überstand er selbst Angriffe am Boden von Bedorf und kam dann stark zurück. Mit diesem Erfolg qualifizierte er sich für einen Titelkampf im Schwergewicht bei KSW 50 am 14. September in London.

Norman Parke spielte seine Erfahrung gegen Artur Sowinski aus. Immer wieder brachte der Ire Sowinski zu Boden und kontrollierte dort das Geschehen, was ihm einen einstimmigen Punktsieg einbrachte.

Erko Jun überzeugte erneut. Gegen Akop Szostak brauchte der Düsseldorfer nur 36 Sekunden, um den Sieg durch T.K.o. einzufahren. Nach einem harten Treffer fiel Szostak auf den Boden, versuchte wieder aufzustehen, wurde dabei von weiteren Fäusten angegangen und fiel erneut – der Ringrichter brach die ungleiche Begegnung ab.

Martin Zawada zeigte seine Klasse, indem er UFC-Veteran Thiago Silva besiegte. Besonders in Runde eins und zwei dominierte Zawada das Geschehen, obwohl der Brasilianer sich ausschließlich im Vorwärtsgang befand. Der Düsseldorfer bewies ein gutes Auge und perfekte Reaktionszeit, indem er die Angriffe Silvas hart und effektiv auskonterte und den Brasilianer mehrfach zu Boden schlug. Trotz der größeren Reichweite von Silva, war es „King Kong“ Zawada, der harte Treffer ins Ziel brachte. Etwas kurios: Obwohl Silva angeklingelt zu Boden ging, folgte Zawada nicht – suchte nicht den vorzeitigen Finish, sondern erlaubte es dem Brasilianer mehrfach wieder ins Duell zu kommen. Das rächte sich im dritten Durchgang, als Silva einen Gang höher schaltete, wohl wissend, dass er auf den Punktrichterkarten hinten liegen würde. Zawada ließ sich jedoch nicht mehr die Butter vom Brot nehmen und brachte das Duell und damit den Sieg über die Zeit.

Antun Racic war erneut erfolgreich gegen Paweł Politylo. Auch im zweiten Aufeinandertreffen der Beiden hatte der Kämpfer vom UFD die Nase vorn, erneut knapp nach Punkten.

Ex-UFC-Kämpfer Luis Henrique musste im ersten Durchgang so einige Angriffe von Michal Andryszak überstehen, bis er selbst in der zweiten Runde das Ruder in die Hand nahm und durch Guillotine Choke nach 4:42 Minuten gewann. Dabei kontrovers: Andryszak hatte nicht abgeklopft, allerdings auch nicht reagiert, als der Referee seinen Arm auf Spannung/Gegendruck testete, so dass dieser davon ausging, dass Pole ohnmächtig war und so den Kampf abbrach.

Leszek Krakowski besiegte Michael Dubois mehrheitlich nach Punkten, in einem sehr eng geführten Duell, mit 29-28, 29-28 und 28-28.

Alle Ergebnisse anbei in der Übersicht:

KSW 49
18. Mai 2019
Ergo Arena in Gdansk, Polen

Titelkampf im Weltergewicht
Roberto Soldic (c) bes. Krystian Kaszubowski durch K.o. (Schlag) nach 1:25 in Rd. 1

Titelkampf im Mittelgewicht (vakant)
Scott Askham bes. Michal Materla durch K.o. (Knie) nach 1:23 in Rd. 3

Damian Grabowski bes. Karol Bedorf durch T.K.o. (Schläge) nach 3:36 in Rd. 2
Norman Parke bes. Artur Sowinski einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Erko Jun bes. Akop Szostak durch T.K.o. (Schläge) nach 0:36 in Rd. 1
Martin Zawada bes. Thiago Silva einstimmig nach Punkten (29-27, 29-27, 29-28)
Antun Racic bes. Paweł Politylo geteilt nach Punkten (29-28, 29-28, 28-29)
Luis Henrique bes. Michal Andryszak durch Guillotine Choke nach 4:42 in Rd. 2
Leszek Krakowski bes. Michael Dubois mehrheitlich nach Punkten (29-28, 29-28, 28-28)