MMA Deutschland

Julia Dorny: Ich gehe All-In im MMA!

Julia Dorny (Foto: Alexander Petzel-Gligorea/GNP1.de)

Es ist vollbracht, Julia Dorny hat den Schritt von den Amateuren zu den Profis vollbracht. Bei GMC 20 konnte die 29-Jährige vor heimischer Kulisse in Berlin die Spanierin Miriam Santana Ramos besiegen und damit den ersten Sieg als Profi feiern. Nur ein Vorgeschmack auf mehr.

„Ich bin zufrieden, ja“, sagte Dorny im Interview. „Es war wundervoll einzulaufen bei den ganzen Leuten, die mich supportet haben, die Lautstärke war ja bahnbrechend. Dann war ich kurz im Tunnel und habe gedacht ‚Oh mein Gott, jetzt geht’s los, ich soll kämpfen‘ und dann bin ich irgendwie wach geworden, hab sie zu Boden gebracht und den Kampf beendet. Also dann kam noch ein Kampfrichter, der gesagt hat, der Kampf ist vorbei.“

Ein kurzes Vergnügen für die Fans der Berlinerin, die sich mit Santana sogar zuerst im Stand duellierte und erst irgendwann im Verlauf der ersten Runde den Takedown suchte und dann dort ihre Qualitäten ausspielte. Alles geplant, sagte Dorny.

„Judo-technisch mache ich mir gar nicht so den Kopf, den Boden trainieren wir gar nicht so viel, wir haben uns vorrangig auf Standup vorbereitet“, so Dorny weiter. „Mein Coach will sowieso, dass ich im Standup mehr baller‘ und sagt immer, ich soll an meine Faust glauben, wenn einmal die Rechte durchkommt, geht jede K.o. Das habe ich mich bisher noch nicht getraut, aber ich weiß, hier ist Pfeffer drin.“

Auch im Profi-Debüt machte sich Dornys lange Amateur-Karriere bei der IMMAF bezahlt, immerhin musste sie sich kurzfristig auf eine neue Gegnerin einstellen. Die vielen Jahre auf den Amateur-Turnieren waren eine wichtige Erfahrung für die Berlinerin, die es nicht bereut, solange mit dem Wechsel zu den Profis gewartet zu haben.

„Die Leute waren alle sehr ungeduldig und wollten, dass ich schon Jahre zuvor den Wechsel mache“, erklärt Dorny. „Aber ich habe abgelehnt, weil ich seit Kindesbeinen diesen Europameister- und Weltmeistertitel will. Dann finde ich es auch angemessen, im Profi-Lager kämpfen zu können, alles andere hätte ich vermessen gefunden. Ich freu mich darüber, das war die richtige Entscheidung.“

Und diese soll nun auch langfristig weiterverfolgt werden. Dafür werden auch die Einsätze in den klassischen Sportarten Judo und Sumo, in denen Dorny zuletzt noch parallel antrat, zurückgehen, denn die Berlinerin will sich nun voll und ganz auf MMA fokussieren.

„Das war auch der Grund, warum ich jetzt Sumo- und Judo-Bundesliga zurückgeschraubt habe, ich gehe jetzt All-in im MMA. Da höre ich komplett auf meinen Trainer. Wenn er sagt, da gibt es nur noch MMA, dann ist das so. Wenn es zeitlich in den Rahmen passt, würde ich natürlich gerne noch mal Bundesliga kämpfen, aber das müssen wir einfach absprechen.“

Dann soll es ganz nach oben gehen. Im Amateur-Bereich konnte Dorny schließlich alles gewinnen, was es zu gewinnen gibt. Bei den Profis ist die 29-jährige noch vorsichtig bei der Formulierung ihrer Ziele.

„Na klar möchte ich irgendwann Champion sein, aber wann und wie, das steht alles noch in den Sternen“, so Dorny. Der nächste Schritt dahin soll schon am 7. September in Köln folgen, dann soll Dorny bei GMC 21 in Köln ihren zweiten Kampf als Profi machen.

Das komplette Interview mit der Berlinerin, in der sie auch über ihre Rolle im deutschen MMA, Ablenkungen und die Vorbereitung auf den Kampf spricht, seht ihr hier: