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Innferno FC: Ist Jessin Ayari vom Pech verfolgt?

Jessin Ayari (Foto: Dorian Szücs)

Sportlich gesehen läuft es für Jessin Ayari derzeit super: Drei Siege in Folge, zwei davon im Ausland. Trotzdem könnte man meinen, der Nürnberger sei vom Pech verfolgt. Nach geflopptem TUF-Casting, musste er sich auf einen neuen Gegner für Innferno FC am Samstag einstellen. Nun hatte er beim offiziellen Wiegen auch noch Trouble mit der Waage.

77,5 Kilo sollte die nämlich am Freitagabend beim offizielen Wiegen in der Innsbrucker B1 Lounge anzeigen, als Jessin Ayari sie betrat. Sie zeigte jedoch 700 Gramm mehr. Die Statuten der Innferno-Veranstalter besagen, dass ein Kämpfer im Fall von Übergewicht einen Teil seiner Börse an den Gegner abtreten muss: Bis zu einem halben Kilo 20 Prozent der Gage, bis 1,5 Kilo 50 Prozent, darüber 100 Prozent. Ayari musste sich also entscheiden: Die Hälfte des Geldes an Gegner Stanislav Futera abgeben oder noch einmal Gewicht machen?

„Es war so, dass wir in die Sauna gegangen sind, wo die (Veranstalter) uns hingebracht haben. Da war diese manuelle Waage, also die genaue Waage, dachte ich eigentlich. Da hatte ich 77,5 genau“, erklärt der 23-Jährige. „Dann sind wir hierher gekommen, da hatte ich 78,2. Dann musste ich das noch schnell wegmachen. Jetzt hat alles gepasst, jetzt hatte ich 77,5. Ging auch relativ schnell, deswegen eigentlich kein Problem.“

Der Vorfall mit der Waage war nicht das einzige, was in letzter Zeit in Ayaris Leben schief gelaufen ist. Nach enormen Anstrengungen, Geld von Sponsoren zu sammeln, leistete sich der Planet-Eater-Kämpfer einen Flug nach Las Vegas, zu den Castings für die nächste Staffel der UFC-Reality-Serie The Ultimate Fighter. Vom irischen Kobold bis hin zum Cowboy im Tanga gab es dort ihm zufolge alles zu sehen.

„Das war schon eine ziemlich Freak-Show dort, jeder zweite hat den Showman rausgelassen", erzählt er, blieb sich selbst nach eigener Aussage aber treu. "Ich bin wie ich bin, ich verstelle mich nicht, ich bin nicht Conor McGregor.“

Dort angekommen, durchlief er Tests im Grappling, Striking und eine Interviewsequenz, zumindest die sportlichen Aufgaben hatte er allesamt bestanden. Nach langem Warten bekam er schließlich das Ergebnis: Er wurde nicht genommen.

„Im Endeffekt habe ich dann gehört, dass sie in meiner Gewichtsklasse gar keinen nehmen. So hat sich die Sache dann erledigt.“

Ayaris Gewichtsklasse, das Weltergewicht, wurde entgegen der ursprünglichen Ankündigung nicht in die Show aufgenommen. Der Nürnberger war umsonst nach Las Vegas geflogen und durfte unverrichteter Dinge wieder abreisen. Nicht ganz umsonst. Vor der Heimreise führte er noch ein nettes Gespräch mit UFC-Matchmaker Joe Silva, der ihm erklärte, er solle sich „keinen Kopf machen“, der Weg über The Ultimate Fighter sei schließlich nicht der einzige in die UFC.

Zurück in Deutschland, steht nun Ayaris nächster Kampf an: am Samstagabend beim Debüt von Innferno Fighting Championship in Innsbruck. Ursprünglich sollte er dort im Hauptkampf auf den ultra-erfahrenen Ivica Truscek treffen, doch – da war sie wieder, die Pechsträhne – Truscek sagte vor 10 Tagen ab.

„Ich hätte gern gegen Truscek gekämpft, weil er einfach 50 Profikämpfe hat, 27 Jahre jung ist“, so Ayari. Sein jetziger Gegner, Stanislav Futera, ist seit sechs Kämpfen ungeschlagen und gut zehn Zentimeter größer als Truscek, kämpft einen anderen Stil. Für Ayari egal, er nimmt die Pechsträhne gelassen und lächelt:

„Morgen ist kämpfen, morgen ist ein schöner Tag.“

Innferno FC findet am 13. Juni in der Innsbrucker Music Hall statt. Hier das komplette Interview: