MMA Deutschland

Innferno FC 2: Daniel Dörrer krönt sich zum Champion

Daniel Dörrer holte sich den K.o.-Sieg (Foto: Dorian Szücs)

Am 14. August war es soweit, die zweite Ausgabe von Innferno FC stand an. In der prall gefüllten Kufstein Arena im wunderschönen Kufstein bekamen die Zuschauer 15 zum Teil actiongeladene MMA-Kämpfe zu sehen. Angeführt wurde die Veranstaltung vom ersten Titelkampf der Eventreihe. Daniel Dörrer konnte sich dabei im Kampf um das Halbschwergewichtsgold gegen Lokalmatador Mario Dengg durchsetzen. Im Co-Hauptkampf besiegte Jonas Billstein einen zähen Charles Andrade. Wir blicken für euch auf die Ergebnisse aus der Kufstein Arena. Bilder und Video-Interviews folgen in Kürze.

Mario Dengg und Daniel Dörrer kämpften den ersten Titel von Innferno FC unter sich aus. Der ungeschlagene Lokalmatador vom Kaiser-Gym aus Tirol machte Druck, suchte den Körperkontakt und damit den Takedown, den der frühere Kickboxweltmeister jedoch gut verteidigte und mit harten Kicks dagegen feuerte. Dengg wurde plötzlich von einem wuchtigen High-Kick zu Boden geschleudert. Die Halle stand Kopf. Dörrer folgte mit Ground and Pound, doch Dengg kam wieder auf die Beine – nur um mit einem weiteren Tritt zum Kopf erneut auf die Matte befördert zu werden. Der Ringrichter ging dazwischen, Dörrer krönte sich damit zum ersten Champion von Innferno FC.

Jonas Billstein suchte im Co-Hauptkampf zunächst den Standkampf mit dem erfahrenen Charles Andrade. Fast 60 Kämpfe hat Andrade bereits auf dem Buckel. Im Cage sah man diesen Erfahrungsunterschied nicht, denn Billstein diktierte das Geschehen und traf mit schnellen Führhänden und guten Faustkombinationen. Die vergangenen Boxkämpfe, die er seit seinem letzten GMC-Auftritt bestritten hat, haben sich offenbar ausgezahlt. Andrade kam mit dem aggressiven Standkampf des Deutschen nicht zurecht und musste immer wieder Treffer schlucken. Die Folge waren sichtliche Blessuren im Gesicht des Brasilianers. Takedownversuche von Andrade blockte Billstein und bestrafte diesen darauf mit schnellen Fausthieben. Andrade befand sich im stetigen Rückwärtsgang, dort kassierte er einen Tritt in die Weichteile und legte daraufhin eine Pause ein. Kaum wieder im Kampf, ging es wie zuvor weiter: Billstein machte Druck, Andrade steckte im Rückwärtsgang Fäuste ein, versuchte sich mit Takedowns zu retten. Billstein sprawlte gut, folgte Andrade auf den Boden in die Guard und bearbeitete den Brasilianer mit Ground and Pound. Auf den Beinen blieb Andrade trotzdem gefährlich, traf ab und an mit eigenen Rechten und konnte Billstein kurz vor Ende auf den Boden bringen. Am Endergebnis konnte dies jedoch nichts ändern. Alle Punktrichter werteten den Kampf einstimmig für Billstein.

Gökhan Aksu wurde von den heimischen Fans lautstark angefeuert. Kontrahent Jaroslav Jartim konnte den jungen Türken mit einem Double Leg-Takedown zeitig auf den Boden bringen konnte. Aksu schaffte es wieder auf die Beine, doch sein tschechischer Gegner suchte weiter den Takedown. Diesen verhinderte Aksu und traf im Stand mit harten Rechten, die Jartim durchrüttelten. Nach einem Shake-Hands-Ansatz von Jartim legte Aksu mit harten Fäusten los, pulverisierte sein Gegenüber und schlug ihn kampfunfähig.

Dragan Pesic war sichtlich auf der Suche nach dem dritten Erfolg in Serie – und das mit Erfolg. Er ließ nichts anbrennen und holte Cani Alvaro Rodriguez auf den Boden. Dort erklomm er den Rücken seines Gegners und brachte ihn mit einem Rear-Naked Choke, den er aus dem Nichts zauberte, zur Aufgabe.

Der 23-jährige Lokalmatador Florian Kienberger vom Kaiser-Gym aus Tirol griff mit beherzten Kicks an, einer dieser Kicks wurde jedoch abgefangen und mit einem Konter-Ellenbogen bestraft. Kienberger fiel hart getroffen auf die Matte und wurde von Jindrich Svestka mit Ground and Pound K.o. geschlagen, nach 0:50 Sekunden in der ersten Runde.

Nenad Avramovic ließ nichts anbrennen und brachte Marko Drmonjic mit dem ersten Double-Leg-Takedown zu Boden. Dort setzte sich der Serbe, der seit Kurzem im Team Planet Eater trainiert, seine Bodenqualitäten ein, kontrollierte den Slowenen, der sich in der Turtle-Position befand, und griff mit Fäusten und Knien an. Dieser blieb jedoch zäh, hielt durch und verteidigte auch eine Backmount. Gleiches Spiel auch in den weiteren Runden. Avramovic punktete mit Takedowns und Ground and Pound, während Drmonjic sich auf allen Vieren verteidigte. Das Ergebnis war ein klarer Punktsieg für Avramovic, den Schützling von Peter Sobotta.

Alexander Takacs konnte Alexander Poppeck rasch zu Boden bringen, kurz darauf kamen beide Kämpfer wieder auf die Beine. Der als Ringer bekannte Slowake arbeitete weiter daran, den Takedown zu erzielen, doch Poppeck sprawlte ihn gut aus und konnte im Stand einige Treffer setzen. Der 24-jährige Münchener hielt die Begegnung weiter auf den Beinen und boxte so den müde wirkenden Takacs aus. Mehrere Takedownversuche vereitelte Poppeck daraufhin und konnte so dem Kampf seinen Stempel aufdrücken. Seine lupenreine Bilanz weitete er mit diesem Punkterfolg weiter aus, auf 7:0.

Veronica Macedo hatte in der Anfangsphase keine Probleme mit der Ungarin Iren Racz. Bekannt für spektakuläre High-Kicks machte die 20-jährige Venezolanerin, die in Polen lebt, ihrem Ruf alle Ehre und feuerte mehrfach los. Die erfahrene Grapplerin, die vor wenigen Monaten die polnischen No-Gi-Meisterschaften gewinnen konnte, verlagerte den Kampf daraufhin auf den Boden. Dort griff Macedo mit Ground and Pound an und versuchte einige Heel Hooks durchzubringen, jedoch ohne großen Erfolg. Im weiteren Kampfverlauf hatte Racz die Oberlage, suchte die Submission, Macedo blockte jedoch geschickt, musste sich allerdings einem Armbar und einem Rear-Naked Choke erwehren. Auch im letzten Durchgang war es die Ungarin, die den Takedown erzwingen konnte, nach einem verunglückten Spinning-Back-Kick von Macedo. Nachdem Racz die Mount erklomm, wurde sie von Macedo gedreht und landete kurz darauf selbst im Armbar, doch sie befreite sich. Nach drei Runden waren sich die Punktrichter uneinig und werteten die Begegnung mehrheitlich unentschieden.

Adrian Kulisch versuchte Ayub Gaziev mehrfach auf den Boden zu bekommen, dieser wehrte sich jedoch und hielt die Begegnung auf den Beinen. Gefährlich wurde es für keinen der beiden, bis Kulisch in der zweiten Runde den ersten Takedown erzwingen konnte. Mit Ground and Pound aus der Guard blieb er gefährlich, während Gaziev sich vom Rücken aus zu befreien versuchte. Der Ringrichter ließ beide Athleten wieder aufstehen, kurz darauf war es Kulisch erneut, der mit einem Slam punkten konnte und mit Ground and Pound aus der Side Control angriff. Im dritten Durchgang war Kulisch fast ausschließlich im Rückwärtsgang und ließ so seinen Gegner kommen. Offenbar versuchte er Gaziev mit Sprawls auszukontern, doch dieser verteidigte gut und griff weiter im Stand an. Kulisch lieferte kaum Gegenwehr, so dass die Punktrichter sich nach drei Runden einstimmig für Gaziev entschieden.

Pascal Kloser und Petr Neplech hatten offenbar den gleichen Gameplan: Sie gingen auf der Suche nach einem schnellen K.o. in den offenen Schlagabtausch im Stand. Kloser wurde im Schlagabtausch von einem Finger ins Auge getroffen und konnte daraufhin nicht weiterkämpfen. Die Begegnung endete im No Contest.

Johannes Baier und Dragoljub Stanojevic lieferten sich eine intensive Partie im Stand, ohne Rücksicht auf Verluste. Das ging für Stanojevic nach hinten los, nachdem Baier mit einem harten Schwinger traf. Stanojevic ging zu Boden, Baier folgte mit Ground and Pound und zwang so den Referee Nebil Sebai dazwischen zu gehen.

Der hochdekorierte Alic Mensur konnte sich im ersten Profikampf des Abends gegen Francisco de Souza durchsetzen. Mit schnellen Jabs setzte Mensur seinem Kontrahenten zu und schoss immer wieder mit der Rechten harte Geraden ab. De Souza versuchte mit Schwingern dagegen zu halten, traf den gut ausweichenden Mensur dabei selten. Mit gutem Konterboxen und Meidebewegungen setzte sich Mensur nach drei Runden klar nach Punkten durch, wenn auch De Souza in der dritten Runde kurzweilig mit Blitzangriffen eine gute Figur machte.

Die ersten drei Begegnungen des Abends galten den Amateuren. So konnten sich Roland Boza, Lukas Fajman und Florian Leitner durchsetzen, in Duellen, die jeweils auf zwei Runden angesetzt waren und unter Amateur-Regeln bestritten wurden.

GNP1 Fight Night Awards

Kampf des Abends: Alic Mensur vs. Francisco de Souza
K.o. des Abends: Jindrich Svestka
Submission des Abends: Dragan Pesic

Die Ergebnisse der Veranstaltung im Überblick

Innferno FC 2
14. August 2016
Kufstein Arena in Kufstein, Österreich

Titelkampf bis 91kg
Daniel Dörrer bes. Mario Dengg durch K.o. (Head Kick) nach 2:14 in Rd. 1

Jonas Billstein bes. Charles Andrade einstimmig nach Punkten
Gökhan Aksu bes. Jaroslav Jartim durch T.K.o. (Schläge) nach 4:07 in Rd. 1
Dragan Pesic bes. Cani Alvaro Rodriguez durch Rear-Naked Choke nach 0:40 in Rd. 1
Jindrich Svestka bes. Florian Kienberger durch K.o. (Ground and Pound) nach 0:50 in Rd. 1
Nenad Avramovic bes. Marko Drmonjic einstimmig nach Punkten
Alexander Poppeck bes. Alexander Takacs einstimmig nach Punkten
Veronica Macedo vs. Iren Racz endet mehrheitlich im Unentschieden
Ayub Gaziev bes. Adrian Kulisch einstimmig nach Punkten
Pascal Kloser vs. Petr Neplech endete im No Contest (Augenverletzung) in Rd. 1
Johannes Baier bes. Dragoljub Stanojevic durch T.K.o. (Ground and Pound) in Rd. 1
Alic Mensur bes. Francisco de Souza einstimmig nach Punkten

Amateur-MMA
Florian Leitner bes. Malik Misaev durch T.K.o. (Ground and Pound) nach 1:23 in Rd.1
Lukas Fajman bes. Fabian Troger einstimmig nach Punkten
Roland Boza bes. Csaba Kolonyi durch Heel Hook nach 4:27 in Rd. 2