MMA Deutschland

Imperium FC 4 Ergebnisse: Feucht, Stolze und Michailidis überzeugen

Sieg Nummer vier für Timo Feucht (Foto: Dorian Szücs)

Fußballstadion oder Kampfsportarena? Hätte man am Samstag einen Unbeteiligten mit verbundenen Augen in den ausverkauften Eventpalast in Leipzig geführt, er hätte wohl Probleme gehabt, einen Unterschied auszumachen. Die Stimmung in der Halle von Imperium Fighting Championship war einmal mehr einzigartig für eine Kampfsportveranstaltung. Und die Fans sollten bei der vierten Ausgabe der Veranstaltungsserie genügend Gründe zum Feiern bekommen. Die Lokalhelden konnten nämlich größtenteils starke Leistungen abliefern und die Halle damit zum Kochen bringen.

Der 20 Jahre junge Timo Feucht stand im Hauptkampf der Veranstaltung dem französischen Judo-Schwarzgurt Nicolas Djurdjevic gegenüber. Nach einem Schlagabtausch versuchte Djurdjevic den Kampf auf die Matte zu verlagern, er landete jedoch auf dem Rücken und wurde am Boden mit Schlägen bearbeitet. Beide kamen nach einiger Zeit wieder auf die Beine, Feucht attackierte seinen Gegner am Käfig mit Knien, traf ihn dabei jedoch unter der Gürtellinie. Nach einer kurzen Pause konnte es weitergehen, Djurdjevic zeigte aber erste Anzeichen von Erschöpfung.

Im zweiten Durchgang ließen beide zunächst die Fäuste fliegen. Ein weiterer Takedown-Versuch Djurdjevic‘ ging nach hinten los, Feucht landete in der Top-Position und brachte Schläge ins Ziel. Der Franzose konnte sich wieder befreien, versuchte sich dann im Stand aber einmal mehr an einem Judo-Wurf, den Feucht nicht zuließ und mit Ground and Pound bestrafte. Diesmal ließ der Leipziger seinen Gegner nicht wieder aufstehen und hämmerte sich mit Schlägen zum T.K.o.-Sieg.

Stolze siegt im Kampf des Abends

Im Co-Hauptkampf lieferten sich Niklas Stolze und Rastislav Hanulay eine ansehnliche Schlacht im Stand. Stolze arbeitete dabei von Beginn an mit zahlreichen Kicks, musste sich aber stets auf Konter gefasst machen. In der ersten Runde hatte der Magdeburger keine großen Probleme, den Kampfverlauf zu bestimmen.

Niklas Stolze im Anflug (Foto: Dorian Szücs)

Das Tempo blieb auch in der zweiten Runde hoch, beide warfen sich im Stand die Beine und die Fäuste um die Ohren. Hanulay fand mit seinen Händen nun häufiger das Ziel, brachte Stolze damit jedoch nicht groß in Bedrängnis. Ein eingesprungenes Knie Hanulays wurde abgefangen und mit einem Slam auf die Matte abgestraft. Nach kurzer Zeit am Boden ging es im Stand weiter, wo Stolze weiter mit Kicks und Schläge ins Ziel brachte.

Nach zwei Runden waren die Punktrichter an der Reihe. Die werteten das Duell einstimmig für Niklas Stolze, der damit seinen fünften MMA-Sieg einfahren konnte.

Vorzeitige Siege en masse

Im mittleren Teil der Veranstaltung konnten sich die Punktrichter zurücklehnen. Zahlreiche Erstrundensiege sorgten für einen zügigen Ablauf der Veranstaltung.

Alexandros Michailidis gab in seinem Kampf gegen den Franzosen Axel Ronchetti Vollgas und attackierte zur Freude der Zuschauer mit variablen Kicks, wurde dann aber kurzzeitig zu Boden gebracht. Der Planet-Eater-Kämpfer kam wieder hoch, verlagerte den Kampf selbst auf die Matte und erarbeitete sich den Rücken seines Gegners. Ronchetti wehrte den Rear-Naked Choke zunächst ab, wurde dann aber letztendlich doch erwischt und musste abklopfen.

Das Schwergewichtsduell zwischen Norman Jendrejczyk und David Rychly fand ebenfalls ein schnelles Ende. Rychly konnte Jendrejczyk zu Beginn des Kampfes mehrfach mit Low Kicks auf die Matte schicken. Nach dem dritten Sturz zu Boden kam Jendrejczyk nicht wieder auf die Beine und der Kampf wurde abgebrochen.

Eugen Shevchenko ließ in seinem MMA-Debüt gegen Daniel Makin gar nichts anbrennen und setzte seinen Gegner von Anfang an mit Boxkombinationen unter Druck. Ein Schlag zum Körper zeigte dabei erste Wirkung. Zwei Haken später sackte Makin schließlich auf die Matte und wurde aus dem Kampf genommen.

Den kürzesten Kampf bestritten Marcus Kottke und Enrico Koch. Mit der ersten Schlagkombination schickte Kottke seinen Gegner bereits auf die Bretter. Hier hagelte es noch etwas Ground and Pound, bis der Ringrichter schließlich nach knapp 20 Sekunden abbrach.

Andreas Gryzwa und Jeremy Dechaumel ließen im Stand die Fäuste fliegen. Nach einem relativ ausgeglichenen Schlagabtausch ging der kurzfristig eingesprungene Gryzwa plötzlich auf die Knie. Ein Schlag hatte ihn am Hals getroffen und Atemnot verhinderte ein Weitermachen.

Lokalmatador Marcel Bennewitz hatte von Anfang an großen Erfolg mit Schlägen zum Körper, konnte Benjamin Illner damit sogar mehrfach zu Boden schlagen. Bennewitz ließ seinen Gegner nach dem ersten Knockdown wieder aufstehen. Nach dem zweiten Niederschlag ging er hinterher, wurde dann aber mit Submissions bedroht. Also ließ er Illner wieder hoch kommen, um ihm mit einem Aufwärtshaken den finalen Stoß zu verpassen.

Es dauerte keine zehn Sekunden, da hatte Ilja Stojanov seinen Gegner Remi Roustang mit einem Slam bereits auf den Boden gehämmert. Hier deckte er seinen Kontrahenten mit Schlägen und Ellenbogen ein, bis dieser schließlich beim Versuch aufzustehen seinen Rücken freigab. Stojanov nahm die Gelegenheit dankend an und zwang Roustang im Rear-Naked Choke zur Aufgabe.

Gabriel Graf suchte im Kampf gegen Miro Bozic immer wieder erfolgreich den Bodenkampf. Bozic, der einen deutlichen Reichweitenvorteil hatte, machte im Stand eine gute Figur, wurde aber immer wieder von den Beinen geholt. Graf arbeitete auf dem Boden aus der Top-Position mit Schlägen und sicherte sich so nach zwei Runden einen klaren Punktsieg.

Martin Chudej legte los wie die Feuerwehr und ließ Christian Lo Re keinerlei Luft zum Atmen. Das Muskelpaket stürmte mit knallharten Kicks und Schlägen nach vorne. Eine Faust erwischte Lo Re schließlich am Kinn, woraufhin der Lokalmatador zu Boden sackte und der Kampf für beendet erklärt wurde.

Martin Chudej gab Vollgas. (Foto: Dorian Szücs)

Florian Carrier konnte zu Beginn einen Low Kick von Max Rose abfangen und ihn mit einem Schlag zu Boden bringen. Auf der Matte setzte Rose nach kurzer Zeit einen Triangle Choke an, aus dem sich Carrier jedoch befreien konnte. Beide versuchten sich daraufhin an Beinhebeln, Rose erwischte seinen Gegner dabei aber mit einem verbotenen Tritt am Kopf. Dafür gab es vom Punktrichter einen Punktabzug. Im zweiten Durchgang sicherte sich Carrier einen Takedown, Rose versuchte sich aus der Rückenlage an verschiedenen Aufgabegriffen. Rose kam wieder auf die Beine und konnte im Stand kurze Zeit austeilen, bevor es wieder auf die Matte ging, wo Carrier mit Schlägen und Ellenbogen punkten konnte. Am Ende mussten die Punktrichter entscheiden. Einer wertete den Kampf unentschieden, die anderen beiden sahen Carrier vorne.

GNP1 Fight Night Awards

Kampf des Abends: Niklas Stolze vs. Rastislav Hanulay
K.o. des Abends: Eugen Shevchenko bes. Daniel Makin
Aufgabegriff des Abends: Ilja Stojanov bes. Remi Roustang (Rear-Naked Choke)

Die Ergebnisse der Veranstaltung im Überblick:

Imperium FC 4
26. März 2016
Eventpalast in Leipzig 


Timo Feucht bes. Nicolas Djurdjevic via T.K.o. in Rd. 2
Niklas Stolze bes. Rastislav Hanulay einstimmig nach Punkten 
Alexandros Michailidis bes. Axel Ronchetti via Rear-Naked Choke in Rd. 1
David Rychly bes. Norman Jendrejczyk via T.K.o in Rd. 1
Eugen Shevchenko bes. Daniel Makin via K.o. in Rd. 1
Marcus Kottke bes. Enrico Koch via T.K.o. in Rd. 1
Jeremy Dechaumel bes. Andreas Gryzwa via T.K.o. (Verletzung) in Rd. 1
Marcel Bennewitz bes. Benjamin Illner via K.o. in Rd. 1
Ilja Stojanov bes. Remi Roustang via Rear-Naked Choke in Rd. 1
Gabriel Graf bes. Miro Bozic einstimmig nach Punkten
Martin Chudej bes. Christian Lo Re via K.o. in Rd. 1
Florian Carrier bes. Max Rose mehrheitlich nach Punkten