MMA Deutschland

Imperium FC 2: Actionreiche Kämpfe bringen Leipzig zum Kochen

Am Samstag ging in Leipzig die zweite Ausgabe von Imperium Fighting Championship über die Bühne. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass dem Veranstalter knapp drei Wochen vor dem Event der Hallenvertrag gekündigt wurde und in kürzester Zeit eine neue Location her musste. Erst drei Tage vor dem Event konnte ein neuer Veranstaltungsort verkündet werden. Wie im vergangenen Jahr wurde der Käfig im Leipziger Eventpalast aufgebaut und auch diesmal verwandelte sich der Ort in einen wahren Hexenkessel. Die Zuschauer bekamen zwölf international besetzte MMA-Kämpfe zu sehen, neun davon endeten vorzeitig.

Marcus Kottke vs. Mazvydas Pieza
Im Hauptkampf traf der frühere “German Top Ten”-Kämpfer Marcus Kottke auf Mazvydas Pieza aus Litauen. Kottke versuchte den Kampf im Stand mit Einzelaktionen zu bestimmen. Der körperlich unterlegene Pieza hielt davon nicht viel, klammerte sich an Kottke und drückte ihn an den Käfig. Kottke konnte den Spieß umdrehen und seinen Gegner selbst an den Käfig drücken.

Das Spiel wiederholte sich auch im zweiten Durchgang. Nach einem kurzen Schlagabtausch fanden sich beide am Käfig wieder. Kottke konnte die dominante Position die meiste Zeit halten und mit Stampftritten und Knien punkten.

In der letzten Runde waren beide Kämpfer konditionell schwer angeschlagen. Im Stand hauten beide noch einmal alles raus und am Käfig versuchten beide erneut die Position zu bestimmen. Nach drei Runden mussten die Punktrichter in diesem knappen Duell einen Sieger bestimmen. Einer sah den Kämpfer aus Litauen vorne, die beiden anderen werteten den Kampf für Marcus Kottke, der an seinem Geburtstag somit einen geteilten Punktsieg feiern konnte.

Sergey Romanov vs. Lukasz Janecki
Beide Kämpfer feuerten von Beginn an explosive Aktionen ab. Romanov bestimmte weite Teile der ersten Runde mit variablen Kicks, Janecki versuchte sich an Low Kicks und Einzelhänden. Wenige Sekunden vor Schluss sicherte sich Janecki einen Takedown.

Im zweiten Durchgang machte Romanov weiter Druck, brachte im Thai-Clinch schmerzvolle Knie ins Ziel und landete zahlreiche Kicks zum Körper. Janecki versuchte mit Schlägen zu kontern, blieb aber erfolglos.

Auch in der letzten Runde bestimmte Romanov den Kampfverlauf. Im Clinch hagelte es für Janecki brutale Knie. Mit Kicks und Schlägen malträtierte Romanov seinen Gegner. Nach drei Runden hatten die Punktrichter leichtes Spiel und erklärten Sergey Romanov zum verdienten Sieger.

Mikhail Korobkov vs. Niklas Djember
Korobkov sicherte sich einen schnelle Takedown und dominierte seinen Stuttgarter Gegner auf der Matte. Aufgrund von Inaktivität ließ der Ringrichter beide Kämpfer nach einiger Zeit aufstehen. Korobkov zeigte im Stand ein paar wilde Aktionen, bevor er seinen Gegner erneut zu Boden ringen konnte.

Diesen Gameplan verfolgte Korobkov auch in der zweiten Runde. Djember konnte zwar im Stand selbst einige Treffer ins Ziel bringen, wurde aber letztendlich wieder auf den Boden gebracht. Korobkov sicherte Djembers Rücken und brachte ihn zu guter letzt per Rear-Naked Choke zur Aufgabe.

Christopher Henze vs. Sofian Boucherf
Henze konnte zu Beginn Akzente im Stand setzen, wurde dann aber von seinem französischen Gegner per Takedown auf die Matte gebracht. Henze kam wieder auf die Beine und sicherte sich seinerseits einen Takedown. Mit Schlägen aus der Top Position setzte er seinem Gegner zu. Ein versuchter Heel Hook von Henze blieb erfolglos und beide machten bis zum Rundenende im Stand weiter.

In der zweiten Runde konnte Boucherf den Leipziger an den Käfig drücken, erwischte ihn dann aber mit einem harten Knie unter der Gürtellinie. Nach einer kurzen Erholungsphase wurde der Kampf im Stehen weitergeführt. Boucherf feuerte viele Schwinger ab, auf die „Joker“ mit Konterschlägen antwortete. Boucherf verlagerte den Kampf wieder auf die Matte, doch Henze kam erneut auf die Beine und brachte den Kampf selbst auf den Boden.

Nach zwei Runden mussten die Punktrichter entscheiden. Einer wertete den Kampf für Christopher Henze, die beiden anderen sahen einen ausgeglichenen Kampf. Die Begegnung endete damit in einem mehrheitlichen Unentschieden.

Niklas Stolze vs. Max Rose
Stolze feuerte von Anfang an knüppelharte Low Kicks ab. Sein Kontrahent steckte diese zunächst weg und konnte im Vorwärtsgang selbst vereinzelt Schläge ins Ziel bringen. Nach wenigen Minuten packte Stolze einen präzisen Head Kick aus, der Max Rose die Lichter ausknippste. Ein perfekter Knock-out, bei dem ein Raunen durch die Halle ging.

Timo Feucht vs. Kevin Kraft
Beide Kämpfer lieferten sich zu Beginn einen gemäßigten Schlagabtausch, bei dem Lokalmatador Timo Feucht zahlreiche Geraden ins Ziel bringen konnte. Mit einer harten Linken schickte er Kraft zu Boden. Dieser kam wieder auf die Beine, Feucht verlagerte den Kampf mit einem Wurf aber kurze Zeit später wieder auf die Matte. Dort sicherte sich Feucht den Rücken seines Gegners und schickte ihn mit einem Rear-Naked Choke schlafen.

Felix Schmidt vs. Milos Benes
Milos Benes’ Gameplan war eindeutig auf den Bodenkampf ausgerichtet und gegen Felix Schmidt ging dieser Plan voll uns ganz auf. Immer wieder brachte er Schmidt auf die Matte. Mit etlichen Schlägen setzte er seinem Gegner zu, er erwischte ihn aber auch ein paar Mal am Hinterkopf, weshalb es einen Punktabzug für Benes gab.

Schmidt wurde auch im zweiten Durchgang zügig zu Boden gebracht, konnte sich aber beinahe einen Kimura sichern. Der Armhebel blieb erfolglos und so wurde Schmidt erneut auf der Matte kontrolliert. In der letzten Minute gelang es Schmidt, selbst in der Top Position zu landen. Mit Schlägen aus der Full Mount beendete er die zweite Runde, am Ergebnis gab es aber nichts mehr zu drehen. Milos Benes wurde von den Punktrichtern einstimmig zum Sieger erklärt.

Vincent Bernhardt vs. Hugo Lardeau
Lardeau startete mit schnellen und präzisen Schlägen. Bernhardt ließ sich davon aber nicht beeindrucken und ging nach vorne. Der Leipziger drückte seinen Gegner aus Frankreich an den Käfig, wo er ihn mit Stampftritten, Schlägen und Knien zusetzte. Nach einem Knie zum Bauch klopfte Lardeau ab. Aufgrund einer Rückenverletzung konnte er den Kampf nicht fortsetzen. Vincent Bernhardt wurde somit zum Sieger erklärt.

Konrad Dyrschka vs. Mathias Säwert
Mathias Säwert arbeitete von Anfang an mit High und Low Kicks. Dyrschka fand dagegen zunächst keine Mittel, bekam seinen Gegner nach wenigen Minuten dann aber zu fassen, drückte ihn an den Käfig und brachte ihn zu Boden. Der frühere Bundesliga-Ringer kontrollierte Säwert gekonnt auf der Matte. Dyrschka ließ hartes Ground and Pound auf seinen Gegner niederhageln, bis der Ringrichter genug gesehen hatte und dazwischen ging.

Gabriel Graf vs. Mindaugas Bensiunas
Bensiunas sicherte sich zeitig im Kampf einen Takedown, Graf konnte sich am Käfig aber wieder auf die Beine arbeiten und verlagerte den Kampf selbst auf die Matte. Mindaugas Bensiunas versuchte sich aus der Rückenlage an einem Triangle Choke, wurde aber von Graf ausgehoben und mit einem kräftigen Slam auf den Boden gehämmert. Graf dominierte seinen Gegner bis zum Rundenende am Boden.

Im zweiten Durchgang wollte Bensiunas den Kampf schnell wieder auf den Boden bringen, scheiterte beim Takedown-Versuch aber und landete selbst auf dem Rücken. Graf ging mit Schlägen hinterher. Bensiuanas nutzte dabei eine kleine Unaufmerksamkeit seines Gegners aus, schnappte sich dessen Bein und zwang ihn mit einem Beinhebel zur Aufgabe.

Marcel Bennewitz vs. Jeremy Guiguet
Beide Kämpfer tauschten im Stand Schläge und Kicks aus, bis der Franzose Guiguet ein knallhartes Knie zum Kopf ins Ziel bringen konnte. Bennewitz ging zu Boden und kassierte Ground and Pound, konnte sich aber gut verteidigen und sich aus der misslichen Lage befreien. Nach einem Intermezzo am Boden ging es im Stand weiter, wo Bennewitz unter frenetischen Jubelrufen seiner zahlreichen Fans die Ruder in die Hand nahm und seinem Kontrahenten mit Schlägen zusetzte. Guiguet fand am Käfig keine Mittel gegen Bennewitz' Fäuste und wurde vom Ringrichter aus dem Kampf genommen.

Michael Richter vs. Sven Huber
Nach einem kurzen Schlagabtausch ging Huber in den Clinch und drückte Richter an den Käfig. Richter konnte sich befreien, Huber nach oben heben und mit einem krachenden Slam auf den Boden befördern. Richter dominierte den Kampf am Boden kurzzeitig, wurde dann aber gesweept. Aus der Rückenlage schnappte sich Richter dann aber gekonnt den Arm seines Gegners und zwang ihn zur Aufgabe.

Die Ergebnisse der Veranstaltung im Überblick:

Imperium FC 2
4. April 2015
Eventpalast in Leipzig

Marcus Kottke bes. Mazvydas Pieza geteilt nach Punkten
Sergey Romanov bes. Lukasz Janecki einstimmig nach Punkten
Mikhail Korobkov bes. Niklas Djember via Rear-Naked Choke in Rd. 2
Christopher Henze vs. Sofian Boucherf endete mehrheitlich unentschieden
Niklas Stolze bes. Max Rose via K.o. (Head Kick) in Rd. 1
Timo Feucht bes. Kevin Kraft durch Rear-Naked Choke in Rd. 1
Milos Benes bes. Felix Schmidt einstimmig nach Punkten
Vincent Bernhardt bes. Hugo Lardeau via T.K.o. (Verletzung) in Rd. 1
Konrad Dyrschka bes. Mathias Säwert via T.K.o. in Rd. 1
Mindaugas Bensiunas bes. Gabriel Graf via Kneebar in Rd. 2
Marcel Bennewitz bes. Jeremy Guiguet via T.K.o.(Schläge) in Rd. 1
Michael Richter bes. Sven Huber via Armbar nach in Rd. 1