MMA Deutschland

IMMAF-EM 2017: Bronze für Österreicher Aberger, Lehrgeld für Deutschland

Foto by Anja Dorny Photography

In der Woche vom 27. März bis zum 2. April 2017 fanden in Sofia die Europameisterschaften der Amateure im MMA der International Mixed Martial Arts Föderation statt. Das Deutsche und Österreichische Team gingen in der bulgarischen Hauptstadt an den Start.

Deutschland hatte mit Vitali Boev und Vladislav Keilbach zwei starke, wenngleich recht unerfahrene MMA-Kämpfer in den Kader der GEMMAF nominiert. Beide Athleten starteten im Weltergewicht (77kg). Der 18-jährige Keilbach, der nach einem durch T.K.o. gewonnen Kampf die Europameisterschaft aufgrund einer Knieverletzung nicht fortsetzen konnte und ausschied, hatte in diesem Turnier gerade einmal seinen zweiten MMA-Kampf bestritten. Er zeigte sich zuversichtlich für die Zukunft.

„Es geht immer besser. Ich bin da guter Dinge. Wenn ich will, kann ich alles schaffen“, so das Fazit vom früheren Kunstturner und Gewichtheber, der sein MMA-Debüt im Dezember 2016 erfolgreich bestritt.

Vitali Boev hingegen musste einen ziemlich ernüchternden Turnier-Auftakt hinnehmen. Bereits in der ersten Runde wurde er von seinem kasachischen Gegner durch Armhebel besiegt, nachdem der Kampf anfänglich stark durch Boev im Stand dominiert wurde. „Ich habe einfach einen Kapitalfehler gemacht und mich zu sehr auf Stand fokussiert. Erst lief alles nach meinem Plan, aber so ist das eben.“

Weiterhin gab er bekannt, dass er sich auf seinen nächsten kämpf im österreichischen Graz vorbereiten und seinen nächsten Kampf dort bestreiten wird. Sein persönlicher Höhepunkt sei jedoch die Weltmeisterschaft im November im Bahrain. 

Beide deutschen Kämpfer müssen sich jedoch dafür ihre Posten als Nummer eins im bereits bestehenden Kader sichern, denn nur der Beste wird sein Land auf der Weltmeisterschaft repräsentieren können. Denselben Kriterien müssen auch die Kader der österreichischen Nationalmannschaft Folge leisten.

Foto by Anja Dorny Photography

Österreich startete mit insgesamt sechs Athleten ins Turnier. Im Halbschwergewicht repräsentierte Dominic Doupana sein Land im Duell gegen den Libanesen Iman Hayek. Nach einem starken Kampf über die volle Distanz, wertete das Kampfgericht geteilt nach Punkten gegen Doupana (29:28-28:29-29:28). Leichtgewicht Dieter Wolf Gerhartinger unterlag seinem bulgarischen Kontrahenten Jordan Georgiev Marinov, dem späteren Bronze-Gewinner, durch Submission (Rear-Naked Choke).

Im Schwergewicht musste sich Lukas Sniadecki seinem norwegischen Gegner Berat Belisha durch Knock-out geschlagen geben. Im Super-Schwergewicht unterlag Damian Visenjek dem amtierenden (2016) und erneutem Europameister 2017 Irman Smajic aus Schweden. 

Der 25-jährige Mario Kainz startete wie sein Teamkollege Florian Aberger in der Mittelgewichtsklasse. Dieser unterlag jedoch in Runde eins seinem italienischen Gegner Dario Bellandi durch K.o., der dadurch ins Halbfinale einzog und später auch das Finale gewann. Im Mittelgewicht gelang es nur Aberger seine Wettkampfleistung der Europameisterschaft 2016 konstant zu halten. Nach einem Freilos und zwei starken Kämpfen musste er sich schließlich dem Schweden Khaled Laalam geschlagen geben, der dadurch ebenfalls sein Ticket ins Finale sichern konnte und Bellandi im Kampf um den Titel vor sich hatte. Der junge Österreicher Aberger konnte sich die Bronzemedaille verdienen, Bellandi wurde Europameister 2017, der Schwede Zweitplatzierter.