MMA Deutschland

IFO Europe 3: Crawford erarbeitet Punktsieg gegen Grabinski, Alpha Female siegt in Feuerwerk

Ruben Crawford siegt im IFO-Titelkampf (Foto: Dorian Szücs/GNP1.de)

Am Samstag war die Potsdamer MBS-Arena Schauplatz von IFO Europe 3. In neun Begegnungen ließen es die Athleten so richtig krachen. Zahlreiche Knockouts und Submissions sorgten für eine kurzweilige Fight Night, die im Titelkampf zwischen Ruben Crawford und Mohamed Grabinski ihr Ende fand.

Nach zwei Jahren und neun Monaten ist das Kapitel zwischen Mohamed Grabinski und Ruben Crawford beendet, vorerst. Nachdem ein Aufeinandertreffen im Januar 2014 kurzfristig scheiterte, standen sich die beiden Kontrahenten im Kampf um den IFO-Titel in Potsdam gegenüber. Der Gameplan der beiden war schnell ersichtlich. Während Grabinski den Kampf im Stand abhalten wollte, ließ Crawford keine Gelegenheit aus, in den Clinch zu kommen und am Takedown zu arbeiten.

Grabinski konnte immer wieder harte und schnelle Treffer landen, aber Crawford nicht auf Distanz halten. Immer, wenn Grabinski Treffer setzen konnte, verwickelte ihn Crawford wieder in den Clinch und nahm dem Düsseldorfer den Spielraum. Der Kölner drängte seinen Düsseldorfer Gegner permanent in den Infight, arbeitete am Zaun und auf der Matte mit kurzen Schlägen und öffnete so bereits früh eine Platzwunde an Grabinskis rechtem Auge, welche zwei Mal vom Cutman überprüft werden musste. 

Nach drei Runden war das Ergebnis des Kampfes den meisten im Saal klar, nur innerhalb der Punktrichter gab es eine Abweichung, sodass Ruben Crawford am Ende geteilt nach Punkten siegte.

Alpha Female feiert erfolgreiches MMA-Debüt

Mit Spannung wurde das MMA-Debüt der Profi-Wrestlerin Jazzy Gabert gegen Manuela Kuhse erwartet und die beiden Damen wollten den Fans sofort zeigen, aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Mit einem wilden Schlagabtausch, in welchem Kuhse die besseren Treffer landete, wurde Gabert im MMA empfangen. Kuhse arbeitete, ganz dem Namen ihres Teams entsprechend, wie ein Berserker, und landete harte Schläge. Die „Alpha Female“ ging jedoch nicht in die Knie, sondern warf Kuhse um und landete Schläge aus der Side Control, bis die Runde endete.

Auch in der zweiten Runde fing Kuhse an wie die Feuerwehr und legte alles in die Waagschale. Erneut widerstand Gabert den Treffern, dann hatte Kuhse ihr Pulver verschossen. Erneut ging es auf die Matte, Gabert gelangte in die Full Mount und schlug auf Kuhse ein, bis der Ringrichter den Kampf nach 2:42 Minuten abbrechen musste.

Adas lässt das Publikum jubeln

Lokalmatador Arda Adas kam nicht nach Potsdam, um seine mittgereisten Berliner Fans zu enttäuschen. Gegen die große Unbekannte Oleg Dadonov zeigte Adas Kämpferherz und überstand zahlreiche Takedowns seines russischen Gegners. Dadonov konnte im Stand punkten, verlagerte das Duell aber immer wieder auf die Matte. Im zweiten Durchgang änderte Adas dann seine Auslage, was dem Russen zusehends Probleme bereitete. Zudem zeigte sich der Berliner als konditionsstärker und konnte die Takedowns Dadonovs nicht nur abwehren, sondern selbst in die Guard seines Gegners gelangen. Dadonov ließ zwar nicht locker, aber Adas hatte das Ruder herumgerissen und bestimmte den letzten Durchgang auf dem Weg zu einem einstimmigen Punktsieg.

Wo Schwergewichte antreten, geht es meist zügig zu Ende. So auch bei IFO Europe. Der amerikanische Ringer Steven Brown ging sofort in Richtung Takedown, aber Luc Ngeleka ließ sich nicht zu Boden bringen, sondern antwortete mit Kniestößen. Den Körpertreffer steckte Brown noch weg, der Kopftreffer schickte Brown jedoch auf die Knie. Ngeleka roch Blut und ging mit heftigen Treffern hinterher und beendete den Kampf in der Rekordzeit von 23 Sekunden.

Vor drei Wochen in Frankfurt hatte er noch Pech, dass sich sein Gegner wenige Stunden vor dem Kampf verletzte, in Potsdam sollte es besser laufen für Laurynas Urbonavicius. Der Litauer brachte Kirill Kolomycev zügig auf die Matte und setzte seinem Düsseldorfer Gegner mit heftigen Schlägen zu. Kolomycev konnte sich nicht aus der Umklammerung lösen, Urbonavicius bewegte sich sogar in die Full Mount und beendete dort den Kampf nach zweieinhalb Minuten.

Comeback für Götte und Mamoka glückt

Lange mussten die Fans auf die Rückkehr von Dima Götte warten, in Potsdam deutete der lange verletzte Top-Ten-Kämpfer wieder sein Potential an. Der Balinger zeigte gegen Ladislav Koky einen schnellen und höhepunktreichen Kampf. Götte ging sofort in die Offensive, aber Kocy ließ sich nicht lumpen, sondern verwandelte den Kampf in eine wilde Angelegenheit. Gegen Mitte der Runde übernahm Götte dann das Ruder und attackierte die Beine des Slowaken. Kocy befreite sich, wurde aber sofort in einen Guillotine Choke genommen. Auch aus diesem konnte er sich befreien, aber Götte schnappte sich schnell den Rücken, setzte den Rear-Naked Choke an. Aus diesem gab es kein Entkommen mehr für Koky, der nach 3:40 abklopfte.

Die weiteste Anreise hatte Ivo Cuk auf sich genommen, mit einem Sieg gegen Andreas Grzywa fuhr der Kroate wieder nach Hause. Der „Scorpion“ versuchte sich zu Beginn im Stand, kam aber nicht in die richtige Distanz. Stattdessen warf er Kroate seinen Gegner auf die Matte und fing an, Grzywa mit Schlägen zu bearbeiten. Grzywa versuchte, sich zu schützen, aber der energische Cuk ließ nicht ab, sodass der Kampf nach kurzer Zeit auf der Matte vom Ringrichter abgebrochen werden musste.

Auch im Vorprogramm galt es, eine alte Rechnung zu begleichen. Wisam Mamoka hatte das provokante Video Daniel Makins nicht vergessen und verlegte die Begegnung nach kurzem Schlagwechsel auf die Matte. Mamoka arbeitete mit Schlägen gegen den Körper, schob Makin dann gegen den Zaun. Makin wollte sich aufrichten, Mamoka schnappte sich den Kopf des Engländers und ließ ihn kurze Zeit später in einem Guillotine Choke im Stehen abklopfen.

Im Eröffnungskampf machte Ilja Stojanov keine Gefangenen, brachte den Tschechen Michal Merkulov schnell auf die Matte und ließ es dort dann aus der Side Mount Ellenbogen regnen, bis der Ringrichter das Duell nach 100 Sekunden beendete.

GNP1 Fight Night Awards

K.o. of the Night: Luc Ngeleka gegen Steven Brown
Submission of the Night: Dima Götte gegen Ladislav Koky
Fight of the Night: Arda Adas vs. Oleg Dadonov

Die Ergebnisse in der Übersicht

IFO Europe 3
15. Oktober 2016
MBS-Arena, Potsdam

Titelkampf im Weltergewicht
Ruben Crawford bes. Mohamed Grabinski geteilt nach Punkten

Jazzy Gabert bes. Manuela Kuhse via T.K.o. (Schläge) 2:42 in Rd. 2
Arda Adas bes. Oleg Dadonov einstimmig nach Punkten
Luc Ngeleka bes. Steven Brown via T.K.o. (Schläge) nach 0:23 in Rd. 1
Laurynas Urbonavicius bes. Kirill Kolomycev via T.K.o. (Schläge) nach 2:35 in Rd. 1

Vorprogramm
Dimitri Götte bes. Ladislav Koky via Rear-Naked Choke nach 3:40 in Rd. 1
Ivo Cuk bes. Andreas Grzywa via T.K.o. (Schläge) nach 1:04 in Rd. 1
Wisam Mamoka bes. Daniel Makin via Guillotine Choke nach 1:05 in Rd. 1
Ilja Stojanov bes. Michal Merkulov via T.K.o. (Schläge) nach 1:40 in Rd. 1