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GnP Awards National 2013: Kämpfer des Jahres

Das Wahlergebnis der Kategorie "Kämpfer des Jahres" beschreibt man wohl am besten mit einem Begriff aus der Politik: Abu Azaitar wurde mit absoluter Mehrheit gewählt. Ganze 74,17 % aller Wahlteilnehmer sind der Meinung, dass der junge Kölner aus Jupps Fight Team Deutschlands Kämpfer des Jahres 2013 ist.

Knockouts, Kult und Kontroverse - mit diesen drei Worten lässt sich die bisherige Karriere Azaitars wohl am besten beschreiben; sie sind vor, während und nach beinahe jedem seiner Kämpfe großes Thema und sorgen meist noch Monate später für Diskussionsstoff. 

Das Ergebnis dieser Wahl zeigt aber auch, dass das polarisierende Bild Azaitars sich in der jüngeren Vergangenheit zum Positiven gewandelt hat. Vor einigen Jahren noch war die Skepsis gegenüber dem jungen Kölner um einiges größer: Als einer der "Prügelzwillinge" des Kölner Nachtlebens wurde der polizeibekannte Ex-Straftäter von allen Seiten kritisch beäugt, als er 2009 zum ersten Mal die 4-Unzen-Faustschützer überstreifte. Seitdem jedoch ist Azaitar nie wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten - seiner gewalttätigen Vergangenheit hat er abgeschworen, denn er weiß, dass er als Vorbild vor allem für Jugendliche eine große Verantwortung trägt. Seinen Fokus hat er daher stattdessen völlig auf das Kämpfen im Ring oder Käfig verlegt, und auch dort haben die Skandale und Skandälchen in letzter Zeit spürbar abgenommen. 

Der Erfolg jedenfalls spricht für sich: Acht Siege, sechs davon vorzeitig hat der mittlerweile 27-Jährige in den vergangenen eineinhalb Jahren eingefahren. Mit Roman Kapranov und Marcin Naruszczka hatte Azaitar 2013 in der deutschen Szene außerdem gute Gegner vor den Fäusten, die er jedoch beide innerhalb der ersten beiden Runden Schlafen schickte. Nach dem kontroversen Ende des ersten Aufeinandertreffens der beiden war vor allem der Knockout gegen Naruszczka ein höchst zufriedenstellendes Ergebnis für Azaitar - nicht zuletzt, weil er den gesamten Kampf deutlich taktischer gestaltete als man es zum recht ungestümen Beginn seiner Karriere noch von ihm gewohnt war und er so zeigen konnte, dass er sich auch als Kämpfer stetig weiterentwickelt.
Den jüngsten Erfolg durfte er darüber hinaus zum ersten Mal auf internationaler Bühne feiern: bei der 25. Veranstaltung der angesehenen polnischen Promotion KSW schickte Azaitar im vergangenen Dezember den Lokalmatadoren Krzysztof Kulak nach knapp zweieinhalb Minuten auf die Bretter und schloss so ein ohnehin schon erfolgreiches Wettkampfjahr 2013 mit einem Sieg im Ausland beeindruckend ab. 

Abu Azaitar polarisiert, durch und durch: Entweder man liebt, oder man hasst ihn, und auf fast drei Viertel der Wahlteilnehmer trifft offensichtlich ersteres zu. Selbst Deutschlands UFC-Star Dennis Siver liegt mit 11,65 % der Stimmen unerreichbar weit hinter Azaitar; außer Siver konnte keiner der Nominierten eine zweistellige Prozentzahl erreichen. 

Die Ergebnisse der Wahl im Überblick:
1.  Abu Azaitar 74,17 % 
2.  Dennis Siver 11,65 %
3.  Max Coga 5,69 %
4.  Jonas Billstein 3,48 %
5.  Rany Saadeh 3,11 %
6.  Stephan Pütz 1,90 %