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GnP Awards 2011: Kultigster Kämpfer des Jahres national

"Karl Stahl" Niko Lohmann räumt ab. (Fotomontage: GroundandPound)

Der GnP Award für den kultigsten Kämpfer Deutschlands 2011 geht an: Niko Lohmann.

Der Gewinner des GnP-Awards in der Kategorie kultigster Kämpfer des Jahres national ist im Jahr 2011 der lebendige Beweis dafür, dass Kampfsportler bei weitem nicht immer dem Stereotypen des großen, breiten, grimmig guckenden und meist bedrohlich schweigenden Muskelpaketes entsprechen müssen: Niko Lohmann (5-6), besser bekannt als „Karl Stahl“, verkörpert mehr oder weniger das exakte Gegenteil dieses Klischees.

Wenn man den etwa 1,80 Meter großen und in der Leicht- und Weltergewichtsklasse antretenden Lohmann in Interviews reden hört, kann leicht der erste Eindruck entstehen, er wäre einfach ein sympathischer, lustiger Typ, der viel redet, und für den Ausflüge in den Ring nur spaßige Nebensache sind.

Hört man dann aber genauer hin, was er zu sagen hat, verfliegen solche Gedanken sehr schnell. Es gibt selbst unter Sportlern nur wenige, die in der Öffentlichkeit so ehrlich und kritisch mit den eigenen Leistungen und Entscheidungen umgehen wie Niko Lohmann es tut. Wenn man ihm eine Frage stellt, kann man sicher sein, auch eine Antwort zu bekommen – und das nicht mit Reden um den heißen Brei, Ausflüchten oder beiläufigen Themenwechseln. Vielmehr bekommt man knallhart, direkt und unmissverständlich, dabei aber immer respektvoll, Lohmanns Meinung zu hören.

Dass er darüber hinaus auch den Sport selbst äußerst ernst nimmt, ist nicht zu übersehen, wenn er in den Ring steigt. Man merkt „Karl Stahl“, egal ob Sieg oder Niederlage, immer an, dass er in seinen Kämpfen alles gibt. Deswegen wird es seiner Beliebtheit auch kaum Abbruch getan haben, dass er im Jahr 2011 „nur“ eine Statistik von zwei Siegen und zwei Niederlagen erkämpfen konnte – die Art, wie er mit seiner vorzeitigen Niederlage gegen Cengiz Dana im Respect-FC-Titelkampf umgegangen ist, dürfte ihm so manchen neuen Fan beschert haben.

Seinen nächsten Kampf verlor Lohmann ebenfalls, als er im November von Igor Montes in der ersten Runde TKO geschlagen wurde. Vor diesen beiden Niederlagen fuhr er im Jahr 2011 allerdings überzeugende vorzeitige Siege gegen Engin Inan und Marva Kuebler ein.

Was Lohmann wohl am besten zusammenfasst, ist sein Spitzname. „Karl Stahl“ passt einfach perfekt zum 30-jährigen Essener - er symbolisiert Spaß, Humor und eine gesunde Portion Selbstironie, aber der fiktive Nachname verrät schon, dass es richtig zur Sache geht, sobald es ernst wird. 

Neben Niko Lohmann gibt es in der Bundesrepublik aber noch weitere Kämpfer, die das Potential zum Kult-Kämpfer haben.

Der wohl bekannteste von ihnen ist Nordin Asrih; er lag nur  2,39 Prozentpunkte hinter Lohmann. Wie „Stahl“, ist auch Asrih für seine lockere und humorvolle Art bekannt. Die wollte er der ganzen Welt in der dreizehnten Staffel von „The Ultimate Fighter“ zeigen, an der er als erster deutscher Kämpfer in der Geschichte von TUF teilnahm.

Die „Fists of Tangier“ wurden allerdings in der Viertelfinalrunde von Shamar Bailey die komplette Distanz über von dessen Ringerfähigkeiten am Einsatz gehindert, und Asrih war in der Folge nur noch selten während der Episoden zu sehen. 

Die übrigen Kandidaten folgen durchgehend mit ebenfalls geringen Abständen.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Niko Lohmann (Bochum) 24,64%
2. Nordin Asrih (Düsseldorf) 22,25%
3. Janosch Stefan (Karlsruhe) 17,71%
4. Alexander Petrajtis (Stuttgart) 15,26%
5. Chris Mahle (Stuttgart) 10,79%
6. Cemal Balci (Dortmund) 9,35%

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