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Ergebnisse

World of Fight Tournament 2

Manuel Masuch zwingt Kurt Verschueren zur Aufgabe. (Foto von Elias Stefanescu)

Veranstalter Angelo Batista lud am Samstagabend zur zweiten WOF-Tournament-Veranstaltung nach Bergkamen. Elf Kämpfe mit Kämpfern aus drei Ländern standen auf dem Programm und brachten die Halle zum Kochen. Das Hauptaugenmerk lag natürlich auf den Turnierfinalkämpfen, die zu einem Wechselbad der Gefühle für die heimischen Fans wurden und von kontroversen Punkentscheidungen in der Verlängerung bis hin zum ungefährdeten Schaulaufen reichten.  

Bei den Amateuren sicherte sich Mohammad Assadi gegen einen Blitz-Submissionsieg gegen Vasily Grek, während sein Teamkollege Onur Bozkurt sich mit Muhammed Celebi einen spektakulären Kampf lieferte, den der Düsseldorfer Bozkurt in Runde zwei mit seinen Fäusten für sich entschied.  

Unter Semi-Pro-Regeln trennten sich Björn Lubach und Andre Schug nach drei Runden eher unspektakulärem Kräftemessens Unentschieden, während der BJJ-Kämpfer Daniel Kimmling seine verbesserten Stand-Fähigkeiten gegen den Waldbröler Christian Vargas Barrenechea in einen einstimmigen, aber knappen Punktsieg ummünzen konnte. Viktor Wittman aus Minden sagte den Kampf gegen den Niederländer Joziro Boye erst zwei Tage vor der Veranstaltung zu und hätte beinahe für die Sensation sorgen können, wurde aber im zweiten Durchgang von den immer härter werdende Schlägenn Boyes gestoppt.

Toni Karlovic und Sajgan Muradov gerieten schon beim sehr intensiven Staredown aneinander und wussten auch im Kampf selbst zu unterhalten. Muradov brachte Karlovic wiederholt zu Boden sicherte sich dominante Positionen, wurde aber immer wieder von Karlovic überrascht, der auch die schwersten Schläge einsteckte und dennoch entkam. Erst in der zweiten Runde gelang es dem Niederländer, Karlovic mit Schlägen zu stoppen.

Niko „Karl Stahl“ Lohmann war nach zuletzt zwei Boxkämpfen wieder zurück in seinem Revier: dem MMA-Sport. Der Grappler aus dem Ruhrpott wusste mit seinem Einmarsch wie gewohnt zu unterhalten, legte aber im Kampf gegen den Konstanzer Engin Inan den Hebel ruckartig um und folgte dem Gameplan. Nach kurzer Boxphase im Stand brachte er den Kampf zu Boden, nutzte hartes Ground and Pound, um den Rücken seines Gegners einzunehmen und gewann nach zweieinhalb Minuten mit einem Rear Naked Choke.

Im Schwergewicht trafen mit dem Dortmunder Kemal Balci und dem Stuttgarter Alexander Petrajtis zwei wahre Brocken aufeinander. Balci gelang es, in mittlerweile fast gewohnter Manier, seinen Gegner in einen Standkampf zu verwickeln und dort mit seinen überlegenen Boxtechniken auszupunkten. Petrajtis suchte oft den Clinch, konnte Balci aber nur einmal zu Boden bringen. Mit fortschreitender Kampfdauer ließ auch der bärtige Stuttgarter die Fäuste fliegen und ging unter Applaus des Publikums in die offenen Schlagabtäusche, doch zog er letzten Endes immer den Kürzeren und wurde Mitte der dritten Runde von Balci gestoppt.

Das Publikum war aus dem Häuschen, als das erste WOF-Finale eingeläutet wurde. Der Essener Michael Erdinc traf im Weltergewicht auf den Niederländer Twan van Buuren. Van Buuren suchte von Beginn an den Takedown und setzte Erdinc wiederholt unter Druck. Erst im zweiten Durchgang hatte der Essener sich besser eingestellt und traf mit harten Uppercuts, die van Buurens Takedowns erlahmen ließen. Nach zweimal fünf Minuten wurde der Kampf Unentschieden gewertet, und eine Extrarunde wurde fällig. Dort konnte Erdinc erneut nicht den Takedown abwehren, und das Publikum wurde plötzlich totenstill. Aus der Unterlage und in den kurzen Standphasen war Erdinc dennoch aktiver und schlug zurück, während van Buurens Offensive am Boden nach den drei Takedowns in Runde drei am Boden komplett erlahmte. Nach weiteren fünf Minuten wurde der Kampf nach geteiltem Punktrichterentscheid zu Gunsten Erdincs gewertet.

Im vorletzten Kampf des Abends hatten die erhitzten Gemüter in der Halle wieder Zeit, sich zu beruhigen, als der Kölner Grappler Stefan Larisch sich eine interessantes Bodenkampfduell mit dem Niederländer Niels Tuhumury lieferte. Im zweiten Durchgang hatte Larisch endgültig die Oberhand erkämpft und schaffte es, seinen Gegner zehn Sekunden vor Ende in einem Arm Triangle Choke zu erwischen. Tuhumury gab nicht auf und schien vom Rundengong gerettet worden zu sein, doch gingen bei ihm zeitgleich mit dem Rundenende in dem Choke die Lichter aus. Larisch bejubelte seine Punktlandung und seinen ersten Profisieg im MMA-Sport.

Im Halbschwergewichtsfinale des WOF-Turniers traf der Essener Slam-Spezialist Manuel Masuch auf den gefährlichen belgischen Striker Kurt Verschueren. Slam oder KO hieß das Motto des Abends, und es war der Spartaner Masuch, der dem kurzen Kampf seinen Stempel aufdrückte. Er brachte Verschueren zügig aber unspektakulär zu Boden und zwang ihn nach kurzer Positionierung mit einem Kimura zur Aufgabe, um die nach dem Erdinc-Kampf gestressten heimischen Fans nicht weiter auf die Folter zu spannen.

Das Team von GnP-TV war beim World of Fight Tournament live vor Ort. Die Videos folgen im Laufe des Tages.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

World of Fight Tournament 2
16. Juli 2011
Bergkamen


WOF-Tournamentfinale -93kg
Manuel Masuch bes. Kurt Verschueren via Kimura nach 1:09 in Rd. 1

WOF-Tournamentfinale -77kg
Michael Erdinc bes. Twan van Buuren nach Punkten (geteilt)

Semi-Pro (3x4 min.)
Stefan Larisch bes. Niels Tuhumury via Arm Triangle Choke nach 4:00 in R. 2
Kemal Balci bes. Alexander Petrajtis via TKO nach 2:31 in Rd. 3
Niko Lohmann bes. Engin Inan via Rear Naked Choke nach 2:32 in Rd. 1
Sajgan Muradov bes. Toni Karlovic via TKO nach 2:25 in Rd. 2
Joziro Boye bes. Viktor Wittmann via TKO nach 3:10 in Rd. 2
Daniel Kimmling bes. Christian Vargas Barrenechea nach Punkten (einstimmig)
Björn Lubach und Andre Schug trennen sich Unentschieden (Majority Draw)

Amateur  (3x3 min.)

Onur Bozkurt bes. Muhammed Celebi via TKO nach 1:52 in Rd. 2
Mohammad Assadi bes. Vasily Grek via Rear Naked Choke nach 0:37 in Rd. 1

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