MMA Deutschland

GMC 11: David Zawada mit Durchbruch-Sieg, Agaev und Aslaner stehlen die Show

Hat den größten Sieg seiner Karriere geholt: David Zawada (Foto: Nazariy Kryvosheyev).

Zum elften Mal öffnete der German MMA Championship am Samstag seine Käfigtüren. In Castrop-Rauxel, wo die Liga de facto Zuhause ist, stahlen vor allem die Kämpfe oben auf dem Programm die Show – während der Düsseldorfer David Zawada auf internationalem Level einen Durchbruch-Sieg holte, legten die beiden jungen Talente Selim Agaev und Ozan Aslaner einen starken Kandidaten für den Kampf des Jahres aufs Parkett, dicht gefolgt vom Duell zwischen Mohammed Sadok Trabelsi und Mert Özyildirim.

Lange brauchte David Zawada nicht für den größten Sieg seiner Karriere. Gegen UFC-Veteran Andreas Stahl überzeugte „Sagat“ mit harten, schnellen Kombinationen im Stand, auf die sein Gegner keine Antwort fand. Zawadas Kniestöße, Kicks und Fäuste waren nach nicht einmal 90 Sekunden zu viel für den Schweden, der am Zaun nach einem Knie zum Körper zu Boden ging und nach ein paar weiteren Treffern vom Ringrichter gerettet werden musste.

Nach seinen Knockouts gegen Stefan Larisch und Robert Radomski ist dieser Sieg der dritte in Folge für David Zawada. Mit fünf Siegen in seinen letzten sechs Kämpfen ist der 26-jährige Düsseldorfer damit auf dem Weg zu noch größeren Aufgaben im restlichen Jahresverlauf.

Agaev und Aslaner liefern sich potentiellen Kampf des Jahres

Im Co-Hauptkampf zwischen zwei jungen Top-Talenten traf Selim Agaev auf den ungeschlagenen Ozan Aslaner. Der Paderborner, der den Kampf kurzfristig angenommen hatte, landete schon in den ersten zwei Minuten nach perfekt getimten, explosiven Takedowns vonseiten Agaevs mehrfach auf dem Rücken. Einen Guillotine Choke überstand Aslaner anschließend knapp und schlug seinen Gegner zurück auf den Beinen gleich nieder.

Von den Schrecksekunden auf beiden Seiten ließ sich keiner der Kontrahenten sonderlich beeindrucken, stattdessen flogen die restliche Runde über weiter die Fäuste. Während Aslaner jetzt einige Takedowns abwehren konnte, wurde er plötzlich selbst von harten Aktionen im Stand getroffen, u.a. einem Spinning Wheel Kick aus dem Nichts.

Der zweite Durchgang war nicht durchgehend so temporeich wie der erste, trotzdem gab es Action en masse zu sehen. Während Agaev auch weiter immer öfter mit Takedowns erfolgreich war, erwischte Aslaner ihn beinahe in einem Armbar und landete im Stand regelmäßig gute Treffer. In der letzten Runde ging es hochklassig und mit ständigen Momentumwechseln weiter, bevor Aslaner einen versehentlichen Kniestoß zum Kopf am Boden landete und dafür einen Punktabzug kassierte.

Nach fünfzehn Minuten voller explosiver Takedowns, Spinning Kicks, eingesprungenen Aufgabegriffen und jeder Menge harter Fäuste ging der Kampf schließlich mehrheitlich nach Punkten an Selim Agaev, der sich damit selbst ein erinnerungswürdiges Geschenk zum 23. Geburtstag gemacht hat.

Özyildirim und Trabelsi mit Spitzenkampf

Eine Schlacht lieferten sich auch Mohammed Sadok Trabelsi und Mert Özyildirim. Im süddeutschen Duell mitten in NRW ging es ordentlich zur Sache: Zuerst war es Özyildirim, der mit guten Takedowns punktete und variabler arbeitete. Dann kam Trabelsi stark zurück und brachte in der zweiten Runde Özyildirim am Rande des Knockouts. Dieser profitierte von einem Referee-Fehler, der mitten im Schlagabtausch abbrach, um einen herausgefallen Mundschutz wieder einzusetzen. So erholte sich der Balinger, fand wieder in den Kampf und gewann das weitestgehend knappe Duell letztlich nach drei Runden über die Punkte.

Solmaz, Dörrer und Moeil dominieren

Ömer Solmaz dominierte Eugen Dell nach Strich und Faden. Der Hamburger war beweglich auf den Beinen, erinnerte mit seinem Kampfstil an Dominick Cruz oder TJ Dillashaw, punktete mit langen Händen und wich den Angriffen von Dell geschickt aus. Immer wieder brachte er Dell auf die Matte mit technisch hochwertigen Takedowns und griff dort mit hartem Ground and Pound an. Dell zeigte ein großes Kämpferherz, hielt tapfer durch, war jedoch deutlich unterlegen und wurde schlussendlich in Runde drei vom Ringrichter aus dem Kampf genommen.

Daniel Dörrer bezwang Tim Richter imposant durch K.o. Nachdem sich beide Athelten eine unterhaltsame Partie lieferten, schwächelte Richter konditionell - was der erfahrene Dörrer eiskalt ausnutzte und ihm mit einem Leberhaken in Runde drei den Garaus machte.

Hatef Moeil konnte Martin Langner bereits früh auf den Boden bringen und dort mit aggressivem Ground and Pound vorzeitig bezwingen.

Frauenpower

Mandy Böhm sowie Kamila Porczyk konnten überzeugen. Zuerst war es Böhm, die gegen die kurzfristig eingesprungene Johanna Ropertz eine beeindruckende Leistung hinlegte, diese besonders am Boden mit harten Fäusten und dominanten Positionen überrolte und so einen vorzeitigen Erfolg durch Rear Naked Choke erzielte.

Danach war es Kamila Porczyk, die die Bulgarin Anita Doganova im Stehen kontrollierte und mit harten Rechten mehrfach durchrüttelte, um einen ungefährdeten Punktsieg einzufahren.

Anbei die Ergebnisse im Überblick:

GMC 11
22. April 2017
Europahalle Castrop-Rauxel


Hauptprogramm
David Zawada bes. Andreas Stahl via T.K.o. (Kniestoß und Schläge) nach 1:24 in Rd. 1
Selim Agaev bes. Ozan Aslaner mehrheitlich nach Punkten
Mert Özyildirim bes. Mohammed Sadok Trabelsi einstimmig nach Punkten
Kamila Porczyk bes. Anita Doganova einstimmig nach Punkten
Daniel Dörrer bes. Tim Richter via K.o. nach 1:23 in Rd. 3
Ömer Solmaz bes. Eugen Dell via T.K.o. (Schläge) in Rd. 3
Jacek Adamczyk bes. Dawid Baziak einstimmig nach Punkten
Hatef Moeil bes. Martin Langner via verbaler Aufgabe nach 1:17 in Rd. 1
Mandy Böhm bes. Johanna Ropertz via Rear Naked Choke nach 4:02 in Rd. 1

Vorprogramm
Said Eidi bes. Manuel Bilic einstimmig nach Punkten
Florian Kopiec bes. Alexander Djukic via Triangle Choke nach 2:46 in Rd. 1
Jarno Errens bes. Guiseppe Correra via Guillotine Choke nach 4:48 in Rd. 2
Guy da Silva bes. Ajmal Sultani einstimmig nach Punkten