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German Cage Pioneer: Das Ziel ist, dass deutsche Kämpfer vom MMA-Sport leben können!

GCP: German Cage Pioneer

Am 4. April steht die erste Ausgabe der neuen Veranstaltungsserie GCP bevor. Die drei Buchstaben stehen für „German Cage Pioneer“ und sollen die deutsche MMA-Szene in Zukunft revolutionieren, wie uns Veranstalter Fahim Assadi verriet. Wir sprachen mit dem studierten Betriebswirt über das geplante Debüt der Eventreihe, das den Startpunkt in Lampertheim setzen wird und bereits die ersten Duelle aufs Papier bringt.

GNP1: Hallo Fahim. Besten Dank, dass du dir die Zeit nimmst, mit uns zu sprechen und uns einen Einblick gibst, zu dem kommenden Event-Debüt am 4. April in Lampertheim. Was können wir erwarten?
Fahim Assadi: Erstmal vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt und mir die Gelegenheit gebt, mich auf eurer Plattform vorzustellen. Was zu erwarten ist? Die Zuschauer können super Fights erwarten. Wir werden unser Bestes geben, damit die Zuschauer auf ihre Kosten kommen - und auch unser Bestes, um die Fighter zu betreuen. Wir versuchen selbstverständlich bei allen Beteiligten einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Wie kamst du eigentlich zum Kampfsport und warum MMA?
Kampfsport betreibe ich seit meiner Kindheit. Nachdem ich auch die Betreuung unserer Fighter bei uns im Club übernommen habe, konnte ich in der MMA-Welt reinschnuppern. Ich habe mit anderen deutschen Veranstaltern Preisverhandlungen geführt und mir die Veranstaltungen live betrachtet. Ich selbst trainiere leidenschaftlich bei dem besten deutschen Fighter aller Zeiten, Dennis Siver, und Niko Sulenta sowie Zafar Mohsen.

Wie kam es dazu, dass du jetzt deinen eigenen Event auf die Beine stellst?
Ich habe den Fightern/Clubs/Veranstaltern zugehört. Dabei habe ich mir jede Menge Fragen gestellt, hier fünf als Beispiel:

1. Die Hallen werden immer voller, aber die Gagen der Fighter steigen nicht? Wieso verdienen die deutschen MMA-Fighter so wenig Geld?
2. Wie kann es sein, dass manche Fighter im fünfstelligen Bereich verdienen auf deutschem Boden und mache Fighter für 200 Euro kämpfen müssen in Deutschland?
3. Wieso haben Fighter aufgehört mit MMA, obwohl sie eine super Bilanz hatten?
4. Wieso werden bestimmte Fighter jeden Tag in den Medien erwähnt und andere nicht?
5. Wieso finden einige Fighter keine Kämpfe, obwohl sie fighten wollen?

Was willst du speziell mit der Veranstaltung daran ändern? Was folgt nach Event Nummer eins?
Als studierter Betriebswirt habe ich den Markt analysiert. Mein Ziel ist es, dass deutsche Fighter vom MMA-Sport leben können. Es ist ziemlich schwer und wir können es nur schaffen, wenn die Medien sowie die Fighter uns unterstützen. Am 4. April 2020 veranstalten wir in einer Halle, in der 1400 Zuschauer Platz haben. Hier habe ich mich bewusst für eine umschaubare Halle entschieden, um Erfahrung zu sammeln. Unsere zweite Show wird in einer Halle sein, in der ca. 4000 Zuschauer Platz haben. Natürlich habe ich auch die Riesenhallen in Deutschland auch im Blick, aber alles zu seiner Zeit.

Wie denkst du, wird es in Zukunft möglich, dass MMA-Kämpfer, ähnlich wie in anderen Ländern, vom Sport allein leben können? Was muss sich ändern?
Natürlich. Ich bin fest davon überzeugt, dass es auch in Deutschland möglich ist, dass Fighter alleine vom Sport leben können. Zwar nicht wie die Fighter der UFC und Co., aber sie können so davon leben, dass sie sich nur noch auf ihren Sport fokussieren können. Um an das große Geld zu kommen, führt für unsere Fighter kein Weg daran vorbei, ins Ausland zu gehen.

Ich habe gemerkt, dass bei fast allen Gyms in Deutschland der Trainer auch gleichzeitig der Manager oder Berater ist. Also, alles in allem, muss der Trainer alles machen können.

Hier müssen die Gyms sich Fachleute mit an Bord holen, wie z.B. einen Manager, der weiß wie man Verhandlungen führt, der den Wert des Kämpfers kennt. Unter Manager meine ich nicht, dass der Fighter seinen Freund zum Manager ernennt, sondern einen gelernten Manager. Die Gyms müssen so Strukturen schaffen.

Was unterscheidet GCP von den anderen Veranstaltungen?
Wir haben die Gagen der Fighter eindeutig erhöht. Die Fighter verdienen neben ihrer Gage 10 Prozent vom Eintritt ihrer mitgebrachten Fans. Da sind wir fair. Unser Mainevent bekommt 10.000 Euro pro Kämpfer, wenn wir eine Halle mit 3000 Zuschauern füllen. Unsere zweite Veranstaltung wird voraussichtlich im November/Oktober sein - und da kommen die 10.000 Euro pro Fighter zum ersten Mal ins Spiel. Wir werden die Gagen immer weiter erhöhen, solange wir auch wachsen. Auch werden die 10% in Zukunft bei uns steigen.

Denkst du, dass mit der erhöhten Gage, andere Eventreihen gezwungen sind ihre Kämpfer auch dementsprechend zu bezahlen?
Ich möchte niemanden zwingen, seine Gagen zu erhöhen. Mich persönlich stört diese Ungleichheit aber sehr. Es gibt Fighter, die in Deutschland fighten und im fünfstelligen Bereich verdienen, und es gibt Fighter, die für 150€ kämpfen.

Was ist das Ziel? Aktuell gibt es eine Eventreihe im Deutschen Fernsehen – spielt ihr mit dem Gedanken auch ins TV zu kommen? Deutschland oder andere Länder? Der Sport kann nur durch mehr Aufmerksamkeit (wie TV) sowie durch interessierte Sponsoren/Investoren rasch wachsen, oder?
Selbstverständlich. Es wäre mir eine Ehre, wenn das deutsche Fernsehen Interesse an GCP hätte. Da das Deutsche Fernsehen Mitveranstalter ist, denke ich, wird es ziemlich schwer hier Fuß zu fassen. Auf meine Anfrage wurde mir bislang leider nicht geantwortet. Aber wo eine Tür zugeht, geht eine andere auf. Wir haben eine Kooperation mit AFC in Afghanistan geschlossen und das Afghanische Fernsehen möchte die Übertragungsrechte. Wir sind mit anderen Veranstaltern im Ausland im Gespräch. Ich habe mir Investoren ins Boot geholt und bin auch selbst mein eigener Investor. Ich bin seit ca. neun Jahren mit meinem Unternehmen sehr erfolgreich.

Soll GCP stets in Deutschland bleiben oder gibt es gar internationale Pläne für die Zukunft?
Bis jetzt in Deutschland. Erst wenn die Kooperationen mit Asien gut laufen und wir uns besser kennengelernt haben, könnte ich mir vorstellen, auch im Ausland zu veranstalten. Ich habe so viele Ideen, aber alles mit der Zeit.

Wie viele Kämpfe plant ihr für die Debüt-Veranstaltung?
Wir streben 12-15 Kämpfe an.

Welche Kämpfe stehen aktuell fest?
Wir sind gerade dabei, die Fight Card auszubauen – wir suchen derzeit auch noch interessierte Profikämpfer.

Zurzeit sind vier Begegnungen fest:
Adrian Zeitner vs. Kevin Hangs
Jonas Schmitt vs. Fitim Ukelli
Tobias Huber vs. Önder Tuncer
Kamran Aminzade vs. Quincy Dwamena

Ich habe bis jetzt noch einige namhafte Fighter zusammen. Für einige suche ich noch Gegner.

Wie kann man sich bei dir/euch melden, um als interessierter Kämpfer Teil der ersten Veranstaltung zu werden?
Einfach uns über Instagram anschreiben, @german_cage_pioneer.

Gerne uns folgen, kommentieren und liken, damit ihr auch weiterhin nichts verpasst. 

Wir wünschen dir/euch viel Erfolg am 4. April und sehen uns vor Ort!
Super! Vielen Dank für das Interview. Ich freue mich auf GNP1TV.