MMA Deutschland

Daniel Weichel: „Sanchez wird dominiert!“

Am Freitag ist er wieder in Aktion, Deutschlands Bester Daniel Weichel. In Mulvane im US-Bundesstaat Kansas trifft das „Weasel“ auf Emmanuel Sanchez. Dabei geht es nicht nur um den Sieg im direkten Duell, sondern auch darum, sich für einen baldigen Titelkampf in Stellung zu bringen. Denn der Titel ist das erklärte Ziel von Daniel Weichel. GNP1.de sprach mit dem Federgewicht vor dem Abflug in die USA.

GNP1.de: Hallo Daniel. Nur noch wenige Tage, bis Du wieder bei Bellator im Käfig stehst. Wie läuft die Vorbereitung?
Daniel Weichel: Die Vorbereitung läuft gut. Ich habe zuletzt lockerer trainiert, weil am Donnerstag schon die Waage ansteht und wir uns schon im Weight Cut befinden. Es war daher etwas technischer, aber ich habe trotzdem noch meine zwei Einheiten am Tag gemacht. Am Samstag war das letzte Sparring, Sonntag der Abflug.

Der Kampf wurde erst drei Wochen vor dem Termin angekündigt. Ist das nicht ein wenig knapp?
Wir wussten das schon drei Wochen vorher. Allerdings hätte das für mich keine Rolle gespielt. Ich bin die ganze Zeit im Training, es hätte also keinen Unterschied gemacht. Ich habe in den letzten Wochen Max (Coga, Anm. d. Red.) und Ivan (Buchinger, Anm. d. Red.) auf ihre Kämpfe vorbereitet. Ich war also immer bereit für den Kampf.

Wenn man den Termin schon länger geplant hat, warum hat es dann so lange mit der Bekanntmachung gedauert?
Ich glaube, dass es dabei um Daniel Straus und seine verletzte Hand ging. Man weiß immer noch nicht, wann er wieder fit ist. Vielleicht wollte man ja einen Titelkampf machen und er ist nicht rechtzeitig fit geworden. Ich weiß es nicht. So eine klare Aussage haben wir nicht bekommen.

Ist der Kampf gegen Sanchez ein Rückschritt für Dich? Schließlich hattest Du Freire am Rande einer Niederlage und hast Karakhanyan und Curran geschlagen. Letzterer hat Sanchez letztes Jahr besiegt.
Ich sehe ihn überhaupt nicht als Rückschritt. Mein Ziel ist es, Champion zu werden. Dafür muss ich gegen jeden antreten. Ich nehme jeden Gegner genauso ernst, jeder Kampf ist genauso wichtig, als stünde der Titel auf dem Spiel. Da mache ich im Training auch keinen Unterschied. Das Ziel ist es, Champion zu sein, und dementsprechend bereite ich mich vor.

Wie bereitest Du dich auf diesen Kampf speziell vor? Machst Du irgendetwas anders als sonst?
Ich setze mich wie immer mit meinem Trainerstab zusammen. Wir analysieren den Gegner erst getrennt, dann noch einmal zusammen. Dann gehen wir im Training auf seine Stärken und Schwächen ein und arbeiten den detaillierten Gameplan aus. Da stellt sich dann auch jeder Trainer auf mich und meinen Gegner ein. Aber zum Gameplan gegen Sanchez möchte ich da gar nicht so viel sagen. Ich werde zu 100% konzentriert in den Kampf gehen, ständig in Bewegung bleiben, Druck machen, bis die Lücke kommt.

Wie siehst Du Emmanuel Sanchez als Gegner?
Er ist ein starker Kämpfer und hat gute Gegner geschlagen. Aber ich werde ihn dominieren. Ganz ehrlich, ich habe gerade unglaublich viel Selbstvertrauen. Seit meinem letzten Kampf haben wir an so vielen Dingen gearbeitet. Ich bin einfach in allen Bereichen besser als er und freue mich einfach, endlich wieder kämpfen zu können.

Sanchez hat erst im März seinen Vertrag bei Bellator verlängert und bekommt das „Heimspiel“ gegen Dich. Sieht so aus, als ob Bellator auf den jungen Kämpfer, der in den USA und Mexiko vielleicht besser zu vermarkten ist, setzt. Ist das zusätzlicher Druck für Dich?
Für mich ist es im Prinzip nie ein Heimspiel bei Bellator. Aber zusätzlichen Druck macht es mir nicht. Ich bin perfekt vorbereitet und gehe mit einem starken Team rüber in die USA. Und klar, ich hätte gerne in London oder Italien gekämpft, aber momentan freue ich mich einfach wieder, in den Käfig zu steigen. Ich bin extrem hungrig. Jetzt wieder zu kämpfen, ist wie eine Erlösung. Und wer weiß, vielleicht habe ich in Zukunft ja mal die Gelegenheit, zuhause für Bellator zu kämpfen.

Wie äußert sich dieser Hunger?
Der motiviert mich einfach. Im Prinzip kommuniziere ich mit meinem Team ständig über das Titelrennen bei Bellator. Wir sind überzeugt, dass alles seinen richtigen Weg geht. Auch wenn ich im vergangenen halben Jahr nicht gekämpft habe, gab es keinen Stillstand. Ich habe mich konstant weiterentwickelt und daraus ziehe ich meinen Vorteil. Es kommt, was kommt.

Wo siehst Du Dich im Titelrennen bei Bellator derzeit?
Das Federgewicht ist die stärkste Gewichtsklasse bei Bellator. Eine Menge Contender, viele gute Kämpfer, es ist ein ständiges Kopf-an-Kopf-Rennen. Ich habe mit Karakhanyan einen der stärksten eliminiert und habe gegen Patricio „Pitbull“ Freire im Titelkampf gezeigt, dass ich die stärksten Leute schlagen kann. Ich bin zuversichtlich, den Titel Ende des Jahres nach Deutschland zu holen. Aber jetzt konzentriere ich mich nur auf diesen Kampf.

Du hast am Anfang Deinen Weight Cut angesprochen. Bellator setzt wie die UFC ja auch auf den neuen Prozess, der es euch Kämpfern erlaubt, euch schon vormittags einzuwiegen. Welchen Effekt hat das aus Deiner Sicht?
Es ist ein großer Vorteil für uns. Früher musste man bis nachmittags sein Gewicht halten. Das war viel zehrender als der Weight Cut an sich. Dieses sitzen bleiben auf dem Gewicht war das anstrengendste der ganzen Geschichte, weil man sein Kampfgewicht halten musste, während man mit der Kommission die ganzen bürokratischen Sachen erledigt hat. Die Kommission prüft vor der Waage immer die Blutwerte, das Ergebnis der medizinischen Untersuchungen, etc. und vermerkt das. Jetzt kann man das alles morgens erledigen, sobald man sein Gewicht hat. Das ist ein gesünderer und besserer Weg für die Sportler.

Wie läuft das mit den Doping-Proben bei Bellator ab? Die UFC war ja in den letzten Tagen einige Male in den Schlagzeilen, nachdem ein paar Stars im Training positiv getestet wurden.
Bei Bellator gab es ja auch schon positive Tests, Alexander Shlemenko zum Beispiel oder Ken Shamrock und Kimbo. Die Kommissionen achten da auf jeden Fall darauf. Ich wurde bisher auch schon drei oder vier Mal vor dem Kampf getestet und finde auch generell, dass das eine gute Sache ist. Es macht unseren Sport fairer und sauberer.

A propos Kimbo. Du hast im vergangenen Jahr auf der gleichen Veranstaltung wie Kimbo Slice gekämpft, hast ihn also auch abseits der Kameras als Kevin Ferguson kennenlernen können. Wie war er da?
Ich muss sagen, es war eine Ehre und Freude, dass ich ihn noch kennen lernen durfte. Vor allem auf dieser Ebene, dass wir auf einem Event zusammen gekämpft haben. Ein extrem cooler Typ und ein sehr angenehmer Charakter. Wir haben letztes Jahr ein paar Worte gewechselt, nachdem wir uns kennengelernt haben. Er war wirklich ein cooler Typ, ein netter Mensch. Es ist schade, dass er nicht mehr da ist.

Ein gutes Schlusswort. Denn damit sind wir auch schon am Ende angekommen und, wie immer an dieser Stelle, gehören die letzten Worte Dir.
Ich möchte mich auf jeden Fall bei meinen Sponsoren Olimp, Fightnature und MMA Spirit, bei meinem gesamten Team, den Trainern und Trainingspartnern aus der Vorbereitung und natürlich auch bei den Fans bedanken, die mich unterstützen und die in der Nacht einschalten werden. Ich bin extrem dankbar für den ganzen Support, den ich aus Deutschland bekomme und ich verspreche, dass ich den erst mit einem Sieg und später dann mit dem Titel zurückzahle!

 

Daniel Weichel kämpft im Hauptprogramm von Bellator 159 in der Nacht von Freitag auf Samstag gegen Emmanuel Sanchez.