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Daniel Weichel: Bellator-Champion werden ist mein oberstes Ziel!

Daniel Weichel (Foto: Elias Stefanescu)

Daniel Weichel bestritt in 13 Jahren über 40 Kämpfe und hat die Entwicklung des MMA-Sports in Deutschland entscheidend mitgeprägt. Seine wenigen Niederlagen kamen meist gegen spätere UFC-Stars wie Dan Hardy, Paul Daley oder Thiago Tavares. Am 13. Februar erwartet ihn der härteste Fight seiner Karriere.

Noch drei Tage. Die Uhr tickt, Daniel Weichel steht vor dem größten Fight seines Lebens: Nach 42 Kämpfen auf der ganzen Welt, einem M-1-Titel und dem grandiosen Sieg im Bellator-Federgewichtsturnier, wird er am Freitag auf Pat Curran treffen. Der war zweifacher Bellator-Champion, Groundandpound führt ihn in der ligaübergreifenden Rangliste weltweit auf Platz acht im Federgewicht. 

„Es motiviert mich zu sehen, was Pat in der Vergangenheit geleistet hat“, so Weichel am Telefon. Seit einigen Tagen ist er schon am Veranstaltungsort Fresno, in Kalifornien. „Ich freue mich darauf, einen so guten Gegner zu kämpfen.“ Ein Sieg über Curran wäre für den Frankfurter der ganz große Wurf, sein Ticket zum Titelkampf.

Dabei hatte er den nach dem Gewinn des Federgewichtsturniers im vergangenen Mai eigentlich schon sicher. Kurz darauf wurde das Turnierformat vom neuen Bellator-CEO Scott Coker jedoch verworfen - und Weichels Herausforderer-Status gleich mit. Will der Frankfurter den Gürtel, muss er zuerst mindestens an Curran vorbei.

„Champion bei Bellator zu werden, ist mein oberstes Ziel!“, erklärt er. „Und als Champion müsste ich sowieso früher oder später gegen Pat Curran kämpfen, also ärgert mich das nicht.“


Daniel Weichel (r.) und das MMA-Spirit-Team auf dem Weg nach Kalifornien. (Foto: Daniel Weichels Facebook)

Curran gehört zu den Top-Kämpfern in der Gewichtsklasse bis 66 Kilo. In den vergangenen fünf Jahren bestritt er ausschließlich Turnier- und Titelduelle, verdiente sich drei Chancen auf den Gürtel und gewann ihn zweimal. Aber: Unser Deutscher hat fast doppelt so viele Kämpfe auf dem Buckel wie der Ami, hat überall gekämpft, schon alles gesehen und erlebt. Nervosität? Na ja, vielleicht trotzdem ein bisschen.

„Ich würde lügen, wenn ich sage, ich bin nicht nervös. Das ist ein Riesenkampf für mich“, so Weichel. Seit neun Monaten hat er nicht mehr gekämpft, sich stattdessen intensiv auf diesen Fight vorbereitet. „Ich wusste, das wird ein großer Kampf gegen einen schweren Gegner.“ Nun ist er nach eigener Aussage der „beste Daniel Weichel aller Zeiten“ und blickt dem Freitag selbstbewusst entgegen. 

„Ich weiß, dass ich alle Fähigkeiten habe, Pat Curran zu schlagen“, versichert er uns.

„Curran ist ein sehr kompletter Kämpfer und so sehe ich mich auch, ich kann überall kämpfen. Ich werde Druck machen, sehr konzentriert und 100 Prozent sharp sein – und das wird mir zum Sieg verhelfen. Wenn ich eine Lücke sehe, ergreife ich sie, egal ob im Stand oder am Boden.“

Gegen die Besten der Welt

Seit der frühere Strikeforce-Chef Scott Coker bei Bellator das Sagen hat, gab es in der zweitgrößten Liga der USA einige Änderungen. Neben dem Wegfall des Turniersystems verpflichtete Coker große Namen, unter anderem die früheren UFC-Stars Tito Ortiz und Stephan Bonnar, aber auch den ultra-populären, doch sportlich limitierten YouTube-Prügler Kimbo Slice, der in der UFC keinen einzigen Kampf gewinnen konnte. Viel Rampenlicht, das Sportlern wie Weichel bald fehlen könnte.

„Das stört mich weniger“, wiegelt er ab. „Ich finde, dass Bellator einen super Job leistet, die Fans zu unterhalten. Und das ist eben ein Weg, um Fans aus verschiedenen Bereichen zu erreichen. Entertainment auf allen Ebenen. Auch die anderen Veränderungen der letzten Veranstaltungen gefallen mir richtig gut. Die Shows werden immer größer und ich freue mich, ein Teil davon zu sein.“

Auch von der Entwicklung des MMA-Sports in Deutschland war Daniel Weichel ein sehr großer Teil. Seit 2002 seht er im Ring, über 42 Kämpfe hat er bereits auf dem Buckel. Er hat die Szene hierzulande mitgeprägt. In den 13 Jahren seines Schaffens ist eine Menge passiert, wurde viel erreicht. Bald wird es die weltgrößte MMA-Liga UFC wieder im deutschen Fernsehen zu sehen geben. Dennoch, trotz aller Fortschritte muss Weichel seine Brötchen noch immer in den USA verdienen, sein Teamkollege Stephan Pütz in Russland.

„Es ist schon ein großer Unterschied von den Staaten zu Deutschland“, so der 30-Jährige. „Natürlich wäre es schöner, wenn MMA hier so groß wäre wie in den USA oder in Russland. Aber das ist ein Prozess, der Zeit braucht. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.“

Weichel muss wissen, wovon er redet. Er hat bisher in fast allen großen Ligen weltweit gekämpft, von M-1 Global in Russland über Deutschland, Cage Warriors und Bamma in England bis hin zu King of the Cage und Bellator in den USA. Nur eine Tür blieb ihm bisher immer verschlossen, die größte von allen: die Tür zur UFC. Mit einem Sieg über Curran wäre Weichel nicht nur ein Kandidat für einen Bellator-Titelkampf, sondern für einen Platz in der größten Liga der Welt, die für ihre Europa-Expansion händeringend nach talentierter Verstärkung sucht.

Doch Weichel hat die UFC derzeit gar nicht auf dem Schirm, fühlt sich wohl bei Bellator.

„Im Moment verspüre ich (den Wunsch zu wechseln) überhaupt nicht", erklärt er. Ich kämpfe gegen einen der weltbesten Federgewichtler, und das ist genau das, was ich will: Gegen die Besten der Welt antreten!“

Daniel Weichel und Pat Curran werden in der Nacht zum Samstag im Co-Hauptkampf von Bellator 133 in Fresno, Kalifornien aufeinandertreffen. In Deutschland kann der Kampf live, legal und kostenfrei über den Streamingdienst des russischen Fernsehsenders Russia 2 angesehen werden.

Hier ein Promo-Video zum Kampf: