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Cutman Rolandus: Im Kampfsport wird immer noch sehr viel gegeneinander gearbeitet!

"Cutman Rolandus" Roland Aicher (Foto: Dorian Szücs/GNP1.de)

Roland Aicher gehört zu den besten Cutmen Europas. Der Österreicher, den wir bei unserem Aufenthalt in Kufstein für Innferno FC 2 trafen, sprach mit uns über die Uneinigkeit in der Kampfsportszene sowie über die Wichtigkeit von qualitativen Cutmen im Ring oder Käfig.

„Die schwarzen Schafe wird es immer geben“, erklärte uns „Cutman Rolandus“ im Gespräch. „Die Leute trauen sich oft mehr zu, als sie sich eingestehen. Das Problem ist, dass nicht gut ausgebildete Leute in der Ecke stehen, was natürlich ein Nachteil für den Kämpfer ist. […] Veranstalter entwickeln aber immer mehr das Bewusstsein, dass der Cutman sehr wichtig ist, um auch die Qualität einer Veranstaltung zu heben und auch den Sport sauberer zu machen.“

Cutmen haben eine bedeutende Rolle im Kampfsport, um die Gesundheit der Kämpfer zu gewährleisten und sie vor Schaden und Wunden zu schützen. Frei nach dem Motto von Jacob „Stitch“ Duran „one more round“ (z.D. „eine Runde mehr“), sind sie in der Lage über Sieg oder Niederlage zu entscheiden, wenn sie einen Cut schließen und so den Kampfabbruch verhindern und eine weitere Runde für den Kämpfer möglich machen.

„Es gibt viele Dinge, die man sich erlenen muss. Das kostet auch Geld. […] Im eigenen Interesse sollte man sich (als Cutman) fort- und weiterbilden. Ich mache das aus Leidenschaft, aber jeder sollte dieses Bewusstsein haben. Es geht schließlich um die optimale Betreuung des Kämpfers.“

 Ob man bei Cutmen oder im Kampfsport zusammenhält, wollten wir wissen. Schließlich hat Aicher einen guten Blick hinter die Kulissen, aufgrund der jahrelangen Einsätze auf Veranstaltungen in ganz Europa.

„Ich bin bei jedem Event dabei, egal ob Boxen, Kickboxen oder MMA. […] Ein Miteinander ist immer besser als ein Gegeneinander. Es wird immer noch sehr viel gegeneinander gearbeitet. Neid ist ein großes Thema. Ich finde, es geht um eine Idee, um einen Sport, da sollte man zusammenhalten und miteinander. Mehr positive Energie in das Ganze. Für mich gibt es keine Konkurrenz, es gibt nur Mitbewerber. In meinem Gym ist das auch so, dass ich Gasttrainer habe und ich bin froh, dass sie kommen. Ich schätze mich glücklich, dass sie zu mir kommen und meinen Jungs etwas beibringen. Die können somit nicht nur von mir, sondern von allen anderen lernen. Desto größer das Repertoire an Technik und Wissen ist, desto besser für den Kämpfer. Ich muss doch für den Kämpfer denken und nicht ständig auf einem Egotrip (sein) oder irgend ein scheiß Machodenken haben.“

Des Weiteren geht der erfahrene Cutman auf seine Freundschaft mit Jacob „Stitch“ Duran ein und gab uns eine Vorschau auf Anfang 2017: Dann wird Duran nach Salzburg kommen, um mit Aicher eine Woche zu verbringen und auch bei einem Event als Cutman mitzuwirken.

Das gesamte Interview könnt ihr euch hier ansehen: